Die Sandkatze oder Wüstenkatze (Felis margarita, Loche 1858).*
The Sand Cat or Desert Cat (Felis margarita, Loche 1858).*
von: Norman Ali Bassam Ali Taher Khalaf-Sakerfalke von Jaffa.
Webseite:
http://www.geocities.com/jaffacity/Sandkatze.html
*Note: This article was published in "Gazelle : The Palestinian
Biological Bulletin". Number 66, June 2007, pp. 1-13.
Article Reference:
Khalaf-Sakerfalke von Jaffa, Norman Ali Bassam Ali Taher (2007). Die
Sandkatze oder Wüstenkatze (Felis margarita, Loche 1858). Gazelle:
Das Palästinensische Biologische Bulletin. Nummer 66, Juni 2007,
Jamada Al-Ulla 1428 AH. Seiten 1-13. Sharjah, Vereinigte Arabische
Emirate. (Article in German; References in English, German and
Arabic).
http://www.geocities.com/jaffacity/Sandkatze.html
Die Sandkatze, Wüstenkatze oder Dünenkatze (Felis margarita, Loche
1858) ist eine kleine Wildkatze, die an das Leben in extrem
trockenen Wüstengebieten angepasst ist. Das Epitheton margarita geht
auf Capitaine Jean-Auguste Margueritte (1823–1870) zurück, der um
1850 unter französischer Flagge in Algerien stationiert war.
Merkmale:
Die Fellfarbe der Sandkatzen ist dem Wüstensand ähnlich, so dass sie
dort hervorragend getarnt sind. Sie sind gelb- bis grau-braun und
haben einen zwei- oder dreimal dunkelbraun bis schwarz beringten
Schwanz, die schwarze Schwanzspitze setzt sich etwas deutlicher ab,
Kehle und Brust sind weiß. Mit einer Körperlänge (Kopfrumpflänge)
von etwa 40 bis 57 cm, einer Schwanzlänge von 30 bis 35 cm und einem
Stockmaß (Schulterhöhe) von 25 bis 30 cm sind sie deutlich kleiner
als die Falb- (Felis silvestris) oder die Hauskatze, sie wiegen
1.500 bis 3.500 g. Sie haben einen breiten, abgeflachten Kopf und
große, weit außen stehende Ohren mit langen Härchen zum Schutz,
damit kein Sand eindringt. Die nach vorn gerichteten Augen sind
ebenfalls recht groß. Ein rötlich-orangefarbener Streifen verläuft
von den Augen über die Wangen. An den Körperseiten verlaufen kaum
sichtbare, verwaschene, senkrechte Streifen. Die Vorderbeine sind am
Ansatz schwach dunkelbraun bis schwarz gebändert, die Pfoten sind
mit dichten, drahtigen und verfilzten schwarzen Haarbüscheln
besetzt, die den direkten Kontakt mit dem heißen Wüstensand
verhindern und vor Kälte schützen sollen, so sinken sie auch nicht
ein und hinterlassen kaum Spuren. Diese «Filzpantoffeln» ermöglichen
es der kleinen Katze, festen Tritt im lockeren Dünensand zu finden
und sich mit erstaunlicher Leichtigkeit auf dieser Unterlage
fortzubewegen. Auch ihr mittellanges Fell schützt vor heißen Tag-
und kalten Nachttemperaturen. Die Krallen sind nicht sehr scharf,
schließlich gibt es in den Wüsten nichts, woran sie sie abwetzen
können.
Eine bemerkenswerte Anpassung der Sandkatze an ihren öden Lebensraum
ist ferner ihr auffallend breiter, abgeflachter Schädel mit den weit
aussen am Kopf ansetzenden Ohrmuscheln. In der Wüste gibt es ja fast
keine Pflanzen, hinter denen sie sich die kleine Katze bei der Jagd
verstecken kann. Dank ihrer Kopfform vermag sie sich aber so flach
zu machen, dass ihr selbst die geringsten Bodenunebenheiten als
Deckung genügen.
Sandkatzen geben verschiedene Laute von sich, sie mauzen, knurren,
fauchen, spucken und schnurren.
Sie haben in der Wildnis eine Lebenserwartung von etwa 8 bis 10
Jahren, in Gefangenschaft von bis zu 13 Jahren (de-Wikipedia, 2007).
Vorkommen:
Die Sandkatze ist eine reine Wüstenbewohnerin. Ihr
Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom westafrikanischen Senegal
ostwärts über die gesamte Sahara und die Wüsten der Arabischen
Halbinsel bis in die Trockengebiete der westasiatischen Republiken
Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan (Kappeler 1999).
In Arabien, lebt die Arabische Sandkatze (Felis margarita harrisoni,
Hemmer, Grubb und Groves 1976) in Palästina (Nord Wadi Arabah und
Süd Gaza-Streifen), Jordanien, Saudi Arabien, Kuweit, Jemen, Oman,
Emirate und Katar. Felis margarita harrisoni lebt auch in Sinai und
Ägypten (Khalaf-von Jaffa, Mai 2007).
Sandkatzen leben in etwa 15 bis 20 km² großen, sich überlappenden
Revieren in vier voneinander getrennten Regionen: in der Sahara (als
Unterart Felis margarita margarita, Loche 1858 & Felis margarita
meinertzhageni, Pocock 1938), und auch in Niger und Sudan (Felis
margarita airensis, Pocock 1938); in Arabien (Felis margarita
harrisoni, Hemmer, Grubb und Groves 1976); in Zentral-Asien (Felis
margarita thinobia, Ognev 1926) und in Pakistan (Felis margarita
scheffeli, Hemmer 1974). Sie bewohnen generell Sand- und
Steinwüsten, die für Falb- und Steppenkatzen zu trocken sind, vor
allem solche mit Sanddünen.
Verhalten:
Innerhalb ihres weiten Verbreitungsgebiets zeigt die Sandkatze eine
deutliche Vorliebe für sandige Wüstenstriche, wo bis zu 150 Meter
hohe Wanderdünen das Landschaftsbild prägen. In felsigen und
buschbestandenen Gebieten findet man sie seltener. Wie die meisten
Wüstentiere ist sie hauptsächlich nachts unterwegs. Die heissen
Tagesstunden verschläft sie in einer selbstgegrabenen Höhle,
mitunter auch im Schatten eines Strauchs (Kappeler 1989).
Sandkatzen sind Einzelgänger und nachtaktiv. Sie haben gelernt, sich
im Dunkeln zu ducken und ihre Augen zu schließen, wenn man auf sie
leuchtet. Somit kann man die Sandkatze mithilfe der Reflexion ihrer
Augen nicht lokalisieren. Dies zusammen mit ihrer dem Wüstensand
ähnelnden Fellfarbe stellt eine hohe Anpassung an ihre Umgebung dar.
Selbst ihre Exkremente werden verscharrt, so war es bisher kaum
möglich, sie finden und analysieren zu können.
Sandkatzen können nicht sehr gut klettern und springen, dafür aber
ausgezeichnet graben. Abends, wenn es etwas kühler ist, legen sie
sich meist auf den Rücken, um sich abzukühlen (de-Wikipedia, 2007).
Ernährung und Jagdverhalten:
Die Sandkatzen sind nachtaktive Einzelgänger, die wenig erforscht
sind. Wie die meisten Katzen können sie exzellent hören, riechen und
sehen, auch im Dunklen. Mit ihrem Gehör können sie sogar Beute unter
der Sandoberfläche ausmachen. Zumeist graben sie ihre Beute aus, ist
sie zu groß, wird ein Teil für später eingegraben. Ihre eigenartige
Schädelform mit den weit außen angestellten Ohren lassen die kleine
Katze sich so flach auf den Boden legen, dass sie schon hinter
kleinen Bodenunebenheiten nicht mehr zu sehen ist. Denn Sträucher
und Grasbüschel gibt es in der öden Wüstenlandschaft nicht, hinter
denen sie sich zur Jagd vor der Beute verstecken können. Sie jagen
kleine Nagetiere und Vögel, Reptilien, Insekten und Spinnen. Auch
jagen sie oft Schlangen, die sie mit Hieben auf den Kopf verwirren,
bevor sie mit einem Nackenbiss getötet werden. Auch Eier nimmt sie
hin und wieder. Ihren Flüssigkeitsbedarf bezieht sie anscheinend
allein aus den Beutetieren, sie muss also nicht trinken.
Selbst wird die Sandkatze von Schakalen, Eulen und Schlangen gejagt
(de-Wikipedia, 2007).
Fortpflanzung:
Da die Populationen der Sandkatzen gering sind, haben sie einen sehr
lauten Paarungsruf, der dem Bellen eines kleinen Haushundes ähnelt.
Sie werfen nach einer Tragzeit von etwa 60 bis 65 Tagen
von Februar bis April: Felis margarita margarita,
von März bis April: Felis margarita harrisoni,
von Mitte März bis Mitte Mai: Felis margarita thinobia
und von September bis Oktober: Felis margarita scheffeli
durchschnittlich zwei bis fünf Welpen, der größte bisher beobachtete
Wurf jedoch belief sich auf acht Welpen. Sie wiegen 40 bis 55 g und
nehmen täglich 12 g zu. Mit zwei Wochen öffnen sie ihre Augen und
mit drei Wochen beginnen sie zu laufen. Feste Nahrung nehmen sie mit
fünf Wochen zu sich. Bis zu einem Alter von sechs bis acht Monaten
werden sie vom Muttertier in die Jagdkunst eingelernt, dann sind sie
unabhängig und verlassen die Familie, und die Jungen machen sich auf
die Suche nach eigenen Wohngebieten in ihrer kargen Wüstenwelt. Mit
etwa neun bis dreizehn Monaten werden Sandkatzen geschlechtsreif.
Gefährdung und Schutz:
Die Sandkatze ist nicht durch Habitatszerstörung gefährdet, da sie
nur in unwirtlichen und menschenfeindlichen Wüstenregionen lebt. Die
Wüstenkatze bewohnt besonders ungastliche und daher selten begangene
Winkel unseres Planeten. Es ist deshalb schwierig, ihre gegenwärtige
Bestandssituation auch nur einigermassen exakt abzuschätzen.
Immerhin wissen wir, dass der Lebensraum des kleinen Wüstenraubtiers
in keiner Weise bedroht ist: Weder im nördlichen Afrika noch in
Arabien oder Westasien herrscht Mangel an Wüstengebieten mit
Sanddünen.
Laut islamischen Überlieferungen war sie ein Begleiter von Prophet
Mohammad (Friede und Gottes Segen auf ihm) und seiner Tochter,
deshalb werden sie auch nicht gejagt, wenn sie Beute in
Viehbeständen machen. Trotzdem sind die Sandkatzen gefährdet, weil
sie der Sportjagd zum Opfer fallen. Man vergiftet sie
beispielsweise, um deren Felle im Pelzhandel illegal anbieten zu
können. Sie werden aber auch gefangen, um sie im Handel als
Hauskatzen anzubieten. Man spekuliert auch, ob die Golfkriege zur
Bestandsdezimierung beigetragen haben. Alles in allem ist die
Sandkatze aber die am wenigsten gefährdete Wildkatze.
Allerdings weist die Sandkatze von jeher nirgendwo hohe
Bestandsdichten auf und ist darum sehr anfällig auf die direkte
Nachstellung seitens des Menschen. Tatsächlich hat dies gebietsweise
zu einem Rückgang der Bestände geführt. Es wäre gewiss
wünschenswert, wenn der hübschen kleinen Wüstenbewohnerin ihr
ohnehin nicht leichtes Leben in ihrer kargen Heimat nicht noch
zusätzlich erschwert würde (Kappeler 1999).
Die IUCN schätzt den Bestand der Sandkatze auf weniger als 50.000
adulte Tiere und stuft die Art als "gering gefährdet" ein (de-
Wikipedia, 2007).
Naturgeschichte:
Der französische Armeekommandant und Naturforscher Victor-Jean-
François Loche (1806–1863) nahm 1855/56 an einer Expedition zur
Erkundung der algerischen Provinz Ouargla in der nördlichen Sahara
teil. Dabei entdeckte er die Sandkatze, die er bis dato als
unbekannt identifizierte. Der Leiter der Expedition war Capitaine
Jean-Auguste Margueritte (1823–1870), ihm zu Ehren gab er der
Sandkatze den wissenschaftlichen Namen Felis margarita,
also «Margueritte-Katze». Da margarita aber das griechische Wort
für «Perle» ist, wurde die kleine Katze später - in Unkenntnis des
Ursprungs ihres Namens - oft «Perlkatze» genannt. Auch die
Bezeichnungen «Wüstenkatze» und «Dünenkatze» tauchten gelegentlich
auf. Heute verwendet man aber allgemein den Namen «Sandkatze».
Taxonomie:
Einige Katzenforscher, wie Theodor Haltenorth (1910–1981) und Paul
Leyhausen (1916–1998), sind der Ansicht, dass die asiatische
Unterart Felis margarita thinobia aufgrund bestimmter
Schädelmerkmale in eine selbstständige Art, Barchankatze (Felis
thinobia), taxonomisch einzuordnen ist. Die asiatische und die
afrikanischen Unterarten sollen sich in Anpassung an die extremen
Lebensbedingungen in der Sandwüste unabhängig voneinander entwickelt
haben. Es gilt aber die Auffassung, dass beide Formen derselben
Abstammung und sie nur unterartlich verschieden sind (de-Wikipedia,
2007).
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