Nichtduale
Highlights # 28
25.Mai
2006 Editor: Hans Schulz
Noch einmal Selbsterforschung.
Hier ist ein Ausschnitt aus dem Interview von John David mit David
Godman.
Der Originaltext steht auf der Website von David Godman und die
Übersetzung
kann man auf der Website von John David finden.
P: Mit Blick auf die aktuelle Technik, würdest du sagen, dass
es darum geht, bewusst zu sein von Moment zu Moment, was im Mind
passiert?
DG: Nein, es hat nichts damit zu tun, sich der Inhalte des Mind bewusst
zu sein. Es ist eine spezifische Methode, die darauf abzielt,
herauszufinden, wo der individuelle Sinn für ein "Ich"
entsteht. Selbsterforschung ist eine aktive Untersuchung, kein passives
Bezeugen.
Z. B. denkst du vielleicht darüber nach, was du zum
Frühstück gegessen hast, oder du schaust einen Baum
im Garten an. In der Selbsterforschung behältst du einfach
eine Bewusstheit dieser Gedanken, du bringst deine Aufmerksamkeit zum
Denkenden, der den Gedanken hat, zum Wahrnehmenden, der die Wahrnehmung
hat. Da gibt es ein "Ich", das denkt, ein "Ich", das wahrnimmt, und
dieses "Ich" ist auch ein Gedanke. Bhagavans Rat war, auf dieses innere
Gefühl von "Ich" zu fokussieren, um herauszufinden, was
wirklich ist. Bei Selbsterforschung versuchst du herauszufinden, woher
dieses "Ich"-Gefühl kommt, zu diesem Platz zurück zu
gehen und dort zu bleiben. Es ist nicht einfaches Beobachten, es ist
eine Art von aktiver Untersuchung, in der man versucht herauszufinden,
wie der Gedanke, eine individuelle Person zu sein, ins Sein kommt.
Du kannst die Natur dieses "Ich" untersuchen, indem du dich selbst
förmlich fragst "Wer bin ich?" oder "Woher kommt dieses
"Ich"?" Alternativ dazu kannst du versuchen,, eine
fortwährende Bewusstheit dieses inneren Gefühls eines
"Ich" aufrechtzuerhalten. Jeder dieser Ansätze würde
als Selbsterforschung gelten. Du solltest keine Antworten auf diese
Fragen geben, so wie "Ich bin Bewusstsein", weil jede Antwort, die du
dir selbst gibst, nur konzeptuell aus der Erfahrung kommt. Die einzige
korrekte Antwort ist eine direkte Erfahrung des Selbst.
jd:
With regard
to the actual technique, would you say that it is to be aware, from
moment to moment, what is going on in the mind?
DG: No, it's nothing to do with being aware of the contents of the
mind. It's a very specific method that aims to find out where the
individual sense of 'I' arises. Self-enquiry is an active
investigation, not a passive witnessing.
For example, you may be thinking about what you had for breakfast, or
you may be looking at a tree in the garden. In self-enquiry, you don't
simply maintain an awareness of these thoughts, you put your attention
on the thinker who has the thought, the perceiver who has the
perception. There is an 'I' who thinks, an 'I' who perceives, and this
'I' is also a thought. Bhagavan's advice was to focus on this inner
sense of 'I' in order to find out what it really is. In self-enquiry
you are trying to find out where this 'I' feeling arises, to go back to
that place and stay there. It is not simply watching, it's a kind of
active scrutiny in which one is trying to find out how the sense of
being an individual person comes into being.
You can investigate the nature of this 'I' by formally asking yourself,
'Who am I?' or 'Where does this ''I'' come from?' Alternatively, you
can try to maintain a continuous awareness of this inner feeling of
'I'. Either approach would count as self-enquiry. You should not
suggest answers to the question, such as 'I am consciousness' because
any answer you give yourself is conceptual rather than experiential.
The only correct answer is a direct experience of the Self.
Nichtduale Highlights # 27
18. April
2006 Editor: Hans Schulz
Beim
Zuhören so mancher Neo-Advaitins könnte man rasch zum
Schluss gelangen, dass jegliche spirituelle Übung nicht nur
Zeitverschwendung wäre, sondern darüber hinaus ein
spirituelles Ego nähren würde. Durchaus
unerfreuliche Ausblicke für den treuen Anhänger des
einen oder anderen Sadhana. Mit dem Rückgriff auf einige
Aussagen von Ramana möchte ich beitragen zu einer
differenzierten Betrachtungsweise.
Frager:
Auf der Suche nach dem "Ich" kann man nichts sehen.
Sri Ramana Maharshi:
Weil du daran gewöhnt bist, dich mit dem Körper zu
identifizieren und das Sehen mit dem Auge, sagst du, dass du nichts
siehst. Was soll man da sehen? Wer soll sehen? Wie soll man sehen? Es
gibt nur ein Bewusstsein, das sich als "Ich"-Gedanke erscheinend mit dem
Körper identifiziert, sich
durch die Augen projiziert und die
Gegenstände ringsumher sieht. Im
Wachzustand ist das Individuum begrenzt und nimmt an, etwas anderes zu
sehen. Der Beweis seiner Sinne wird ihm
Autoritätssiegel sein. Aber er wird nicht zugestehen, dass der
Seher, das Gesehene und das Sehen alle
Manifestationen desselben Bewusstseins sind, nämlich "Ich,
Ich".
Meditation hilft, die Illusion zu meistern, dass das Selbst
sichtbar sein muss. In Wahrheit gibt es nichts Sichtbares. Wie nimmst
du dein "Ich" jetzt wahr? Hältst du einen Spiegel vor dich, um
deine eigenes Sein zu erfahren? Die Bewusstheit ist das "Ich". Begreife
es und dies ist die Wahrheit.
Frage:
Beim Suchen nach dem Ursprung der Gedanken erscheint eine
"Ich"-Wahrnehmung. Aber sie befriedigt mich nicht.
Sri Ramana Maharshi:
Ganz richtig. Die Wahrnehmung des "Ich" ist mit einer Form
verknüpft, es kann der Körper sein. Es sollte nichts
mit dem reinen Selbst verknüpft sein. Das Selbst ist die
unverknüpfte, reine Wirklichkeit, in dessem Licht der
Körper
und die Sinne scheinen. Wenn alle Gedanken zur Ruhe kommen, bleibt das
reine Bewusstsein zurück.
Gerade,
wenn man vom Schlaf erwacht und bevor man der Welt bewusst wird, ist
dieses reine "Ich, Ich" da. Halte an ihm fest, ohne einzuschlafen oder
Gedanken zu erlauben, von dir Besitz zu ergreifen. Wenn es festgehalten
wird, ist sogar die Wahrnehmung der Welt nicht von Bedeutung. Der Seher
bleibt
von den Phänomenen unbeeinträchtigt.
~~~~~~~~~~~~~~~~
Frage:
Das Verwerfen von Gedanken ist also nicht nötig?
Sri Ramana Maharshi:
Nein. Es mag nötig sein für eine kürzere
oder
längere Weile. Du bildest dir ein, dass es kein Ende gibt,
wenn
man immer weiter jeden Gedanken verwirft, wenn er auftaucht.
Das ist nicht wahr, es gibt eine Ende. Wenn du wachsam bist und dich
ernsthaft bemühst, jeden Gedanken zu verwerfen, wenn er
entsteht, wirst du bald bemerken, dass du tiefer und tiefer
in
dein eigenes inneres Selbst gehst. Auf dieser Ebene ist es nicht
nötig, sich um das Verwerfen der Gedanken zu
bemühen.
Frage: Dann kann man Bemühen und
Anstrengung loslassen.
Sri Ramana Maharshi:
Nicht nur das, es ist unmöglich sich über einen
bestimmten Punkt hinaus anzustrengen.
Frage:
Ich möchte gerne noch mehr Aufklärung. Sollte ich
versuchen, ganz ohne Bemühen auszukommen?
Sri Ramana Maharshi:
Hier ist es unmöglich für dich, ohne
Bemühen auszukommen. Wenn du tiefer gehst, ist jegliches
Bemühen unmöglich für dich.
Wenn
der Geist durch Selbst-Erforschung nach innen sinkt in die Quelle des
Aham-Vritti (Ich-Empfinden), erlöschen die Vasanas
(mentalen
Neigungen). Das Licht des Selbst fällt auf die
Vasanas und bringt das Phänomen einer Reflexion hervor, das
wir
"Geist" nennen. Wenn die Vasanas erlöschen,
verschwindet der Geist ebenfalls, vereinigt mit dem Licht der einen
Wahrheit, dem Herzen.
Dies
ist das Wesentliche, was ein Aspirant wissen muss. Unbedingt
erforderlich ist seine ernsthafte und einsgerichtete Erforschung der
Quelle des Aham-Vritti.
Questioner:
Seeking the
‘I’ there is nothing to be seen.
Sri Ramana Maharshi:
Because
you are accustomed to identify yourself with the body and sight with
the eye, therefore
you say you do not see anything. What is there to be seen? Who is to
see? How to see?
There is only one consciousness which, manifesting as
‘I’-thought, identifies
itself with the body, projects itself through the eyes and sees the
objects around. The
individual is limited in the waking state and expects to see something
different. The
evidence of his senses will be seal of authority. But he will not admit
that the seer, the
seen and the seeing are all manifestations of the same consciousness
– namely,
‘I, I’. Contemplation helps one to overcome the
illusion that the Self must be
visual. In truth, there is nothing visual. How do you feel the
‘I’ now? Do you
hold a mirror before you to know your own being? The awareness is the
‘I’.
Realise it and that is the truth.
Question:
Upon enquiring
into the origin of thoughts there is perception of
‘I’. But it does not satisfy
me.
Sri Ramana Maharshi:
Quite
right. The perception of ‘I’ is associated with a
form, may be the body. There
should be nothing associated with the pure Self. The Self is the
unassociated, pure
reality, in whose light the body and the ego shine. On stilling all
thoughts the pure
consciousness remains.
Just on waking from sleep and before
becoming
aware of the world there is that pure ‘I, I’. Hold
on to it without sleeping or
without allowing thoughts to possess you. If that is held firm it does
not matter even if
the world is seen. The seer remains unaffected by the phenomena.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Question:
And so rejection
of thoughts is not necessary?
Sri Ramana Maharshi:
No. It
may be necessary for a time or for some. You fancy that there is no end
if one goes on
rejecting every thought when it rises. It is not true, there is an end.
If you are
vigilant and make a stern effort to reject every thought when it rises
you will soon find
that you are going deeper and deeper into your own inner self. At that
level it is not
necessary to make an effort to reject thoughts.
Questioner: Then it is
possible to be without effort, without strain.
Sri Ramana Maharshi:
Not
only that, it is impossible for you to make an effort beyond a certain
extent.
Question:
I want to be
further enlightened. Should I try to make no efforts at all?
Sri Ramana Maharshi:
Here it
is impossible for you to be without effort. When you go deeper, it is
impossible for you
to make any effort.
If the mind becomes introverted
through
enquiry into the source of Aham-Vritti (ego-sense), the Vasanas (mental
tendencies) become
extinct. The light of the Self falls on the Vasanas and produces the
phenomenon of
reflection we call the mind. Thus, when the Vasanas become extinct the
mind also
disappears, being absorbed into the light of the one reality, the Heart.
This is the sum and substance of all
that an
aspirant needs to know. What is imperatively required of him is an
earnest and one-pointed
enquiry into the source of the Aham-Vritti.
Nichtduale Highlights # 26
23.Februar
2006 Editor: Hans Schulz
Diesmal gibt es
eine Mege zu lesen. Auf Karl Renz wurde ich aufmerksam durch
den kurzen Karussell -Text
auf der tollen Site von Dennis
Waite (auf eng.). Eine Internetsuche
förderte dann das Interview zutage und auch eine deutsche
Übersetzung dazu von Norman. Das scheinbar originär
englische Interview kann man in vollständiger
Fassung auf dem Satsang-Portal
finden.
Karl Renz Das
Karussell
Willkommen!
Willkommen auf dem Jahrmarkt! Wie ich sehe, sitzt du schon auf dem
Karussell! Toll, wie du fährst! Du hast einen schnittigen
Wagen. Du
hast ein Gaspedal. Du kannst sogar bremsen. Aber vor allem hast du ein
Lenkrad. Damit kannst du mächtig kurbeln, und das tust du
auch.
Komischerweise geht es immer nur im Kreis. Du lenkst nach links und
nach rechts und bremst und tust, aber es geht immer nur in eine
Richtung.
So kurbelt dein Ich. Das sogenannte Ego. Es lenkt nach links, es lenkt
nach rechts, und ist nicht immer ganz zufrieden mit dem Ergebnis.
„Ich
sehe mal nach den anderen“, denkt es. „Wie fahren
denn die? Wie stellt
der da drüben sich an?“ Der legt sich entschieden
mehr in die Kurve.
Das machst du nun auch. Aber es geht weiter im Kreis. Ab und zu
hält
das Karussell. Kurze Pause. Die Tibeter nennen es
„Bardo“. Dann suchst
du dir ein anderes Fahrzeug. „Vielleicht nehme ich auch mal
das Pferd.
Jetzt reite ich mal 'ne Ecke. Wahrscheinlich ist das meine
Bestimmung!“
Sehr klug von dir. Oder richtig weise: Du nimmst den kleinen Roller,
weil du nach all den ermüdenden Runden inzwischen voller Demut
und
Bescheidenheit bist.
Ja, dein Ich ist bei all der Kurbelei mächtig gereift. Und
wenn du mal
zufällig in die gleiche Richtung lenkst, wie das Karussell
fährt,
kannst du endlich triumphieren: „Wow, das habe ich aber gut
gemacht!
Ich glaube, jetzt habe ich es raus!“ Nun hast du entdeckt,
wie die
ganze Sache funktioniert. „Ich habe voll die Kontrolle, seht
mal her!“
Du befindest dich in Harmonie mit dem Kosmos, in
Übereinstimmung mit
der Schöpfung. Ein derartig stimmiges Ich lenkt genau so, wie
das
Karussell fährt. „Seht doch mal, wie ich lenken
kann! Das ganze
Karussell bewegt sich, weil ich so lenke! Hier, ich, hierher
sehen!“
Wenn du die Kunst so unvergleichlich beherrschst, kannst du sogar den
anderen sagen, wie sie fahren müssen. „So
müsst ihr’s machen! Wie ich!“
Jetzt bist du ein voll erwachter Fahrer. „Ihm
nach“, rufen ein paar
andere begeistert. Am besten, du übernimmst gleich den Bus:
„Alle bei
mir einsteigen und hinter mich setzen! Ich bin eins mit dem
Karussell!“
Dann bist du ein Guru. Wenn du mehr im Stillen wirken willst, kannst du
natürlich auch andere wichtige Aufgaben übernehmen,
zum Beispiel das
Feuerwehrauto fahren. Oder den Krankenwagen. Oder du fährst
einfach
hinter dem
Krankenwagen her, sicherheitshalber.
Wichtig bei alledem ist nur, dass du den Überblick
behältst. Dass du im
richtigen Moment Gas gibst und im richtigen Moment bremst. Und vor
allem, dass du mit größtem Geschick lenkst. Das
hilft allen. So hältst
du nicht nur dein Fahrzeug perfekt auf dem Weg. Du trägst zur
gelungenen Fahrt des gesamten Karussells bei! Wenn nur jeder so fahren
würde! Du hast alles im Griff.
Bis du mal versehentlich den Lenker loslässt. Nanu! Jetzt
wunderst du
dich. Es geht ja auch von allein! Das Ding fährt von selbst!
Stimmt. Es
fährt selbst. Das Selbst fährt. Du brauchst dich
nicht anzustrengen. Du
kannst dich zurücklehnen und genießen. Es geht immer
direkt ins Glück.
Q:
What do you mean when you use the word "realization?" Most people
usually think of it as a kind of understanding.
K: Just look at the combination of the words "real" with "realization."
It is the real, and also the unfolding of the real as in time and space.
Q: Is realization something that reveals itself in time, or is there a
precursor to realization?
K: Is there ever a moment in time when the Self is not realized? That
which you think you are will never be realized. How can an idea or an
object be realized? What realization means here, is that consciousness,
which once identified with an object, becomes infinite; it becomes
conscious about being consciousness. But the Self is never enlightened
or unenlightened. It is always prior to all ideas of enlightenment or
non-enlightenment, no matter what you say about it. All this is
conceptual.
Q: Would you say that prior to enlightenment you existed in the same
manner?
K: There is "no one" who ever realized anything, not even Karl, who is
part of the realization. Perhaps you mean the final resignation, the
absolute resignation-when full of desire to improve or change, you
really see that there is not now, nor will there ever be, a way out of
what you are. You can never become what you already are! This is not
something that "happens," it is just an "aha"-a seeing that what you
are is what you always were and always will be. What you are is outside
of time. Time exists because of you; it merely reflects what you are.
Q: This is like the final outgoing breath, the last breath of the ego.
K: There never was an ego that breathed. There is no "last" breath
because there was no "first" breath. Don't create a process out of it;
there is no process. You just see that what you are is the only real
thing and that it was never touched by whatever is sensorial. This is
not something new; it is ancient and infinite. Just this, "aha, oh,
infinity"-and all there is is the infinite, not an experience nor an
event.
Q: The common understanding of a human being is, "I am conscious; one
of my properties is consciousness."
K: So, out of the idea of an "owner" comes the idea to own
consciousness? This happens because of the feeling of separation. What
results is the sense of being a separate person, which is also false.
What you mean to say is, "Consciousness plays the role of a person, but
there is no person who 'owns' consciousness." If there is any ownership
at all it is on the part of consciousness, which "owns" a person,
because it plays the role of a person.
Q: So consciousness is creating a picture.
K: There is no creator and there is no creation. There is only the one
Self and the unfolding of the Self-it's an infinite unfolding. Because
there is nothing outside of the Self there cannot be a separate creator
or creation. Out of this unfolding, the "I" as awareness becomes the
thought "I am"; from the thought "I am" comes the feeling "I am an
object in time." All of this is part of the unfolding of the Self.
Q: It seems that you are speaking of three levels: The "I," the "I am,"
and the "I am this."
K: This is just a concept. The only thing which is not conceptual is
the Self. With concepts you can look at things from infinite angles and
in the process make new and different concepts. This does not require
an explanation! This is only about seeing: to point to the very core,
to see that only Self is reality, and this reality is prior to all
ideas of existence or nonexistence. Any idea that arises is fiction.
That, which is prior to fiction, to ideas, is what you are. Replacing
one concept with another concept in order to create a "clear" concept
is not an advantage at all. This is not part of understanding. What we
are speaking of is what you are, and this does not require
understanding, or knowledge about how it functions. Just see! Self is
all, and whatever takes place is only in and of the Self.
Q: But people are coming to this because there is an urge to
understand, to get out of the story, to realize something.
K: People come to find a way out and I show them that there is no way
out. They may come to see that the idea of a way out occurs because of
the belief that there is one "who needs a way out." If I show them that
what they are has no need of anything, and that there is no necessity
to leave what they already are, they may directly see that whatever
they cognize is not what they are. Without the absolute perceiver
nothing would be present. Even the relative perceiver, the person, is
part of the act of perception. The ideas of a perceiver, the act of
perceiving, and the object perceived is only just a part of this
realization. Although the unfolding is a functioning of the Self, the
Self is always absolute stillness and is untouched by any unfolding.
Ultimately, there is no unfolding of anything, even this is a concept.
Ramana Maharshi said that you use one concept to remove another
concept, and then both are discarded. All of this is just to see that
what you are is not a concept. And this absolute experience is seen
when you are in total emptiness; then there is no second. When there is
nothing to perceive, what remains is still what you are. In this total
emptiness, it is not possible to say if you are or you are not. So you
exist even without an idea or perception of anything. You remain what
you are even when the sensation of being "you" no longer exists.
Q: To see this is a huge step, a profound shift in perspective.
K: When you see that nothing has ever happened, there are no more
steps. You are what you always have been and always will be; the rest
is just lila-a theatrical play. The Self doesn't depend on anything.
Whether or not you see the Self as the source of everything holds no
advantage for the Self, since it neither realizes nor becomes ignorant
of anything. Becoming clear on a particular point is meaningless when
you are clarity itself. So, in this way, you are worth nothing.
Q: The Self is pretty mean. First, it creates people worth nothing, and
then these people feel they are suffering. And the Self is having fun
all the time.
K: The Self is not the caretaker of what unfolds. The Self is as it is,
and is perfect in itself. It is the absence of all ideas of what the
Self is or is not that brings perfect happiness and contentment. Always
come back to the following point: Be prior to that which exists in
time. See that what you are cannot be touched by what is perceived by
any of the senses.
Q: Are you speaking about pure awareness without any object?
K: Awareness is the first unfolding; it's a sense of self which is
aware of existence. So there is a self being aware of its separateness.
In this way, awareness is already part of separation.
Q: Because awareness is already a function of the Self?
K: Exactly. It's part of the functioning but it is not that which is
functioning. You may call it the source of the "I am," which is the
source of "I am Karl," but you can only truly rest when you see that
whatever you define cannot be what you are. Just as the eye cannot see
itself, the absolute definer cannot define what the definer is. What
you are can't avoid resting in "what is," nor can it rest in something
else, because Self is all there is. And you cannot escape because all
there is is Self-wherever you may go, you will already be present.
Whether you stay still or move about, no one moves and no one stays
still. Just see the totality of what you are, even in the world of time
and space. This totality is all there is. The unfolding of the Absolute
is as absolute as that which is unfolding. Even this image called "me,"
which pops up in the morning and goes down in the evening, is without
any need of realization. As long as you believe you are this image, as
long as this "I"-thought is your reality, the Self is only an idea. It
is consciousness looking for the Self.
Q: As long as we consider ourselves to be a person trapped in time,
there will always be trouble.
K: And there is no way out of it.
Q: Do you mean that the identified consciousness will be always exist?
K: Exactly. It will always be there because identified consciousness
(consciousness imagining itself limited to an object) is part of the
infinite.
Q: But that which exists in time doesn't look at it this way.
K: That which is in time never looked because there is no time and
therefore nothing to be in time. Only the Self looks. It doesn't matter
how the Self looks: from in time, out of time, or prior to time. The
Self perceives, and what it perceives is only the Self, because the
Self is all there is.
Q: But for perception time is necessary!
K: Time comes out of the idea of a "me." All of these ideas are only
part of the unfolding of the totality, the Self. Even though you may
perceive what seems to be finite time, and it appears to come and go,
it doesn't mean that it exists in something finite like time.
Q: What about suffering? The Buddha said there is an end to suffering.
K: Look for the beginning of suffering. When you can find the
beginning, then you may be able to find the end of suffering. Did
suffering ever start? For suffering to be present there would need a
sufferer, so look for the sufferer first. As long as you look for the
"end" of suffering, there will continue to be a sufferer. The sense of
"I am" brings with it a sufferer-maybe not suffering-but at any moment,
without attention, it can go back to suffering. So the only way is to
annihilate the idea of a sufferer. When the sufferer is annihilated,
where is the suffering? The total annihilation of the sufferer can only
take place when you really see what you are-when you perceive yourself
as that, without beginning and without end. When this manifestation is
seen to be only the Self, there is absolute annihilation of the sense
of separation, of existing as a separate self.
Q: What is the difference between the experienced seeker who may listen
to talks like these for fifty years and the butcher who is not
interested in this subject, but just wants to make lots of money, have
a nice house, and simply be happy?
K: Good steaks, good Schnitzel! Yes, both want to be happy, absolutely
happy. Due to the ignorance of what they already are, they both
strive-as consciousness-for absolute happiness. The idea of separation
holds within it a sense of imperfection, which drives both of these
people to look for perfection, not knowing that they are absolute
perfection itself. So, both the butcher and the seeker are
consciousness looking for satisfaction. There is no difference.
Q: But doesn't it help to hear you say this for a period of years? What
advice would you give to the sincere seeker who devotes his or her life
to the pursuit of enlightenment?
K: Imagine that there is somebody who could be helped and that there is
one to do the helping. That would be hell. Don't listen to anybody, not
even to yourself. Whatever you perceive cannot be what you are.
Whatever you have understood you can forget. And the belief in an
entity that can "become clear" is not what you are.
Q: But there is the idea that slowly, there is less and less ego.
K: Less ego; more ego. What can disappear can surely appear again. The
ego which goes may return sooner or later. First, see what actually
appears and if that appearance is real. Then, who cares about an
appearance? This is the main question to ask, not what comes and goes.
How stupid to care about an appearance. This is ignorance of the Self,
the belief in a separate self, which takes an appearance as real.
Q: What about all of the ideas of purity: to live a pure life and
strive for goodness like the Bodhisattva?
K: It's all "Dharma-keeping." It keeps the Dharma alive; it keeps the
lila alive.
Q: Is there an advantage to being good?
K: As long as you want to be good, it's an advantage to be good. And as
long as you believe being good will make you happy, then it's better
for you to be good.
Q: But it makes some people happy to be bad.
K: Yes, in the same way. Both come out of the ignorance that you need
something different from what you are now in order to be complete or to
be happy. Just see that what you are is perfect just as it is, and that
ideas of imperfection are merely ideas and cannot touch perfection
itself.
Q: But what if I know that I am "no thing," that I have "no form?"
K: The idea "I am without form," or "I am not," is still within the
realm of separation. "Who" is it that has no form but still needs one?
Just see that what exists in "no-form" also exists in form. I am still
the same either with form or without form. Without the sense of
difference, without the sense of separation, it is all complete. You do
not require any special circumstance. That which you are exists in any
and every circumstance. The circumstances we call birth or death can
never touch you. You are prior to the sensation of birth and death.
What you are existed before this body was born. See that you are total
compassion, that nothing happens to you, that whatever arises, is
because you are. There is no difference between this eye looking at
something or the other eye; you are the infinite eye, which looks from
infinite angles into what you are. You are the infinite perception
which perceives only Self-information. The main thing to see is that
there is no need for a way out. And in this resignation-that you are
the essence or substratum of what is- there is no way out because you
are the very source of what is. Only then is there peace.
Interview
F:
Was meinst du mit dem Wort „Realisation“? Die
meisten Menschen halten es für so etwas wie ein Verstehen.
K: Schau dir einfach mal nebeneinander die Wörter
„real“ und
„Realisation“ an. Es ist das Reale (Wirkliche) und
auch die Entfaltung
des Realen innerhalb von Zeit und Raum.
F: Ist Realisation etwas, das sich früher oder später
zu erkennen gibt,
oder sind Voraussetzungen für die Realisation notwendig?*
K: Gibt es je einen Moment in der Zeit, in dem das Selbst nicht
realisiert ist? Das, wofür du dich hältst, wird
niemals realisiert
werden. Wie kann eine Vorstellung oder ein Objekt realisiert werden?
Realisation bedeutet hier, dass Bewusstsein, das einmal mit einem
Objekt identifiziert war, grenzenlos wird; es wird sich dessen bewusst,
Bewusstsein zu sein. Doch das Selbst ist niemals erleuchtet oder
unerleuchtet. Es ist immer vor allen Vorstellungen von Erleuchtung oder
Nicht-Erleuchtung, egal was du darüber sagst. Alles was du
darüber
sagen kannst, ist ein Konzept.
F: Gibt es einen Unterschied zwischen deinem Leben jetzt und vor deiner
Realisation?
K: Es gibt „niemanden“, der jemals etwas realisiert
hat, noch nicht
einmal Karl, der Teil dieser Realisation ist. Vielleicht meinst du die
letztendliche Resignation, die absolute Resignation – wenn
man voller
Verlangen, sich verbessern oder verändern zu wollen, wirklich
sieht,
dass es weder jetzt noch sonst irgendwann einen Ausweg aus dem gibt,
was man ist. Du kannst niemals zu dem werden, was du bereits bist! Es
ist nichts, was „passieren“ kann, es ist einfach
ein „Aha“ – ein Sehen,
dass du das, was du bist, immer warst und immer sein wirst. Was du
bist, ist außerhalb der Zeit. Zeit existiert wegen dir; sie
reflektiert
lediglich das, was du bist.
F: Das ist wie das letzte Ausatmen, der letzte Atemzug des Ego.
K: Es gab niemals ein Ego, das atmete. Es gibt keinen
„letzten“
Atemzug, weil es nie einen „ersten“ Atemzug gab.
Mach keinen Vorgang
daraus. Es gibt keinen Vorgang. Du siehst einfach, dass was du bist,
das einzig Wirkliche ist, und dass es nie von einer Wahrnehmung
berührt
war. Das ist nichts neues. Es ist uralt und unendlich. Nur das:
„Aha,
oh, Unendlichkeit“ – und alles, was es gibt, ist
das Unendliche, und
das ist weder eine Erfahrung noch ein Ereignis.
F: Die gängige Vorstellung des Menschen ist: „Ich
bin bewusst. Eine
meiner Eigenschaften ist Bewusstsein.“ Aus dieser Vorstellung
eines
„Eigentümers“ entsteht also die
Vorstellung, Bewusstsein zu besitzen?
K: Das geschieht aufgrund des Gefühls der Trennung. Was daraus
folgt
ist das Gefühl, eine getrennte Person zu sein, was genauso
falsch ist.
Du willst sagen „Bewusstsein spielt die Rolle einer Person,
doch es
gibt keine Person, die ein Bewusstsein
‚besitzt‘“. Wenn es überhaupt
irgendeinen Besitz gibt, dann höchstens das Bewusstsein, das
eine
Person „besitzt“, weil es die Rolle einer Person
spielt.
F: Also erschafft das Bewusstsein ein Bild.
K: Es gibt keinen Schöpfer und keine Schöpfung. Es
gibt nur das eine
Selbst, und die Entfaltung des Selbst ist eine unendliche Entfaltung.
Weil es nichts außerhalb des Selbst gibt, kann es keinen
separaten
Schöpfer und keine separate Schöpfung geben. Aus
dieser Entfaltung
heraus wird das „Ich“ als Gewahrsein zum Gedanken
„Ich bin“; und aus
dem Gedanken „Ich bin“ entsteht das Gefühl
„Ich bin ein Objekt
innerhalb der Zeit“. All dies ist Teil der Selbstentfaltung.
F: Du sprichst anscheinend von drei Ebenen: dem
„Ich“, dem „Ich bin“ und dem
„Ich bin das“.
K: Das ist bloß ein Konzept. Das einzige, was nicht
konzeptuell ist,
ist das Selbst. Mit Konzepten kannst du die Dinge aus unendlich vielen
Blickwinkeln betrachten und dabei neue und andere Konzepte erfinden.
Das bedarf keiner Erklärung! Es geht nur ums Sehen: darum, auf
den Kern
hinzuweisen, zu sehen, dass nur das Selbst die Wirklichkeit ist. Und
diese Wirklichkeit ist vor allen Vorstellungen von Existenz oder
Nichtexistenz. Jede Vorstellung, die auftaucht, ist Fiktion. Das, was
vor der Fiktion, vor den Vorstellungen liegt, ist das, was du bist. Ein
Konzept durch ein anderes Konzept zu ersetzen, um ein
„klares“ Konzept
zu bekommen, bringt keinerlei Vorteil. Das hat nichts mit Verstehen zu
tun. Wir unterhalten uns hier über das, was du bist, und das
erfordert
kein Verstehen oder Wissen darüber, wie es funktioniert. Sieh
einfach!
Das Selbst ist alles, und was auch geschieht findet nur im Selbst und
durch das Selbst statt.
F: Aber die Leute kommen hierher, weil sie verstehen wollen, aus der
Geschichte herausfinden wollen, etwas realisieren wollen.
K: Die Leute kommen, um einen Ausweg zu finden und ich zeige ihnen,
dass es keinen Ausweg gibt. Sie kommen vielleicht, um zu sehen, dass
die Vorstellung von einem Ausweg bei ihnen auftaucht, weil sie glauben,
dass es jemanden gibt, der einen Ausweg benötigt. Wenn ich
ihnen zeige,
dass das, was sie sind, überhaupt nichts braucht, und dass
keinerlei
Notwendigkeit besteht, das zu verlassen, was sie bereits sind, sehen
sie vielleicht auf dem direkten Weg, dass alles, was sie wahrnehmen,
nicht sie selbst sind. Ohne den absoluten Wahrnehmenden wäre
nichts
anwesend. Selbst der relative Wahrnehmende, die Person, ist Teil der
Wahrnehmung. Die Vorstellungen von einem Wahrnehmenden, dem Vorgang der
Wahrnehmung und dem wahrgenommenen Objekt sind nur ein Teil dieser
Realisation. Obwohl die Entfaltung eine Funktion des Selbst ist, ist
das Selbst stets absolute Stille und von jeglicher Entfaltung
unberührt. Letztlich gibt es keine Entfaltung von irgendetwas,
selbst
das ist ein Konzept. Ramana Maharshi sagte, dass man ein Konzept dazu
verwendet, um ein anderes Konzept zu beseitigen, und dann werden beide
verworfen. All das dient nur dem Zweck, zu erkennen, dass was du bist,
kein Konzept ist. Und diese absolute Erfahrung wird gesehen, wenn du in
totaler Leerheit bist. Dann gibt es kein Zweites. Wenn es nichts
wahrzunehmen gibt, ist das, was bleibt, immer noch das, was du bist. In
dieser totalen Leerheit ist es nicht möglich zu sagen, ob du
bist oder
nicht. Daher existierst du sogar ohne eine Vorstellung oder
Wahrnehmung. Du bleibst was du bist, selbst wenn dieses Gefühl
eines
„Ich“ nicht mehr existiert.
F: Das zu sehen ist ein großer Schritt, ein tiefgreifender
Perspektivwechsel.
K: Wenn du siehst, dass niemals etwas geschehen ist, gibt es keine
Schritte mehr. Du bist, was du immer gewesen bist und immer sein wirst.
Der Rest ist einfach Leela – ein Theaterstück. Das
Selbst hängt von
nichts ab. Ob du das Selbst als Quelle von allem siehst oder nicht, hat
für das Selbst keinerlei Nutzen, da es weder etwas realisiert
noch
ignoriert. Sich an einem bestimmten Punkt über etwas klar zu
werden ist
bedeutungslos, wenn du selbst Klarheit bist. In diesem Sinne bist du
nichts wert.
F: Das Selbst ist ziemlich gemein. Zuerst erschafft es Menschen, die
nichts wert sind und dann fühlen diese Menschen, dass sie
leiden. Und
das Selbst hat die ganze Zeit seinen Spaß.
K: Das Selbst ist nicht der Verwalter dessen, was sich entfaltet. Das
Selbst ist wie es ist, und es ist in sich vollkommen. Es ist die
Abwesenheit aller Vorstellungen darüber, was das Selbst ist
oder nicht
ist, und diese Abwesenheit ist vollkommenes Glück und
Zufriedenheit.
Komme immer auf den folgenden Punkt zurück: Sei vor dem, was
in der
Zeit existiert. Sieh, dass du von dem, was von den Sinnen wahrgenommen
wird, nicht berührt werden kannst.
F: Sprichst du von reinem Gewahrsein ohne Objekt?
K: Gewahrsein ist die erste Entfaltung; sie ist ein Gefühl des
Selbst,
das sich der Existenz gewahr ist. Also gibt es ein Selbst, das sich
seiner Getrenntheit gewahr ist. Auf diese Weise ist Gewahrsein bereits
Teil der Trennung.
F: Weil Gewahrsein bereits eine Funktion des Selbst ist?
K: Genau. Es ist Teil der Funktion, doch es ist nicht das, was
funktioniert. Du kannst es die Quelle des „Ich bin“
nennen, das die
Quelle von „Ich bin Karl“ ist, doch du kannst nur
wirklich zur Ruhe
kommen, wenn du siehst, dass alles, was du definierst, nicht das sein
kann, was du bist. So wie sich das Auge selbst nicht sehen kann, kann
der absolute Definierer nicht definieren, was der Definierer ist. Was
du bist kann gar nicht umhin, in dem zu ruhen, „Was
ist“, und kann auch
in nichts anderem ruhen, weil das Selbst alles ist, was ist. Und du
kannst ihm nicht entkommen, weil alles das Selbst ist – wo
auch immer
du hingehst bewegt sich niemand und niemand steht still. Sieh einfach
die Totalität dessen, was du bist, selbst in der Welt von Zeit
und
Raum. Die Totalität ist alles, was ist. Die Entfaltung des
Absoluten
ist so absolut wie das, was sich entfaltet. Selbst dieses Bild, dass
sich „Ich“ nennt, das morgens auftaucht und abends
wieder verschwindet,
braucht keine Realisation. Solange du glaubst, dass du dieses Bild
bist, solange dieser „Ich“-Gedanke deine
Realität ist, ist das Selbst
nur eine Vorstellung. Es ist Bewusstsein, das das Selbst sucht.
F: Solange wir uns für eine Person halten, die in der Zeit
gefangen ist, wird es immer Schwierigkeiten geben.
K: Und es gibt keinen Ausweg.
F: Meinst du, dass das identifizierte Bewusstsein immer existieren wird?
K: Genau. Das wird es immer geben, weil identifiziertes Bewusstsein
(Bewusstsein, das sich selbst einbildet, auf ein Objekt
beschränkt zu
sein) Teil des Unendlichen ist.
F: Doch was in der Zeit existiert, sieht das nicht so.
K: Was in der Zeit ist, sieht niemals, weil es keine Zeit und daher
auch nichts innerhalb der Zeit gibt. Nur das Selbst sieht. Es spielt
keine Rolle, wie das Selbst sieht: in der Zeit, aus der Zeit heraus,
oder vor der Zeit. Das Selbst nimmt wahr, und was es wahrnimmt ist nur
das Selbst, weil das Selbst alles ist, was es gibt.
F: Doch Wahrnehmung erfordert Zeit!
K: Zeit entsteht aus der Vorstellung eines „Ich“.
All diese
Vorstellungen sind nur Teil der Entfaltung der Totalität, des
Selbst.
Auch wenn du das wahrnimmst, was als begrenzte Zeit erscheint, und was
scheinbar entsteht und vergeht, bedeutet das nicht, dass es in etwas
Endlichem wie der Zeit existiert.
F: Wie ist das mit dem Leiden? Der Buddha sagte, es gibt ein Ende des
Leidens.
K: Suche den Anfang des Leidens. Wenn du den Anfang finden kannst, dann
bist du vielleicht in der Lage dazu, das Ende des Leidens zu finden.
Hat Leiden jemals angefangen? Damit Leiden anwesend sein kann, braucht
es einen Leidenden, also suche zuerst nach dem Leidenden. Solange du
das „Ende“ des Leidens suchst, wird es auch
weiterhin einen Leidenden
geben. Das Gefühl von „Ich bin“ bringt
einen Leidenden mit sich –
vielleicht nicht Leiden – doch in jedem Moment ohne
Aufmerksamkeit kann
es zum Leiden kommen. Daher ist der einzige Weg, die Vorstellung eines
Leidenden auszulöschen. Wenn der Leidende erloschen ist, wo
ist das
Leiden? Das völlige Erlöschen des Leidenden kann nur
stattfinden, wenn
du wirklich siehst, was du bist – wenn du dich selbst als das
wahrnimmst, ohne Anfang und ohne Ende. Wenn diese Manifestation als
nichts anderes als das Selbst gesehen wird, kommt es zum absoluten
Erlöschen des Gefühls der Trennung, des
Gefühls, als separates Selbst
zu existieren.
F: Was ist der Unterschied zwischen dem erfahrenen Sucher, der
vielleicht schon seit fünfzig Jahren Gesprächen wie
diesem zuhört, und
dem Metzger, der nicht an diesem Thema interessiert ist, sondern viel
Geld verdienen, ein nettes Haus haben und einfach glücklich
sein will?
K: Gute Steaks, gutes Schnitzel! Ja, beide wollen glücklich
sein,
absolut glücklich. Aufgrund der Unwissenheit darüber,
was sie bereits
sind, streben sie – als Bewusstsein – nach
absolutem Glück. Die
Vorstellung der Trennung geht mit einem Gefühl der
Unvollkommenheit
einher, das alle beide dazu treibt, nach Vollkommenheit zu suchen,
nicht wissend, dass sie die absolute Vollkommenheit selbst sind.
Deshalb sind sowohl der Metzger als auch der Sucher Bewusstsein, das
nach Befriedigung sucht. Da gibt es keinen Unterschied.
F: Doch hilft es nicht, wenn man dir über den Zeitraum von
mehreren
Jahren immer wieder zuhört? Welchen Rat würdest du
dem aufrichtigen
Sucher geben, der sein oder ihr Leben dem Streben nach Erleuchtung
widmet?
K: Stelle dir vor, es gäbe jemanden, dem geholfen werden
könnte und
jemanden, der helfen könnte. Das wäre die
Hölle. Höre niemandem zu,
noch nicht einmal dir selbst. Alles, was du wahrnimmst, kannst nicht du
sein. Alles, was du verstanden hast, kannst du wieder vergessen. Und
der Glaube an ein Wesen, das sich über etwas „klar
werden“ kann, ist
nicht das, was du bist.
F: Aber es gibt die Ansicht, dass das Ego langsam und graduell immer
weniger wird.
K: Weniger Ego, mehr Ego. Was verschwinden kann, kann sicher auch
wieder auftauchen. Das Ego, das verschwindet, kommt vielleicht
früher
oder später zurück. Schau zuerst, was wirklich
erscheint und ob diese
Erscheinung real ist. Dann: Wen kümmert eine Erscheinung? Das
ist die
wichtigste Frage, die gestellt werden sollte, und nicht die Frage
danach, was kommt und geht. Wie unsinnig, sich um eine Erscheinung zu
kümmern. Das ist Unwissenheit, der Glaube an ein separates
Selbst, das
eine Erscheinung für wirklich hält.
F: Was hat es mit den Vorstellungen der Reinheit auf sich: ein reines
Leben zu leben und nach Güte zu streben wie der Bodhisattva?
K: Das ist die Erhaltung des Dharma. Es hält den Dharma am
Leben. Es erhält Leela am Leben.
F: Ist es von Vorteil, gut zu sein?
K: Solange du gut sein willst, ist es ein Vorteil, gut zu sein. Und
solange du glaubst, dass Gutsein dich glücklich macht, dann
ist es
besser für dich, gut zu sein.
F: Doch es macht einige Menschen verrückt, böse zu
sein.
K: Ja, auf die selbe Weise. Beides stammt aus der Unwissenheit, dass
man etwas anderes braucht als das, was man ist, um vollständig
oder
glücklich zu sein. Sieh einfach, dass was du bist vollkommen
ist so wie
es ist, und dass Vorstellungen von Unvollkommenheit lediglich
Vorstellungen sind und Vollkommenheit als solche nicht
berühren können.
F: Doch wenn ich nun weiß, dass ich „kein
Ding“ bin, dass ich „keine Form“ habe?
K: Die Vorstellung „Ich bin ohne Form“ oder
„Ich bin nicht“ erfolgt
immer noch innerhalb des Bereichs der Trennung.
„Wer“ ist es, der keine
Form hat, jedoch eine braucht? Sieh einfach, dass das, was in der
„Nicht-Form“ existiert, auch in der Form existiert.
Ich bin immer noch
der selbe, ob mit Form oder ohne Form. Ohne das Gefühl der
Verschiedenheit, ohne das Gefühl der Trennung, ist alles
vollständig.
Du benötigst keine besonderen Zustände. Was du bist,
existiert in jedem
Zustand. Die Zustände, die wir Geburt oder Tod nennen,
können dich
niemals berühren. Du bist vor dem Gefühl von Geburt
und Tod. Was du
bist, existierte, bevor dieser Körper geboren wurde. Sieh,
dass du
totales Mitgefühl bist, dass dir nichts passiert, dass alles,
was
erscheint, deshalb ist, weil du bist. Es gibt keinen Unterschied
zwischen diesem Auge, das auf etwas schaut, und dem anderen Auge; du
bist das unendliche Auge, das aus verschiedenen Blickwinkeln in das
hineinschaut, was du bist. Du bist die unendliche Wahrnehmung, die nur
Selbst-Information wahrnimmt. Das Wichtigste, das es zu erkennen gibt,
ist, dass keine Notwendigkeit für einen Ausweg besteht. Und in
dieser
Resignation – dass du die Essenz oder die Substanz all dessen
bist, was
ist – gibt es keinen Ausweg, weil du die Quelle dessen bist,
was ist.
Nur dann kommt es zu Frieden.
*) Dieser Satz war für mich am kniffligsten. "precursor" ist
üblicherweise ein "Vorbote" oder ein "Anzeichen". Kann jedoch
auch
"Vorbedingung" oder "Voraussetzung" heißen (allerdings nur im
biologischen Sinne). Ich weiß nicht genau, worauf die Frage
abzielt.
Ich hab's mal so stehen lassen, und in dieser Bedeutung geht die Frage
in die Richtung "Muß ich etwas für die Realisation
tun?"
Was wir als Wirklichkeit wahrnehmen, ist unsere Erfindung. Heinz von Foerster
Milarepas Gesang der zwölf Täuschungen
Warum sollten wir uns mit Täuschungen befassen? Reicht es nicht, wenn wir einfach im reinen Bewusstsein ruhen? Das erwähnt ja auch Milarepa im letzten Vers. Schließlich sind seine Zeilen auch mit schwarzer Tinte, zumindest in Pixeln auf den Monitor gezeichnet. Singt Milarepa nicht in seiner Zeit, der brahmanischen körper- und weltabgewandten Epoche? Solche Fragen mögen sich bei der Lektüre einstellen.
Täuschungen der Selbst-und Weltwahrnehmung sind die unvermeidlichen Schatten unserer Erkenntnis. Sie sind sozusagen eingebaut in unsere gewöhnliche Weltsicht. Wie aber könnten wir im Bewusstsein (Bewussten Sein) ruhen , ohne Kenntnis unserer selbsterzeugten Täuschungen! Wir können nichts unternehmen, um diese Täuschungen loszuwerden. Jeder Versuch würde ja nur eine weitere Schicht von Irrtum auflagern.
Vermutlich können wir nicht mehr beitragen, als Täuschungen anzuerkennen und zu respektieren. Etwa so, wie in einem wartenden Zug die Täuschung auftreten mag, dass er schon fahre, wenn sich auf dem Nachbargleis ein anderer Zug in Bewegung setzt. Einen Augenblick lang ist die Täuschung perfekt. Doch dann fliegt uns ein leichtes Schwindelgefühl an. Das Wahrnehmungssystem stellt sich in Sekundenbruchteilen um auf die Tatsache, dass unser Zug steht, wie ein Fels. Wir wissen nicht, was den Sichtwechsel in Gang brachte, unser zweifelndes Interesse war jedoch notwendig.
Hören wir den Meisteryogi!
Gesang der zwölf Täuschungen
Weltliche Dinge sind alle trügerisch; So suche ich die Göttliche Wahrheit.
Aufgeregtheiten und Ablenkungen sind Illusionen; So meditiere ich über die Nichtduale Wahrheit.
Weggenossen und Bedienstete sind trügerisch; So bleibe ich in Einsamkeit.
Geld und Besitz sind ebenso trügerisch; So ich sie denn habe, gebe ich sie weg.
Dinge der äußeren Welt sind alle Illusion; Den Inneren Geist betrachte ich.
Wandernde Gedanken sind alle trügerisch; So schreite ich nur auf dem Pfad der Weisheit.
Trügerisch sind die Lehren der nützlichen Wahrheit; Auf die Letzte Wahrheit meditiere ich.
Bücher, mit schwarzer Tinte geschrieben, führen alle in die Irre; Ich meditiere nur über die Kernanweisungen der Geflüsterten Überliefeung.
Worte und Sprüche sind auch nur Illusion; Entspannt lasse ich meinen Geist ruhen im mühelosen Zustand.
Geburt und Tod sind beide Illusionen; Ich beachte nur die Wahrheit des Nicht-Entstehens.
Der gewöhliche Geist ist in jeder Hinsicht irreführend; Und so übe ich das Erwecken der Bewusstheit.
Die Übung der Geisteskontrolle ist irreführend und trügerisch; Und so ruhe ich im Reich der Wirklichkeit.
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Nichtduale Highlights # 24 1. Januar 2005 Editor: Hans Schulz Eine faszinierende Textstelle aus den Upanischaden. Der berühmte Dialog von Nachiketas mit Yama, dem Herrn des Totenreichs. Es folgen die letzten 18 Verse der Katha-Upanischade.
Katha Upanishad
1.Er gleicht einem unvergänglichen Feigenbaum, dessen Wurzeln nach oben und dessen Zweige nach unten wachsen. Er wird das Reine, das Brahman, das Unsterbliche genannt. In ihm ruhen alle Welten. Niemand und nichts übertrifft ihn. - Wahrlich, dieser ist Das.
2. Alles, was es gibt, diese ganze Welt, ist aus dem Prana, der feinstofflichen Lebensenergie, hervorgegangen und vibriert darin. Sie ist das, was man bei großer Angst spürt. Wie ein Blitz leuchtet sie auf. Wer das erkennt, der wird unsterblich.
3. Aus Furcht vor ihm brennt das Feuer, aus Furcht vor ihm scheint die Sonne, aus Furcht vor ihm eilen Indra, Vayu und selbst der Gott des Todes dahin.
4. Wer hier in diesem Leben nicht vor dem Verfall seines Körpers zu dieser Erkenntnis erwacht, der wird sich in diesen irdischen Welten erneut verkörpern.1
5. Wie in einem Spiegel kann man sich im Atman erkennen. Die Welt der Vorfahren existiert nur wie ein Traum. Die Welt der himmlischen Wesen gleicht einem Spiegelbild im Wasser. Die Welt des Brahman verhält sich zur materiellen Welt wie Licht zum Schatten.
6. Wer erkannt hat, wie die einzelnen sinnlichen Wahrnehmungen entstehen, vergehen und getrennt voneinander bestehen, der ist weise und sorgt sich nicht mehr.
7. Weiter als die Sinne reichen die Gedanken, und die Wirklichkeit übersteigt unser Denken. Der große Atman ist umfassender als die Wirklichkeit, und umfassender als dieses Große ist das Höchste, das sich auf gar keine Art manifestiert.
8. Umfassender noch als dieses ist der Purusha, das reine Bewusstsein. Er ist überall vorhanden und zeigt sich nirgends. Hat ein Mensch ihn erkannt, so wird er befreit und erlangt Unsterblichkeit.
9. Seine Gestalt ist unsichtbar. Auch mit dem inneren Auge kann ihn keiner sehen. Nur wer mit seinem Herzen, seinem Intellekt, seinem Denken und Fühlen bereit ist, der kann ihn erkennen. Und der ist dann unsterblich.
10. Wenn die fünf Sinne ruhen, die Gedanken und Gefühle still geworden sind und auch der Intellekt nach nichts mehr strebt, das nennt man den höchsten Zustand.
11. Diesen Zustand, in dem man die Sinne vollkommen beherrscht, nennt man auch Yoga. Man ist dann aber nicht etwa gleichgültig, sondern Yoga bedeutet, dass das eine vergeht und etwas Neues entsteht.
12. Nicht mit Worten, nicht mit Gedanken und auch nicht mit dem inneren Auge kann man ihn erlangen, sondern nur mit der unmittelbaren Gewissheit: "Er ist!" Anders kann man ihn nicht erfassen.
13. "Er ist!" Allein durch diese Gewissheit muss man ihn als die wahre Natur von beidem erfassen. Denn bei jedem Gegensatzpaar ist es derselbe Atman, der sich auf zwei Arten offenbart. "Er ist!" Wer ihn durch diese Gewissheit erfasst hat, dem offenbart sich seine wahre Natur als ein Akt seiner Gnade.
14. Ist ein Mensch von all seinen Wünschen, die in seinem Herzen wohnen, befreit, dann ist aus dem Sterblichen ein Unsterblicher geworden, und er hat schon hier in dieser Welt das Brahman erlangt.
15. Sind alle Knoten im Herzen eines Menschen durchtrennt, dann ist aus dem Sterblichen ein Unsterblicher geworden. So weit geht diese Lehre.
16. Nach anderen Lehren kommen aus dem Herzen des Menschen hunderteins subtile Adern, und eine von diesen führt geradewegs hinauf in den Kopf. Über sie gelangt man zur Unsterblichkeit. Die anderen führen in alle möglichen Richtungen nach außen.
17. Daumengroß ist der Purusha, das reine Bewusstsein, und lebt im Inneren des Atman. Bis in alle Ewigkeit weilt er im Herzen der Menschen. Den soll man mit ruhiger Beharrlichkeit aus seinem eigenen Körper herausziehen wie einen Grashalm aus seiner Hülle. Erkenne ihn als das Reine, das Unsterbliche. Erkenne ihn als das Reine, das Unsterbliche.
18. So verkündete der Gott des Todes dieses Wissen und die Methoden des Yoga. Nachiketas aber hatte alles das vollkommen erfasst, das Brahman gefunden und war dadurch makellos und unsterblich geworden. Und das passiert mit jedem, der auf diese Weise seinen eigenen Atman erkennt. 2
om saha navavatu saha nau bhunaktu saha viryam karavavahai tejasvinavadhitamastu ma vidvishavahai
om shantih shantih shantih
Om! Möge Er uns beide beschützen [Schüler und Lehrer]; Möge Er sich über uns beide freuen; Mögen wir in Mut zusammensein; Möge spirituelles Wissen vor uns aufleuchten. Mögen wir niemanden hassen.
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Nichtduale Highlights # 23 1. Oktober 2005 Editor: Hans Schulz
Tilopa, Gesang vom Mahamudra
Der Mahamudra-Gesang Tilopas gehört wohl zu den berühmtesten Überlieferungen des tibetischen Buddhismus. In der Tat geht von diesem recht kurzen Text eine besondere Kraft aus. Über die Jahrhunderte hat er nichts von seiner Frische undAktualität eingebüßt. Die Aussagen und Bilder inspirieren und kommen auf den Punkt. Leicht glaubt man daher, beim ersten Lesen die Botschaft schon erfasst zuhaben. Ist das aber so? Ich glaube nicht. Aus diesem Grund habe ich aus einem nicht so bekanntenMahamudra-Handbuch Zitate ausgesucht und mit Tilopas Gesang verlinkt.
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Nichtduale Highlights # 22 17. Juli 2005 Editor: Hans Schulz Die rätselhaften Texte von Nag Hammadi, die 1946 in Oberägypten gefunden wurden, laden zu allerlei Spekulationen ein über Herkunft, Intention, Entstehung und Verbreitung. Jedoch, die Texte sprechen auch für sich selbst. Zwei Beispiele werden zitiert. Das Internet birgt eine Fülle von Hinweisen und Texten aus der Zeit der frühen Christen. Suchwörter z.B.: Gnosis, Nag Hammadi, Thomas-Evangelium... Eine deutsche Version des Thomas-Evangeliums wird durch Klick auf das Mosaik aufgerufen.
Koptische Texte aus den Nag Hammandi-Funden:
Monoismus sagt: Lass die Suche nach Gott und der Schöpfung und anderen Dingen ähnlicher Art hinter dir. Suche nach Ihm, indem du dich selbst zum Ausgangspunkt nimmst. Erkenne, wer es in dir ist, der alles sich zu eigen macht und spricht: "Mein Gott, mein Geist, mein Gedanke, meine Seele, mein Körper." Erkenne die Ursachen von Sorge, Freude, Liebe, Hass, .. Wenn du diese Dinge sorgfältig untersuchst, wirst du Ihn in dir finden. ..
Monoimus says: Abandon the search for God and the creation and other matters of a similar sort. Look for him by taking yourself as the starting point. Learn who it is within you who makes everything his own and says, "My God, my mind, my thought, my soul, my body." Learn the sources of sorrow:, joy, love, hate . . . If you carefully investigate these matters you will find him in yourself.
Ich bin die erste und die letzte. Ich bin die Ehrenvolle und die Verachtete. Ich bin die Hure und die Heilige. Ich bin das Weib und die Jungfrau... Ich bin die Unfruchtbare und viele sind ihre Söhne... Ich bin die unergründliche Stille... Ich bin das Klang meines Namens.
Siehe dazu eine vollständige deutsche Übersetzung: Ich Bin Rede
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Nichtduale Highlights # 21 30. Mai 2005 Editor: Hans Schulz
Während der denkende Geist sich im Körper zentriert und Bewusstsein im Geist, verbleibt das Gewahrsein unberührt und unerschüttert. Es ist leuchtend, still, friedvoll, wach und unerschrocken, frei von Bedürfnissen und Furcht. Meditiere über es als dein wahres Sein, versuche während des täglichen Lebens in ihm zu verweilen und du wirst seine Fülle erkennen. Der Geist interessiert sich für das, was passiert, während Gewahrsein am Geist selbst interessiert ist. Das Kind befasst sich mit dem Spielzeug, aber die Mutter hat das Kind im Auge, nicht das Spielzeug.
Nisargadatta Maharaj
Während du deinem Leben nachgehst, schenke der äußeren Welt und deinem Geist nicht 100 Prozent deiner Aufmerksamkeit. Bewahre etwas davon in dir. Fühle den innneren Körper auch während du täglichen Dingen nachgehst, besonders, wenn du dich mit Beziehungen oder der Natur befasst. Fühle die Stille tief innen, halte das Tor offen.
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Nichtduale Highlights # 20 11. Mai 2005 Editor: Hans Schulz
Diese Ausgabe enthält zwei von mir übersetzte Texte: Ein Gedicht von Hafiz von der Website Panhala und einen Textausschnitt von David Loy. Er wird hervorragend dargestellt auf der Website von Munish B. Schiekel. Einge Begriffe, wie etwa "symbolische Selbst-Bestätigung" und "Ersatz-Unsterblichkeit" werden im Aufsatz: "Das Vermeiden der Leere: Der Mangel eines Selbst in Psychotherapie und Buddhismus" verständlicher.
Tiny Gods
Some gods say, the tiny ones "I am not here in your vibrant, moist lips That need to beach themselves upon the golden shore of a Naked body."
Some gods say, "I am not the sacred yearning in the unrequited soul; I am not the blushing cheek Of every star and Planet--
I am not the applauding Chef Of those precious sections that can distill The whole mind into a perfect wincing jewel, if only For a moment Nor do I reside in every pile of sweet warm dung Born of earth's Gratuity."
Some gods say, the ones we need to hang, "your mouth is not designed to know His, Love was not born to consume the luminous realms."
Dear ones, Beware of the tiny gods frightened men Create To bring an anesthetic relief To their sad Days.
Winzige Götter
Einige Götter, es sind die winzigen, sagen: "Ich bin nicht zugegen in deinen vibrierenden, feuchten Lippen, die unvermeidlich stranden an der goldenen Küste eines nackten Körpers."
Einige Götter sagen, "Ich bin nicht das heilige Sehnen in der unerhörten Seele; Ich bin nicht die errötende Wange eines jeden Sterns und Planeten--
Ich bin nicht der anfeuernde Chef jener kostbaren Gruppen, die den ganzen Geist destillieren können zu einem vollkommen sich zusammenziehenden Juwel, wenn auch nur für einen Augenblick, auch wohne ich nicht in jedem Haufen süßen, warmen Dungs geboren aus der Großzügigkeit der Erde.."
Einige Götter sagen, und diese müssen wir hängen, "dein Mund ist nicht geschaffen, um Seinen zu kennen, Liebe wurde nicht geboren, um die leuchtenden Sphären zu verschlingen."
Meine Lieben, hütet euch vor den winzigen Göttern, von furchtsamen Menschen erschaffen, um betäubende Erleichterung in ihre traurigen Tage zu bringen.
... Die zweite edle Wahrheit des Buddha identifiziert diese "suchende" Qualität des Geistes als Problem. Weil der Geist beschäftigt ist mit verschiedenen Arten des Greifens , kann er nicht seine formlose Natur erkennen....
Die Lösung für dieses Problem ist einfach aber nicht leicht.. Damit der formlose Geist seine ihm eigene Formlosigkeit und die daraus folgende Freiheit erkennen kann, müssen das durch die Denktätigkeit objektivierte Selbst-Empfinden und all dessen Projektionen in sich zusammenbrechen. Die Schwierigkeit besteht darin, wie man es vermeidet, aus diesem Zusammenbrechen in das Nicht-Suchen nur ein weiteres Ziel zu machen, welches das Ego anstrebt. Genau dies passiert im üblichen spirituellen Dualismus von Praxis als Mittel und Erleuchtung als Ziel. Die spirituelle Suche nicht willkürlich aufzugeben, ist die Alternative, denn der Wert dieser Suche besteht darin, alle Sehnsüchte und Anhaftungen, in die sich der Geist zersplittert hat, aufzugreifen und in einen Wunsch zu bündeln; die Auflösung dieses Wunsches kann alles Suchen beenden. Solange die formlose, ungeborene Natur des Geistes nicht klar verwirklicht wurde und nicht nur begrifflich erfasst, hält die unbewusste Suche nach symbolischer Selbstbestätigung und Ersatz-Unsterblichkeit an, denn die Angst vor Selbstverlust ist nicht völlig überwunden worden. Die einzige echte Lösung für den Geist besteht tatsächlich darin, sein Selbst zu verlieren: alles "loszulassen", mit dem er sich identifiziert hat, in den freien Raum zu fallen und dessen "Leere" zu erkennen. Da der formlose Geist immer formlos war und das Ego kein Ding ist, sondern nur eine bestimmte selbstreflexive Art des Denkens, ist nicht wirklich ein Tod (obwohl es emotional so erscheinen mag), sondern ein "Vergessen", wobei das Selbst-Empfinden sich auflöst.
Sich selbst zu studieren, bedeutet, sich selbst zu vergessen, sagt Dogen, aber "die Menschen fürchten das Vergessen ihres Geistes, weil sie Angst haben, in die Leere zu fallen mit nichts, das ihren Fall beenden würde. Sie wissen nicht, dass die Leere nicht wirklich leer ist, sondern das Reich des wirklichen Dharma" (Huang-po). Nach solch einem Fall bleibt übrig, was immer gewesen ist: ein formloser Geist, der philosophisch objektiviert werden kann als ein "Absolutes", der aber phänomenologisch ein Nichts ist, ein Nichts, das sich selbst nur erfahren kann, insofern es zu dem oder jenem wird, was es frei tun kann, da ihm nichts fehlt. Wenn es erkennt, dass es nichts ist und dass es nichts braucht, steht ihm frei, alles zu suchen.
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Nichtduale Highlights # 19 31. März.2005 Editor: Hans Schulz
Zwei Verse aus der Vijnana Bhairava, übersetzt, kommentiert und herausgegeben von Bettina Bäumer. In der Nummer 11 der Nichtdualen Highlights wurde sie erstmals vorgestellt. Ihre Kommentare erleichtern das Verständnis der konzentrierten Verse enorm. Besonders interessant sind auch die Querverbindungen zu anderen Texten und Kommentaren des Kashmirischen Shaivismus. Bettina Bäumer, Vijñana Bhairava - Das göttliche Bewusstsein; Grafing 2003
nitye nirasraye sunye vyapake kalanojjhite I bahyakase manah krtva nirakasam samaviset II 128
128. Man konzentriere seinen Geist auf den äußeren Raum, der ewig ist, ohne Grundlage, leer, alldurchdringend und frei von Begrenzungen - dann wird man in die Raumlosigkeit absorbiert.
Kommentar:
Die Grenzenlosigkeit des äußeren, leeren Raumes (akasa) ist seit den Upanishaden die nächste erfahrbare Annäherung an das Absolute, Brahman. Die Meditation über die Leere (sunya), die in vielen dharanas beschrieben wird, erhält hier eine äußere Hilfe, ohne die sie zu abstrakt wäre: Wenn man die Immensität des äußeren Raumes betrachtet, kann man alle Eigenschaften des Absoluten finden, wie Leere, Alldurchdringung, Unendlichkeit usw. Wenn man darüber meditiert oder sich geistig darauf konzentriert, wird der Sprung vom Raum in die Raumlosigkeit möglich, d.h. dass man auch die letzte Stütze der Vorstellung, den leeren Raum selber, hinter sich lässt. Die Unendlichkeit des äußeren Raumes ist auch nur ein Bild für das vollkommen freie, leere, grundlagenlose, weiselose Bewusstsein. Die äußere Leere wird dann in die innere Leere absorbiert, der äußere Raum in die innere Raumlosigkeit (nirakasa). Diese wird oft als transzendente Leere (sunyatisunya) bezeichnet.
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yatra yatra mano yati tattat tenaiva tatksanam I arityajyanavasthitya nistarangas tato bhavet 11 129
129. Wo immer sich das Denken hin bewegt, eben dort soll man im selben Augenblick loslassen. Da dem Denken dann die Grundlage entzogen wird, wird es frei von Unruhe.
Kommentar:
Die Unruhe des Denkens besteht darin, ständig von einem Gegenstand zum anderen zu wandern. Das wird hier mit einer Wellenbewegung verglichen, denn der gegenteilige Zustand, wenn das Denken zur Ruhe kommt, wird als "wellenlos" bezeichnet. Die Methode, die dazu führt, ist ein augenblickliches Loslassen des Gegenstands der Betrachtung, ohne zum nächsten überzugehen. Zunächst kann sich das Denken auf irgend etwas richten, doch ohne dabei haften zu bleiben soll es sich davon abwenden. Durch dieses an nichts Haftenbleiben wird dem Geist jede Grundlage entzogen, er kann sich nirgends ausruhen. Wenn er so jede Stütze in irgendeinem Gegenstand verloren hat, erlangt er einen Zustand frei von den Wellen der Unruhe.
Lilian Silburn bezieht diese Übung auch auf ein Eintreten in die Mitte (madhya) zwischen der Wahrnehmung eines Gegenstandes und des nächsten. Der dadurch erreichte Zustand ist der gleiche. In der Interpretation von Swami Lakshman Joo geht es darum, sich schnell von einer Wahrnehmung oder einem Gedanken abzuwenden, nicht dabei zu verharren, und sich so zu befreien von der Identifizierung mit irgend einem Gedanken.
Schauen Sie doch mal im Archiv vorbei. Alle bisherigen Seiten sind vom Nonduality- Portal aus zugänglich. http://nonduality.com/hlghome.htm
Nichtduale Highlights # 18 28. Februar 2005 Editor: Hans Schulz
Willi Massas Texte und besonders seine Edition des "Briefs" haben mich viele Jahre begleitet. Erstaunlich sind die Ähnlichkeiten der Aussagen des Briefs mit denen von Ramana Maharshi oder Nisargadatta. Ich erinnere mich noch gut, wie eine große Erleichterung mich überkam bei der Einsicht, dass auch bei uns in Europa sehr praktische Mystiker gelebt und geschrieben haben. Die bildlose Schau, die im Brief glühend beschrieben wird, ist machtvoll in ihrer Auswirkung auf das Gemüt. Wer das einmal erlebt hat, wird nie wieder davon loskommen. Wirklich ein besonderes Buch. Man kann es online beziehen über: http://www.meditation-saar.de/buchhandlung/literatur_sonderausgabewilli_massa.htm Es folgen ein Ausschnitt aus der Einleitung von Willi Massa und einige Zitate aus dem Brief.
Die Anleitung des „Briefs"
Der Autor der „Wolke des Nichtwissens" und des „Briefs" möchte seinen Schüler zielbewusst zu dieser tiefsten Form der Gotteserkenntnis führen. In der „Wolke" entwickelt er hilfreiche Vorstellungen mit dem Ziel, alles auszublenden und die gesamte geistige Kraft dem Sehnen nach Gott zuzuwenden. Der Meditierende soll allen Ballast an Gedanken, Wahrnehmungen und Erinnerungen unter die Wolke des Vergessen bringen. Die Lokalisierung der Wolke als Basis entwickelt bei der Übung eine große Basisstabilität gleich der Mu-Atmung im Zen, die alle Kraft im Unterbauch sammelt. Der Kopf steckt in der Wolke des Nichtwissens, d. h. er verzichtet völlig auf Nachdenken und Begreifen wollen, sein Bewusstsein wird frei von eigener Aktivität. Die Lokalisierung der Wolke des Nichtwissens im oberen Bereich lässt den Übenden sich wie von selbst innerlich und äußerlich straffen und aufrichten. Breite Basis und gelöste, aufrechte Haltung sind die besten körperlichen Voraussetzungen für eine gute Meditation. Die ganze Kraft der Person sammelt sich im Herzen, das blind sich nach Gott sehnt, sich nach ihm aufrichtet, sich ihm öffnet und hinhält. Dabei muss jedes Gottesbild aufgegeben werden, denn es geht um Gott in seiner Unfasslichkeit, in seiner Wirklichkeit jenseits aller Gestalt. Dem Anfänger fällt es meist schwer, sein ganzes Bewusstsein in dieser schwebenden Aufmerksamkeit zu halten, er rutscht ab ins Dösen oder Denken. Da kann ihm die Benutzung eines kurzen Wortes helfen. In dieses Wort, das er wählen kann nach seinem Empfinden, fasse er sein ganzes Sehnen und Fühlen, damit er es wie in einem Gefäß halten kann. Störende Gedanken oder Empfindungen werden nun kraft der Aufmerksamkeit auf dieses kurze Wort ausgeblendet. Es sei - in den Worten der „Wolke" - wie ein Schild, die störenden Gedanken abzuwehren, und wie ein Speer, mit dem man in die Wolke des Nichtwissens eindringt. Diese Technik berührt sich sehr eng mit der Weise des ostkirchlichen Jesusgebete und der indischen Mantra-Meditation. Auch hier kommt es darauf an, sich auf den Klang des Wortes zu sammeln und nicht auf das Erfassen des gedanklichen Inhalts.
Durch die ständige Wiederholung des kurzen Lautes oder Wortes soll sich das Bewusstsein bündeln und immer tiefer werden, bis es zu seiner Wurzel gelangt (vgl. Christa del Cor, Christliche Meditation).
***
Willst du beten, vergesse alles, was du getan hast oder vorhast zu tun. Weise alle Gedanken ab, gleich ob gute oder böse. Gebrauche beim Beten keine Worte, es sei denn, du fühlst dich innerlich dazu gedrängt.
Diese von allen Gedanken freie Aufmerksamkeit, die im Vertrauen verwurzelt und verankert ist, wird dich von allem Denken und Wahrnehmen befreien und dir nur das reine Bewusstsein und die dunkle Wahrnehmung deines eigenen Seins lassen. Dein ganzes Empfinden ist lautere Sehnsucht nach Gott, die spricht:
Was ich bin, bringe ich dir, Herr, ohne nach einer deiner Eigenschaften zu fragen, nur darauf schauend, dass du bist. Nur das verlange ich, sonst nichts.
Lass tiefe Dunkelheit dein ganzes Bewusstsein erfüllen und sie wie ein Spiegel sein, in den du schaust. Ich möchte gern, dass das Bewusstsein deiner selbst so unmittelbar und einfach sei wie dein Bewusstsein von Gott, damit du geistig eins mit ihm bist, ohne dass du innerlich gespalten und zerstreut wirst.
Tue nichts anderes, sondern ruhe in diesem reinen, einfachen Bewusstsein: Ich bin.
Versuche dich darum in deine innerste Tiefe einzulassen und erfahre dein wahres Selbst auf diese einfache grundlegende Weise. Andere meinen das gleiche, wenn sie entsprechend ihrer Erfahrungsweise vom „Gipfel des Geistes" sprechen und dieses Erkennen als „höchstes menschliches Wissen" bezeichnen. Denke also nicht daran, was du bist, sondern dass du bist.
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Nichtduale Highlights # 18 28. Februar 2005 Editor:
Hans Schulz
Willi Massas Texte und besonders seine Edition des "Briefs"
haben mich viele Jahre begleitet. Erstaunlich sind die Ähnlichkeiten der
Aussagen des Briefs mit denen von Ramana Maharshi oder Nisargadatta.
Ich erinnere mich noch gut, wie eine große Erleichterung mich
überkam bei der Einsicht, dass auch bei uns in Europa sehr praktische
Mystiker gelebt und geschrieben haben. Die bildlose Schau, die im Brief
glühend beschrieben wird, ist machtvoll in ihrer Auswirkung auf das Gemüt.
Wer das einmal erlebt hat, wird nie wieder davon loskommen. Wirklich ein
besonderes Buch. Man kann es online beziehen über:
http://www.meditation-saar.de/buchhandlung/literatur_sonderausgabewilli_massa.ht\
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Es folgen ein Ausschnitt aus der Einleitung von Willi Massa und
einige Zitate aus dem Brief.
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Die Anleitung des „Briefs"
Der Autor der „Wolke des Nichtwissens" und des „Briefs"
möchte seinen Schüler zielbewusst zu dieser tiefsten Form der
Gotteserkenntnis führen. In der „Wolke" entwickelt er hilfreiche
Vorstellungen mit dem Ziel, alles auszublenden und die gesamte geistige
Kraft dem Sehnen nach Gott zuzuwenden. Der Meditierende soll allen Ballast
an Gedanken, Wahrnehmungen und Erinnerungen unter die Wolke des Vergessen
bringen. Die Lokalisierung der Wolke als Basis entwickelt bei der Übung
eine große Basisstabilität gleich der Mu-Atmung im Zen, die alle Kraft im
Unterbauch sammelt. Der Kopf steckt in der Wolke des Nichtwissens, d. h. er
verzichtet völlig auf Nachdenken und Begreifen wollen, sein Bewusstsein wird
frei von eigener Aktivität. Die Lokalisierung der Wolke des Nichtwissens im
oberen Bereich lässt den Übenden sich wie von selbst innerlich und
äußerlich straffen und aufrichten. Breite Basis und gelöste, aufrechte
Haltung sind die besten körperlichen Voraussetzungen für eine gute
Meditation. Die ganze Kraft der Person sammelt sich im Herzen, das blind
sich nach Gott sehnt, sich nach ihm aufrichtet, sich ihm öffnet und hinhält.
Dabei muss jedes Gottesbild aufgegeben werden, denn es geht um Gott in
seiner Unfasslichkeit, in seiner Wirklichkeit jenseits aller Gestalt. Dem
Anfänger fällt es meist schwer, sein ganzes Bewusstsein in dieser
schwebenden Aufmerksamkeit zu halten, er rutscht ab ins Dösen oder Denken.
Da kann ihm die Benutzung eines kurzen Wortes helfen. In dieses Wort, das er
wählen kann nach seinem Empfinden, fasse er sein ganzes Sehnen und Fühlen,
damit er es wie in einem Gefäß halten kann. Störende Gedanken oder
Empfindungen werden nun kraft der Aufmerksamkeit auf dieses kurze Wort
ausgeblendet. Es sei - in den Worten der „Wolke" - wie ein Schild, die
störenden Gedanken abzuwehren, und wie ein Speer, mit dem man in die Wolke
des Nichtwissens eindringt. Diese Technik berührt sich sehr eng mit der
Weise des ostkirchlichen Jesusgebete und der indischen Mantra-Meditation.
Auch hier kommt es darauf an, sich auf den Klang des Wortes zu sammeln und
nicht auf das Erfassen des gedanklichen Inhalts.
Durch die ständige Wiederholung des kurzen Lautes oder
Wortes soll sich das Bewusstsein bündeln und immer tiefer werden, bis es zu
seiner Wurzel gelangt (vgl. Christa del Cor, Christliche Meditation).
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Willst du beten, vergesse alles, was du getan hast oder
vorhast zu tun. Weise alle Gedanken ab, gleich ob gute oder böse. Gebrauche
beim Beten keine Worte, es sei denn, du fühlst dich innerlich dazu gedrängt.
Diese von allen Gedanken freie Aufmerksamkeit, die im
Vertrauen verwurzelt und verankert ist, wird dich von allem Denken und
Wahrnehmen befreien und dir nur das reine Bewusstsein und die dunkle
Wahrnehmung deines eigenen Seins lassen. Dein ganzes Empfinden ist lautere
Sehnsucht nach Gott, die spricht:
Was ich bin, bringe ich dir, Herr, ohne nach einer deiner
Eigenschaften zu fragen, nur darauf schauend, dass du bist. Nur das verlange
ich, sonst nichts.
Lass tiefe Dunkelheit dein ganzes Bewusstsein erfüllen und
sie wie ein Spiegel sein, in den du schaust. Ich möchte gern, dass das
Bewusstsein deiner selbst so unmittelbar und einfach sei wie dein
Bewusstsein von Gott, damit du geistig eins mit ihm bist, ohne dass du
innerlich gespalten und zerstreut wirst.
Tue nichts anderes, sondern ruhe in diesem reinen,
einfachen Bewusstsein: Ich bin.
Versuche dich darum in deine innerste Tiefe einzulassen
und erfahre dein wahres Selbst auf diese einfache grundlegende Weise.
Andere meinen das gleiche, wenn sie entsprechend ihrer Erfahrungsweise vom
„Gipfel des Geistes" sprechen und dieses Erkennen als „höchstes menschliches
Wissen" bezeichnen. Denke also nicht daran, was du bist, sondern dass du
bist.
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zitiert aus: Der Weg des Schweigens, Kevelaer 1974
Foto: http://www.meditation-saar.de/html/willimassa.htm
Ikone:
http://souzenelle.free.fr/chemin/Pere_Alphonse_et_Rachel_Goettmann_Chemin.htm
weitere Quellen:
http://www.frimmin.com/books/privycounsel.html
Nichtduale Highlights # 17 22. Januar 2005 Editor: Hans Schulz
Anselm Grün feiert in diesen Tagen seinen 60. Geburtstag. Als Benediktinermönch, Pater, Klosterverwalter, Managementtrainer, Schriftsteller und Vortragsreisender steht er für eine engagierte, handelnde Spiritualität. Herzliche Glückwünsche!
Der Engel der Heiterkeit
Für die frühen Mönche war die hilaritas, die Heiterkeit und innere Klarheit, die Fröhlichkeit und Helligkeit, ein Zeichen für eine stimmige Spiritualität. Wer seine eigene Wahrheit erkannt hat, wer seine Höhen und Tiefen erlebt hat, und wer sich ganz und gar angenommen fühlt, der strahlt solche hilaritas aus. Der geht nicht mehr mit einer finsterernsten Miene durch die Welt. Ihm ist nichts Menschliches mehr fremd. Und er weiß alles geborgen, auch die eigene Schwäche und all die Irrwege des Menschen. Es ist ein Strahlen, das von innen kommt, weil alles in ihm vom heilenden und wärmenden Licht göttlicher Liebe erleuchtet ist. Das deutsche Wort heiter bedeutet von seiner Wurzel her: klar, hell, wolkenlos, leuchtend. Durch den heiteren Menschen scheint ein helles Licht in seine Umgebung. Er vertreibt die Wolken, die die Köpfe der Menschen verdunkeln.
Heiterkeit ist nicht einfach nur eine Charaktereigenschaft, mit der man geboren wird. Sie entsteht durch ein großes Vertrauen, dass man so, wie man ist, bedingungslos angenommen ist, dass alles letztlich gut ist. Und sie entsteht durch den Mut, die eigene Wahrheit anzuschauen. Christen sind überzeugt: Nur wer das Licht Gottes in alle Abgründe seiner Seele eindringen lässt, der kann Heiterkeit ausstrahlen. In ihm gibt es nichts Dunkles mehr, das er verstecken müsste, nichts Abgründiges, vor dem er Angst haben müsste. Er geht sorglos durch die Welt. Das ist kein naiver Optimismus, sondern eine Haltung, die aus der Begegnung mit der Wahrheit kommt. Weil er seiner eigenen Wahrheit ins Auge geschaut hat, braucht er sich den Kopf nicht mehr zu zergrübeln über eventuelle Probleme und Gefahren. Er ist nicht fixiert auf das Dunkle dieser Welt, sondern sieht alles ins göttliche Licht getaucht. Er vertraut, dass dieses Licht, das in seinem Herzen gesiegt hat, sich auch in der Welt durchsetzen wird. Solche Heiterkeit steckt an. In der Nähe eines heiteren Menschen kann man sich nicht über den Weltuntergang unterhalten. Da kann man sich nicht in einem Jammern über die Zustände dieser Welt ergehen. Der Heitere verschließt die Augen nicht vor der konkreten Situation dieser Welt. Er verdrängt das Dunkle nicht. Aber er sieht alles aus einer anderen Perspektive heraus, letztlich aus einer Perspektive des Geistes, der auch die Finsternis durchschaut, bis er auf den leuchtenden Grund Gottes darin stößt. Er sieht alles aus der Perspektive seines Engels heraus, der die Wirklichkeit dieser Welt so sieht, wie sie ist, der es aber dennoch fertig bringt, sich mit seinen Flügeln über sie zu erheben und sie trotz aller Schwere mit einer inneren Heiterkeit anzuschauen. Einem heiteren Menschen kann man keine Angst einjagen. Er ruht in sich. Und so kann ihn nichts so leicht umwerfen. Wenn du mit einem so heiteren Menschen sprichst, dann kann sich auch dein Inneres aufheitern, dann siehst du auf einmal dein eigenes Leben und Deine Umgebung mit anderen Augen. Es tut dir gut, in der Nähe eines heiteren Menschen zu sein. du weißt, wie niederdrückend Menschen sein können, die alles durch ihre dunkle Brille sehen, die fixiert sind auf das Negative, das sie überall entdecken. Der heitere Mensch hellt dich auf. Du fühlst dich auf einmal leicht. So wünsche ich dir die Begegnung mit vielen Engeln der Heiterkeit. Und ich wünsche dir, dass dich der Engel der Heiterkeit innerlich aufhellt und dich heiter und klar, leuchtend und wolkenlos werden lässt, damit durch dich die Welt um dich herum heller und heiterer wird.
zitiert aus: Anselm Grün, 50 Engel für das Jahr, Freiburg 1997, S.103/104
Alle Probleme, Herausforderungen, Sorgen, Fragen, Dilemmas usw. entstehen dem "Ich".
Ich bin nicht klar.
Ich bin verwirrt.
Ich bin nicht dort.
Ich besaß/verlor es.
Ich verstehe nicht.
Ich bin geboren.
Ich werde sterben.
Ich werde X tun.
Ich werde X nicht tun.
Ich wähle/ wähle nicht.
Alles kreist um das "Ich". Kläre die Identität des "Ich" und alle Probleme lösen sich auf.. Die eingebildete Empfindung, ein separates "Ich" zu sein ist die Quelle aller Probleme. Da das "Ich" als Denkprozess tatsächlich nicht greifbar ist, werden alle möglichen anderen Ideen mit ihm verknüpft, um ihm den Eindruck von Stabilität zu verleihen. Alle Selbstdefinition, Identität, Konditionierung hängt vom ungeprüften "Ich"-Empfinden ab.
Die eingebildete Empfindung, ein separates "Ich" zu sein ist die Quelle aller Probleme.
Die direktesten Lehren legen alle Philosophie, Technik, Theorie usw. beiseite und beginnen direkt mit einer Untersuchung der Signifikanz (wirklichen Bedeutung) des Wortes "Ich". Ich glaube, dies ist Ramanas Selbst-Befragung — was ist es, was ich "Ich" nenne ? Wir sagen fortwährend "Ich" "Ich", den ganzen Tag, das ganze Leben, aber was ist es ?
Falls erkannt wird, dass die Ursache "Ich" nicht existiert, können dann all die Auswirkungen (alle Definitionen, die sich auf das "Ich" stützen) überleben? Ich hatte über diese Idee jahrelang gelesen, aber meine komplette Lebenssicht änderte sich von Grund auf, als das Hinschauen wirklich passierte. Im Moment, als ich sah, dass diese Person, die ich zu sein glaubte, nicht vorhanden war, dass sie eine falsche Annahme war, erfuhr ich unmittelbar eine vollständige Befreiung von allen Problemen, Zweifeln, spirituellen Knobeleien. Es war erstaunlich. Ich tat überhaupt nichts, außer einem Schauen und Sehen, dass die Person, das separate "Ich" nicht da waren. Es gab keinen Versuch frei zu sein oder irgendwelche intellektuellen Rätsel zu lösen.
Soviel kann ich dazu sagen. Niemals findest du die Antwort im denkenden Geist, daher ist es zwecklos, dort nachzuschauen. Keine Denkanstrengung kann dich von den Rätseln befreien, die von Gedanken geschaffen wurden.
Das, was all deine Empfindungen, Gefühle und Emotionen kennt, ist strahlend bewusst, anstrengungsloses Wissen und Sein, einfach eine klare, raumhafte Gegenwärtigkeit des Bewusstseins...
Das "Problem," falls es eins gibt, wurde vom Geist geschaffen, ist ein Denkprodukt. Aber du musst nichts mit dem Denken machen, z.B. es loswerden, unterdrücken oder anderes. Nimm nur wahr, dass dein wirkliches Sein hier und jetzt das Bewusstsein der Gegenwärtigkeit ist, auf dessen Basis Gedanken geschehen. Das, was all deine Empfindungen, Gefühle und Emotionen kennt, ist strahlend bewusst, anstrengungsloses Wissen und Sein, einfach eine klare, raumhafte Gegenwärtigkeit des Bewusstseins, wie die Buddhisten sagen, "erkennende Leere".
Entwickle ein Gefühl dafür. Schaue bereitwillig dorthin. Empfinde es, fühle und sei es, entspanne dich da hinein. Sei überzeugt, dass du keine begrenzte Person bist, verstrickt im Denken, sondern das dem Himmelsraum gleiche Bewusstsein der Gegenwärtigkeit, in dem das ganze Universum in Erscheinung tritt.
Sei überzeugt, dass du keine begrenzte Person bist, verstrickt im Denken, sondern das dem Himmelsraum gleiche Bewusstsein der Gegenwärtigkeit, in dem das ganze Universum in Erscheinung tritt.
Wenn du das nächste Mal denkst: "Ich bin dies oder das", "Ich habe ein Problem" oder was auch immer, lass' das anscheinende Problem fallen und frage: "Wer ist dieses "Ich", das ich zu sein glaube? Bin ich das wirklich?" Du kannst sogar eine Untersuchung anstellen und dieses "Ich" in deiner direkten Erfahrung zu finden suchen. Gibt es eine Empfindung, einen Gedanken, ein Gefühlt, das ich "Ich" nennen kann? Ich sage "Ich", was ist es aber?
Dann wird es dir dämmern, "He, bin ich nicht bewusst, bin ich nicht gegenwärtig? Ist nicht die Gegenwärtigkeit meiner wahren Natur hier, absolut unberührt, fleckenlos, wie die Sonne über den Wolken, vollständig unbeeinflusst vom Erscheinen (und Verschwinden) des Denkens?"
Diese Art zu schauen wird den Abfluss-Stöpsel aus dem Becken des Geistes ziehen und alle Probleme werden in die Leere der Nicht-Existenz gesaugt. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass eine Lebensspanne von Problemen dahinschwindet. Wie man sagt, kann eine Höhle seit Tausenden von Jahren dunkel gewesen sein, aber wenn du eine Fackel in die Höhle bringst, löscht das Licht sofort diese Finsternis.
Obere Graphik von Chet Phillips. Titel: 'Thought Process' Gefunden bei: http://www.chetart.com/
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Nichtduale Highlights # 15 28. Juni.2004 Editor: Hans Schulz
Tripura Rahasya 1Einer meiner Lieblingstexte. In eine orientalische Rahmenerzählung eingekleidet, versteckt sich ein Juwel. Mir ist kein vedantischer Text bekannt, der mit größerer Klarheit und Schärfe das Wichtigste herausstellt.
Entnommen aus dem Buch: Tripura Rahasya, Interlaken 1986, S. 122-125 (Auszüge Kap. 16)
Tripura Rahasya
Analysiere sorgfältig das ... zugrundeliegende Bewusstsein! Es ist abstrakt, das heißt, Es steht in keinem Zusammenhang mit materiellen Objekten.
Diese sind allerdings von Seinem Licht abhängig. Sie vermögen nicht aus sich selbst heraus zu leuchten und können deshalb nicht Reines Bewusstsein (Reine Intelligenz) sein. Alles, was fasslich ist. muss verschieden von dieser Intelligenz sein, sonst könnte es nicht dem Verstand zugänglich gemacht werden. Intelligenz ist ungeteilt; die Objekte dagegen treten in vielerlei Gestalt auf. Lass alles beiseite, was nicht Intelligenz ist, und schaue auf Das, was übrigbleibt!
Lass alles beiseite, was nicht Intelligenz ist, und schaue auf Das, was übrigbleibt!
Wie ein Spiegel die Farbe der Gegenstände annimmt, die sich auf ihm abbilden, so nimmt Intelligenz die Formen der Objekte an, die durch Sie und in Ihr existieren.
Man kann Sie in Ihrer Reinheit gewahren, wenn man alles weglässt, was mit Sinnen oder Verstand wahrnehmbar ist. Sie kann jedoch nicht als etwas Konkretes, als dies oder das erkannt werden - Sie ist Schöpferin und Erhalterin von allem.
Du bist weder der Körper, noch die Sinne, noch der Geist, denn das alles ist vergänglich.
Das Selbst leuchtet als 'Ich' auf. Dieses Aufleuchten kann nicht wahrgenommen werden wie Körper oder andere Objekte, die zur Materie gehören und deren Wahrnehmung erst durch das Licht des Selbst ermöglicht wird. Es könnte der Einwand erhoben werden, dass man das Aufleuchten des Selbst nicht wahrnehme, wahrend man auf die Objekte schaue. Doch wenn das 'Ich' nicht leuchtet, können auch die Objekte nicht wahrgenommen werden, geradeso wie sie in Abwesenheit von Licht unsichtbar bleiben.
Das 'Ich' bleibt während des Tiefschlafs genauso vorhanden wie während des Samadhi. Wäre das nicht so, erhöbe man sich nach dem Schlaf jeweils als ein anderer Mensch. Nun lässt sich einwenden, das Selbst habe in Tiefschlaf und Samadhi keine Eigenschaften und könne daher nicht mit dem 'Ich' des Wachzustandes identisch sein. Darauf ist zu entgegnen, dass das 'Ich' sowohl bestimmte Merkmale aufweisen als auch davon frei sein kann. Das erstere bedeutet Begrenzung, während beim Freisein von Eigenschaften Seine Unbegrenztheit deutlich wird. Das 'Ich' ist im Wachzustand und im Traumzustand Begrenzungen unterworfen; in Samadhi und im Tiefschlaf ist Es frei davon. Frei von allen Begrenzungen sein - das ist Vollkommenheit.
Ihre Majestät, die Absolute Intelligenz, leuchtet stets als 'Ich'. Sie umfasst alles, Sie ist allwissend. Auch Du bist ein Teil von Ihr - Du bist Sie!
Erkenne Dich, indem Du den Blick nach innen richtest! Du bist nichts anderes als Reines Bewusstsein. Weiche dieser Erkenntnis nicht aus! Lass sie noch in diesem Augenblick von Dir Besitz ergreifen! Ein guter Schüler darf nichts hinauszögern. Selbst-Verwirklichung sollte (im Idealfall) den Worten des Meisters unmittelbar folgen.
Ich habe soeben vom 'Blick' nach innen gesprochen. Er kann nicht mit Deinem Sehorgan getan werden. Hier sind die 'inneren Augen' gemeint. Der Ausdruck ist insofern passend, als man etwas nur dann erkennt, wenn man ihm den Blick zuwendet.
Wichtig ist, dass dabei nichts anderes beachtet werden darf als das, was man erkennen will. Nur so ist vollkommene Wahrnehmung möglich. Den Blick nicht auf etwas richten bedeutet, es nicht sehen. Ähnlich ist es mit den anderen Sinnen, mit Hören, Riechen und Fühlen.
Auch der Geist ist dieser Regel unterworfen. Er fühlt weder Freude noch Schmerz, wenn seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes gerichtet ist.
Um etwas wahrzunehmen, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:
- Ausschaltung aller anderen Wahrnehmungen,
- Konzentration auf das, was wahrgenommen werden soll.
Selbst -Verwirklichung dagegen kennt nur eine Bedingung:
Ausschaltung aller Wahrnehmungen.
Ich will Dir sagen, warum das so ist. Das Absolute Bewusstsein entzieht sich der Erkenntnis durch den Verstand. Es kann nur verwirklicht werden, wenn der Geist völlig rein ist.
Da Bewusstsein und Selbst wesensgleich sind, genügt es, den Geist von allen Gedanken freizuhalten.
Es bedarf dazu keiner besonderen Sammlung auf das Bewusstsein. Da Bewusstsein und Selbst wesensgleich sind, genügt es, den Geist von allen Gedanken freizuhalten.
Dazu ein Beispiel: Vor den Augen eines Menschen erscheinen auf einem Spiegel eine Reihe von Bildern. Wenn er eines davon genauer betrachten will, muss er seine Aufmerksamkeit von den anderen Bildern abwenden und auf das eine richten. Verlangt es ihn jedoch, den Raum zu sehen, der im Spiegel reflektiert wird, genügt es, wenn er den Bildern seine Aufmerksamkeit entzieht. Raum ist bereits da; er liegt ja allem zugrunde. Man hat ihn nur bisher nicht bemerkt, weil die Aufmerksamkeit den Bildern galt.
So ist es auch mit dem Bewusstsein. Es liegt allem zugrunde, wohnt allem inne und bleibt doch von allem unberührt. Es kann — wie der Raum — nicht einen einzigen Augenblick abwesend sein.
Um das Selbst zu verwirklichen, bedarf es keiner besonderen Sammlung des Geistes. Es genügt, sich vom Nicht-Selbst abzuwenden. Mit anderen Worten: der Geist muss rein sein, das heißt frei von Gedanken.
Ich wiederhole: Um das Selbst zu verwirklichen, bedarf es keiner besonderen Sammlung des Geistes. Es genügt, sich vom Nicht-Selbst abzuwenden. Mit anderen Worten: der Geist muss rein sein, das heißt frei von Gedanken.
Du wirst jetzt eingesehen haben, dass ein reiner Geist zur Selbst-Verwirklichung unerlässlich ist, da das Selbst nur in ihm leuchten kann.
Alle Gebote der heiligen Schriften sind nur im Hinblick auf diesen Endzweck entstanden. Alles erhält seinen letzten Sinn durch die schlichte Wahrheit - man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen -, dass sich das Selbst, das Absolute Bewusstsein, nur in einem fleckenlosen Geist zu verwirklichen vermag.
Jetzt wirst Du verstehen, warum auf Tugenden wie selbstloses Handeln, Leidenschaftslosigkeit und Hingabe, die zur Reinigung des Geistes nötig sind, so großer Wert gelegt wird.
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Nichtduale Highlights # 14 28. Oktober 2004 Editor: Hans Schulz
Das erste Mal nahm ich Thaddeus Golas' kleines graues Bändchen mit gemischten Gefühlen zur Hand. "The Lazy Man's Guide to Enlightenment" enthielt mit Faulpelz und Erleuchtung gleich zwei Reizwörter. Doch Golas räumt in seinem Buch mit einigen Missverständnissen auf und seine Parabeln sind wunderbar leicht und klar. Eine Google-Suche zeigt, wie verbreitet zumindest Zitate von Golas sind. Weiter unten findet sich ein Link zur deutschen Fassung, übersetzt von Matthias Güldenstein und erstmals 1979 bei Spinx in Basel erschienen. Dort sind auch Links zur englischen Online-Version und zu verschiedenen englischen Kommentaren.
Nehmen wir an, jemand rüttelt an einem Tisch und eine Tasse beginnt hinunterzurutschen. Wenn deine Wahrnehmungsschwingungen sehr langsam sind, werden dir deine Wellen eine Botschaft schicken, wo sich die Tasse befindet, wenn sie zu fallen beginnt, einen zweiten Eindruck, wenn sie sich auf halbem Weg zum Boden befindet, und einen dritten, wenn sie aufschlägt. Wenn aber deine Schwingungen rasch sind, wirst du eine ganze Reihe von Eindrücken von dem Weg erhalten, den die Tasse zu Beginn ihres Falles nimmt, und du wirst das Gefühl haben, daß dir eine Menge Zeit zur Verfügung steht, um deine Hand hinüber zu bewegen und sie aufzufangen, wenn du willst.
Achte sorgfältig darauf, daß Ereignisse schnell zu geschehen scheinen, wenn deine Schwingungen langsam sind, und daß du dann das Gefühl hast, die Dinge passieren zu schnell, als daß du sie in den Griff bekommen könntest. Und es könnte sein, daß du dich umso mehr gedrängt fühlst, noch intensiver zu versuchen, die Kontrolle darüber zu bekommen. Vielleicht versuchst du, dir geordnete Verhaltensweisen anzugewöhnen, und lehnst unordentliche Leute ab. Das ist eine der Wurzeln für den Machttrip. Vielleicht versuchst du auch, dich von verwirrenden Ereignissen fernzuhalten, indem du aufs Land ziehst, oder du schaltest dein Bewußtsein mit harten Drogen oder Alkohol aus.
Je rascher du aber schwingst, und je mehr Eindrücke du von deiner Umgebung zurückbekommst, desto langsamer wird der Ablauf aller Ereignisse erscheinen, und desto eher wirst du das Gefühl haben, darüber zu stehen. Je mehr du liebst, desto rascher schwingst du und desto weniger hast du das Bedürfnis, irgendetwas unter Kontrolle zu halten, und du fürchtest dich nicht vor Veränderung und Abwechslung. Du erfährst alles tiefer und langsamer und liebender.
Je größer das Verhältnis von Ausdehnen und Zusammenziehen in dir ist, je ausgedehnter und liebender du bist, desto schneller schwingst du.
Die sekundäre Wirklichkeit ist in diesem Sinne nützlich, daß sie dir immer ein klares Bild von deiner Schwingungsebene vermitteln wird. Wenn die Welt schön und sicher aussieht, schwingst du schnell; wenn sie düster, langweilig oder beängstigend aussieht, dann schwingst du langsam, und es ist nötig, daß du dich dafür liebst, daß du zu langsam schwingst.
Ob innen oder außen, du brauchst nie das zu verändern, was du siehst, sondern bloß die Art, wie du es siehst. Es ist zwecklos, einer Schwierigkeit zu entfliehen zu versuchen, indem du dein Bewußtsein zusammenziehst. Du wirst jeden Hügel wieder hinaufklettern müssen, den du hinunterrollst, du wirst es früher oder später tun müssen, in diesem Leben oder in einem anderen, denn deine wahre Natur ist zeitlos.
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Nichtduale Highlights # 13 26. September 2004 Editor: Hans Schulz
Alan Watts hat für eine ganze Generation die Brücke geschlagen zwischen gesellschaftskritischen Denken und engagierter Spiritualität. Einige Links zu (englischen)Texten von Alan Watts sind unten aufgeführt.
Du bist nicht in diese Welt gekommen. Du bist aus ihr herausgekommen, wie eine Welle aus dem Ozean. Du bist hier kein Fremder.
Der Ozean bringt Wellen hervor, das Universum Menschen. Jedes Individuum ist ein Ausdruck des ganzen Reiches der Natur, eine einzigartige Handlung des ganzen Universums. Diese Tatsache wird von den meisten Individuen selten, wenn überhaupt erfahren. Sogar diejenigen, die wissen, dass es theoretisch wahr ist, empfinden oder fühlen es nicht, sondern nehmen sich selber weiterhin wahr als isolierte "Egos", in Hüllen aus Haut.
Unfähigkeit, die mystische Erfahrung zuzulassen, ist mehr, als ein intellektuelles Handicap. Mangelnde Bewusstheit der grundlegenden Einheit von Organismus und Umwelt ist eine ernsthafte und gefährliche Selbsttäuschung. Denn in einer Zivilisation, die mit ungeheurer technologischer Macht ausgerüstet ist, führt das Gefühl der Entfremdung zwischen Mensch und Natur zum Gebrauch der Technologie in einem feindseligen Geist - zur Eroberung der Natur, anstatt zur intelligenten Kooperation mit ihr.
Nichtduale Highlights # 12 27. August 2004 Editor: Hans Schulz
Wer kennt das nicht, den Zweifel, die Verwirrtheit, galoppierende Gefühle? Aus diesem Grund bringe ich Frage und Antwort aus einem ATTD-Rundbrief in voller Länge. Der Text liest sich nicht so leicht, man muss um Verständnis ringen. Doch es lohnt sich. Der denkende Geist wird leichter Ruhe geben und sich in ein nicht denkbares Experiment einlassen.
* ATTD News Letter Nummer 35 * Sonntag, 18. Juli 2004 *
Frage: Alles Suchen hat zu den Antworten anderer Leute geführt (mir ist klar, dass ich rede, als ob ich eine getrennte Wesenheit wäre, aber wie sonst soll ich Fragen stellen). Gibt es jemals einen Ort, wo ich für mich Erkenntnis gewinne, wie du für dich oder ist alles eine Angelegenheit des Glaubens?
Wenn all dies nicht mehr bezweckt oder bedeutet, als es zu erfahren, begleitet eine gewisse Verzweiflung diese belanglose, sinnlose Existenz.
Antwort: Ich lese hier, dass der Geist spricht und verwirrt ist. Wir wollen nun einige Geist/Logik-Schleifen zusammen ablaufen.
Der Geist kann überaktiv, mit Zweifeln behaftet oder verwirrt sein, aber... "etwas" muss dies gegenwärtig wahrnehmen, etwas, was deutlich und ohne verwirrt zu sein, die Verwirrung als Verwirrung erkennt. In anderen Worten, etwas erkennt diese Verwirrung und ist nicht verwirrt darüber. Es erkennt Zweifel und weiß ohne eine Spur von Zweifel, was Zweifel ist.
Dieses Erkennen kann nicht erkannt werden, so wie der Vorgang des Sehens nicht gesehen werden kann. Das Erkennen ist das Geheimnis; es ist das Wahre Selbst. Es ist nicht etwas, das von jemandem erkannt wird, Es ist das Erkennen Selber. Wenn der denkende Geist das wahrnimmt, weiß er nicht, wie er damit umgehen soll. Er kann dieses Erkennen nicht in etwas Bekanntes umwandeln, und verhält sich wie ein Auge, das sich wild dreht im Versuch, die Quelle auszumachen, aus der das Sehen entsteht.
Wenn man dies deutlich wahrnimmt, gibt es nachher kein Ich oder Du, welches ES erkennt, sondern eine Bereitschaft, im "Nicht-Erkennen" zu verweilen. Bitte überdenke das und es wird deutlich werden, warum das Geheimnis der Erkennens niemals ein Objekt seiner Selbst sein kann. Kann die Sonne sich Selbst beleuchten, kannst du deine eigenen Lippen küssen oder deine Fingerkuppe mit derselben Fingerkuppe berühren? Wenn man die Logik nachvollzieht, warum es nicht möglich ist, das "Wissen, dass du existierst" zu erkennen, wird der Geist aufgeben und sich entspannen. Er kann weiterhin seinen Tanz vollführen, er mag eine Zeit lang von seiner eigenen Schwungkraft angetrieben fortfahren, jedoch sieht etwas selber Ungesehenes all dies. Du BIST diese wahrnehmende Gegenwärtigkeit in diesem Augenblick. DAS kennt die Gedanken und DAS ermöglicht dir, "deine" Gedanken weiterzugeben. DAS verbleibt, während Gedanken kommen und gehen.
Du weißt, warum Existenz sinnlos ist. Du weißt es mit deinem Herzen, nicht mit deinem Geist. Der Geist sucht nach Sinn und nach Vollständigkeit. Noch etwas Logik: Nehmen wir an, dass letztendliche Vollständigkeit das Ziel des Geistes ist, das er anstrebt und sich wünscht. Nehmen wir weiter an, dass der Geist es erreicht und dann danach, welches Ziel gibt es dann? Das Ziel der Vollständigkeit IST Vollständigkeit. Die Bewusstheit, die du BIST, IST Vollständigkeit Darum ist sie sinn-los, Sie ist Ihr ureigener Sinn. Sie bewegt sich nirgend wohin, weil Sie schon überall ist. Sie ist IHRE EIGENE ERFÜLLUNG. Sie ist vollständig, auch wenn Sie aus der begrenzten Perspektive des Geistes unvollständig erscheint.
Keine Erfahrung ist Sie, sondern das Unerfahrbare, das sich Selber wahrnimmt. Gute Stimmungen, dunkle Stimmungen und Klarheit stolpern vorbei. Lass' sie passieren, lass' sie sein. DAS, was dies wahrnimmt, IST das Geheimnis. Du bist DAS. Das ruhige Zentrum des Sturms, das Herz der Herzen, kein Ziel, sondern Vollständigkeit Selber.
Das sind hier keine Worte von einem anderen, dies sind DEINE EIGENEN WORTE, von Selbst zu Selbst in Liebe.
Nichtduale Highlights # 11 17. Juli.2004 Editor: Hans Schulz
Vijnana Bhairava Übersetzung und Kommentar von Bettina Bäumer.
Die knappen Zeilen der tantrischen Urschrift werden in diesem Werk
kritisch übersetzt und erläutert. Kein trockenes Buch ist herausgekommen,
sondern eine engagierte Einführung in den kashmirischen Shivaismus. Die Ablehnung des Körpers im Advaita Vedanta erscheint nach der Lektüre in einem neuen Licht. Im Folgenden zwei Zitate:
Bettina Bäumer, Vijñana Bhairava - Das göttliche Bewusstsein; Grafing 2003
puja nama na puspadyair ya matih kriyate drdha I nirvikalpe mahavyomni sa hyadarat layah II 147
147. Der Kult der Verehrung (puja) besteht nicht im Darbringen von Blumen und anderen Opfergaben, sondern darin, dass man seinen Geist im großen Firmament jenseits der Gedanken festigt. Dieser Kult ist eine Versenkung mit Ehrfurcht.
Kommentar: Der äußere Kult der Verehrung (puja ), einer Gottheit besteht in einer Reihe von Darbringungen und Kulthandlungen, wie das Darbringen von Blumen, Weihrauch, Öllampen, Früchten, Süßigkeiten u.a.m., das Blasen von Muscheln und Läuten der Glocken, neben der Rezitation von Mantras und Singen von Hymnen. Doch die wahre puja ist ein geistiger Akt, nicht eine äußerliche Verrichtung. Dieser geistige Akt wird hier auf zwei Weisen beschrieben, die in einer kurzen Übersetzung nicht zum Ausdruck kommen können: Die erste bezieht sich auf den Geist (mati), d.h. eine höhere Einsicht oder geistige Achtsamkeit, die im großen Raum oder Himmel des Bewusstseins (vyoman), frei von Gedanken und Vorstellungen (nirvikalpa) gefestigt ist. Das heißt, die Tätigkeit des geistigen Kultes besteht darin, den Geist in dieser Leere zu festigen. Die zweite Beschreibung besteht aus zwei Worten: adarat layah. Adara bedeutet eine ehrfürchtige, respektvolle Achtsamkeit und Verehrung, laya ist ein Darin-Aufgehen, nämlich im Gegenstand dieses Kultes, Siva, oder der Gottheit in irgend einer Form. Laya ist das vollkommene Absorbiertsein in einer Haltung ehrfürchtiger und achtsamer Hingabe. Das ist die wahre puja, der wahre Gottesdienst. Abhinavagupta beschreibt ähnlich den geistigen Kult (puja): "Der wahre Kult besteht darin, die Ströme der verschiedenen Zustände mit dem absoluten, freien, reinen, unendlichen Bewusstsein zu vereinen." Jayaratha verdeutlicht diesen Akt der Vereinigung: "Diese Vereinigung besteht darin, die Ströme der verschiedenen Sinneserfahrungen wie Form, Geschmack usw., mit dem vollen, höchsten Bewusstsein frei von den Begrenzungen von Raum und Zeit in eins zu bringen." In diesem Kontext zitiert er den vorliegenden Vers des Vijnana Bhairava.
atraikatamayuktisthe yotpadyeta dinad dinam I bharitakarata satra trptir atyantapurnata II 148
148. Wenn man auch nur in einer der (hier dargelegten) Methoden feststeht, wird man von Tag zu Tag fortschreiten bis zu einem Zustand der Erfüllung. Das wird hier "Befriedigung" (trpti) genannt, und es ist die höchste Vollkommenheit.
Kommentar: Hier wird noch einmal betont, dass jede einzelne der 112 beschriebenen Methoden der Konzentration oder der mystischen Vereinigung (yoga bedeutet beides) den Praktizierenden ans Ziel führen kann. Doch ist es kein statisches Ziel, sondern ein ständiges Fortschreiten, "von Tag zu Tag", bis zu einem Zustand der Erfüllung, der Vollkommenheit, der absoluten Fülle des Geistes (atyanta-pumata). Im Kontext der verschiedenen Aspekte der religiösen Praxis geht es hier um eine Vergeistigung dessen, was das Resultat jedes Kultes (puja) sein soll, und zwar "Befriedigung" (trpti). Die wahre Befriedigung ist nichts weniger als die Erfahrung der göttlichen Fülle und Vollkommenheit, die in einem ständigen Fortschreiten auf dem mystischen Weg besteht. Dieser Vers beantwortet die Frage der Göttin von Vers 143: "Wer wird befriedigt (durch die Verehrung)?" Gewöhnlich bezieht sich die Befriedigung auf die verehrte Gottheit, doch hier wird sie auf den in einer der Weisen der Kontemplation vervollkommneten Yogi bezogen. Ksemaraja zitiert diesen Vers in seinem Kommentar zu Siva-Sutra II.9: "Die Erkenntnis ist die Nahrung", und interpretiert ihn in dem Sinn, dass die Erkenntnis insofern Nahrung ist, als sie vollkommene Erfüllung verleiht und die Ursache des Ruhens im eigenen Selbst ist (atma-visranti).
Nichtduale Highlights # 10 24. Juni.2004 Editor: Hans Schulz
Johanniszeit
Einige Gedanken zum sommerlichen Lichtfest
Herbert Fritsche, Sinn und Geheimnis des Jahreslaufs Göttingen 1983 S. 39
Die längsten Tage, die kürzesten Nächte überwandern das Land. Es wird nicht mehr ganz dunkel des Nachts, der Untergangspunkt der Sonne hat sich weit vom Westen zum Norden hin verschoben, vom späten Abend bis zum Morgengrauen bleibt der Nordhorizont, den als einsamer Stern die Capella im Fuhrmann durchfunkelt, Träger eines gläsern klaren oder eines milchigen Glanzes.
Der Sommer ist jetzt bei sich selber zu Tisch geladen. Ein reicher Tisch: alle Wiesen sind übersät mit Blütensternen oder vom Duft des Heus betäubt, die Rosen glühen aus den Gärten, und der Abendweg durch die Hecken, zum sanften Schwung der Hügel hin, ist eingesäumt von Heckenrosen und von den im warmen Winde hin- und hergewiegten weißen, duftenden Doldentellern des Holunders. Kein noch so kärgliches Winkelchen der Welt bleibt ohne Blüten, die winzigen weißen Blütensternchen der Vogelmiere durchschimmern das zertretene Gras der Wege, auf knochentrockenem Lehm am Rande des Ackers gedeiht die kleine schar-lachfarbene Blume Gauchheil, das gilbende Getreide hat den Boden nicht so leer gesogen, dass nicht der feuerrote Mohn bunt ins Land leuchten könnte aus dem Wogengang der Halme.
Es reift das Obst, die Kirschen funkeln wie Korallen aus dem Wipfelgrün, die Zwergenhütchen der Walderdbeeren grüßen aus dem Gras — alles, was leibt und lebt, prunkt in der Fülle. Aber zugleich mit dem Sattsein hat sich die Müdigkeit weit hingebreitet, dumpf muhen die Kühe, träge taumeln die Falter von Blüte zu Blüte, breit hockt Pan im Dorngestrüpp der Himbeerhecken und bläst auf der Syrinx das aus sieben Tönen gefügte Lied, das die Wehmut des Genügefindens kennt.
S. 41- 42
Die geheimnisvolle Johanniszeit mit ihren hellen Nächten und der berauschenden Dreifaltigkeit der Sterne — droben die des Himmels, über die Erde hingebreitet die der Blüten, der Heckenrosen vor allem, und im Raume dazwischen die schwebenden Gestirne des Glühwürmchenfluges —, sie ist ebenjenem Täufer Johannes geweiht, der das Wort aussprach im Hinblick auf Christus: "Jener muss wachsen, ich aber schwinden".
Indem nun, von der Höhe des entfalteten Sommers her, die Rückwanderung zum Dunkel anhebt, die Heimkehr des Offenbaren ins Verborgene, das Schwächerwerden des äußeren Lichtes zugunsten des inneren, geschieht vom Jahreslaufe her ähnliches wie beim Überschreiten der Lebensmitte im menschlichen Schicksalslauf. Nicht ins Sterben wendet sich der Weg, sondern ins Reifen: die bunte Fülle ist nicht das Eigentliche —: der leuchtende Weisheitsgewinn, die Heiligung des Wandels über den Planeten ist das Ziel. So weist Johannes, so weist die Johanniszeit auf Göttliches hin, um dessentwillen irdische Daseinsmacht ihren Abbau erleiden muss. Wenn zur Weihnacht, aus dem dunkelsten Dunkel, das Fünklein des Erlösungslichtes geboren werden soll, wenn das Kind in der Krippe mit der Verkündigung einer großen Freude gefeiert wird, dann ist es die Predigt der Johanniszeit, auf rechte Weise die Kraft zu entfachen, die das Reifen und Welken erträgt um des inneren Wachstums willen. Die Heckenrose des Juni ist für den wahrhaft Wachsamen ausersehen, zur Rosa mystica zu werden, so wie der Holunder der Baum der Einweihung ist, der mit den tausend kleinen weißen Pentagrammen jeder seiner Blütendolden auf den unsterblichen Menschen hinweist, welcher im Leben den Tod und im Tode das Leben zu finden und zu fassen weiß um der Bewährung seiner verborgenen Gottesebenbildlichkeit willen.
Nichtduale Highlights # 9 31. Mai.2004 Editor: Hans Schulz
Der Geist weht...
Atemgebete erforscht von Neil Douglas-Klotz
Neil Douglas Klotz erschließt neue Zugänge zu den biblischen Schriften, indem er auf einen aramäischen Bibeltext zurückgreift. Hier ein Zitat aus seinem Buch "Der Prophet aus der Wüste":
Wenn er in Matthäus 6, 6 über das Betenspricht, verwendet er das Bild einer inneren Kammer, in die man sich zurückziehen kann. In der Einheitsübersetzung heißt es:
Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. ...
Eine Erweiterung der oben genannten Stelle unter Hinzufügung der aramäischen Nuancen ergibt folgende Lesart:
Wenn du dich für das Göttliche öffnen willst, wie eine Falle, die bis in ihre Tiefen ausgehöhlt ist, wie ein Vordach, welches einen Schatten vor der göttlichen Hitze und dem Licht in deiner Seele wirft, dann gehe, körperlich, an deinen inneren Ort, oder zu derjenigen Geschichte oder dem Symbol. das dich an das Heilige erinnert. Schließe die Tür deines Bewusstseins gegenüber der öffentlichen Person, für die du dich hältst. Bete mit deinem inneren Sinn an Vater und Mutter Schöpfung, während die äußeren Sinne nach innen gewandt sind. Indem du dich selbst verhüllst, kann das Geheimnis durch dich enthüllt werden. Indem du dich dem Fluss des Heiligen öffnest, und irgendwo in einer inneren Form widerhallst, kann das Anschwellen des göttlichen Ozeans sich durch dich hindurch bewegen. Das atmende Leben aller enthüllt sich in der Art, wie du dein Leben führst.
Die genannte Stelle zeigt im Aramäischen ein vielschichtiges Bild. Wir konzentrieren uns auf ein Zentrum, ein Bild oder ein Gefühl, welches das Heilige unserem inneren Wesen bietet, ganz gleich was das sei. Wenn wir unserem Bewusstsein inneren und äußeren Raum gewähren, um diese heilige »Mitte« zu kontemplieren, dehnen wir uns über das hinaus aus, was wir zu sein glauben, damit das Heilige sich durch unser Wesen hindurch manifestieren kann.
zitiert aus: Neil Douglas-Klotz, Der Prophet aus der Wüste, München 2001 S.76-78
... in der Übersetzung von Martin Luther (Matthäus 6:9-13)
... in the translation by Martin Luther
... in einer Übersetzung von Neil Douglas-Klotz
... in a translation by Neil Douglas-Klotz
Abwûn d'bwaschmâja
Vater unser im Himmel.
Our father who art in heaven.
Oh Du, atmendes Leben in allem, Ursprung des schimmernden Klanges. Du scheinst in uns und um uns, selbst die Dunkelheit leuchtet, wenn wir uns erinnern.
Oh you, breathing life in all, origin of the gleaming sound, you shine in us and around us, even the darkness glows when we remember
Nethkâdasch schmach
Dein Name werde geheiligt.
Hallowed be thy name.
Hilf uns einen heiligen Atemzug zu atmen, bei dem wir nur Dich fühlen - und Dein Klang in uns erklinge und uns reinige.
Help us to draw a holy breath, in which we feel only you and my your sound ring in us and purify us.
Têtê malkuthach
Dein Reich komme.
Thy kingdom come.
Laß Deinen Rat unser Leben regieren und unsere Absicht klären für die gemeinsame Schöpfung.
May your counsel rule our lives and make our intentions clear for the common creation.
Nehwê tzevjânach aikâna d'bwaschmâja af b'arha
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Thy will be done on earth, as it is in heaven.
Möge der brennende Wunsch Deines Herzens Himmel und Erde vereinen durch unsere Harmonie.
May the burning wish of your heart unify heaven and earth through our harmony.
Hawvlân lachma d'sûnkanân jaomâna
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Give us this day our daily bread.
Gewähre uns täglich, was wir an Brot und Einsicht brauchen: das Notwendige für den Ruf des wachsenden Lebens.
Grant us daily the bread and insight that we need: what is necessary for the call of growing life.
Nichtduale Highlights # 8 17. Mai.2004 Editor: Hans Schulz
Wege
Ein Gedicht von Antonio Machado und Textausschnitte von Raimon Panikkar
Caminante, son tus huellas el camino, y nada mas. Caminante, no hay camino, se hace camino al andar. Al andar se hace camino y al volver la vista atras se ve la senda que nunca se ha de volver a pisar. Caminante, no hay camino sino estelas en el mar.
Wanderer, deine Fußspuren sind der Weg, und weiter nichts.. Wanderer, es gibt keinen Weg, der Weg entsteht beim Gehen, beim Gehen entsteht der Weg, und im Blick zurück sieht man den Pfad, den man nie wieder betreten muss. Wanderer, es gibt keinen Weg, außer dem Kielwasser im Meer.
Wanderer, your footsteps are the road, and nothing more; wanderer, there is no road, the road is made by walking. By walking one makes the road, and upon glancing behind one sees the path that never will be trod again. Wanderer, there is no road-- Only wakes upon the sea.
Sie haben beim Stichwort "Freiheit" gesagt, dass in jedem Menschen etwas Unvertauschbares, Ewiges heranreife und dass in diesem Prozess der Wille keine ausschlaggebende Rolle spielt. Kann dieser Weg auch verfehlt werden, wenn ein Mensch zum Beispiel die Gnade bewusst zurückweist?
Sicher, man kann den Weg verfehlen. Ich möchte in diesem Zusammenhang das Wort "Weg" nicht überbetonen, weil die wahre Freiheit nicht die Freiheit eines schon vorgeschriebenen Weges ist. Wir sind gerade darum frei, weil wir selbst den Weg machen. Die Freiheit besteht nicht darin, zwischen Weg "A" und Weg "B" zu wählen, sondern einen neuen Weg anzulegen, wo noch nie ein Weg war. Dazu darf ich mich von außen in keiner Weise beeinflussen lassen, sonst ist es kein freier, persönlicher Weg, was da herauskommt.
*** Es gibt drei Schichten der Freiheit: Zunächst die Freiheit der Wahl und die Freiheit der Entscheidungen. Bis an diesen Punkt befinden wir uns auf einer psychologischen Ebene. Aber dann gibt es noch eine ontologische Freiheit, die gerade darin besteht, dass der Kern meines Wesens sein Schicksal selber erschafft. Wir sind gleichzeitig Zuschauer und Schauspieler in dieser göttlichen Komödie der Wirklichkeit.
*** Aber es kommt noch etwas hinzu, das wir sehr oft vergessen: Wir schauen und spielen nicht nur, sondern wir sind die Verfasser, die Autoren des Librettos der Komödie. Zwar bin ich nicht der einzige, aber ein Mitverfasser sozusagen. Wir sind, indem wir die Sache sehen und mitspielen, selber Improvisateure.
*** Man kann sich verfehlen. Aber der Fehler besteht nicht darin, dass ich dem Libretto nicht gefolgt bin, sondern dass ich nicht schöpferisch genug gewesen bin.
Zitiert aus: Raimon Panikkar, Einführung in die Weisheit, S. 123 -125 Freiburg 2002
Nichtduale Highlights # 6 9.April.2004 Editor: Hans Schulz
Frohe Ostern wünsche ich den Lesern der Nichtdualen Highlights!
"To enter deeply into meditation is to enter into the mystery of suffering love. It is to encounter the woundedness of our human nature. We are all deeply wounded from our infancy and bear these wounds in the unconscious. The repetition of the mantra is a way of opening these depths of the unconsciousness and exposing them to light. It is first of all to accept our woundedness and thus to realize that this is part of the wound of humanity. All the weaknesses we find in ourselves and all the things that upset us, we tend to try to push aside and get rid of. But we cannot do this. We have to accept that "this is me" and allow grace to come and heal it all. That is the great secret of suffering, not to push it back but to open the depths of the unconscious and to realize that we are not isolated individuals when we meditate, but are entering into the whole inheritance of the human family."
"Tief in die Meditation gehen heißt, in das Geheimnis der leidenden Liebe einzutreten. Es bedeutet, dem Verwundetsein unserer menschlichen Natur zu begegnen. Wir sind alle tief verwundet seit unserer frühen Kindheit und tragen diese Wunden im Unbewussten. Die Wiederholung des Mantras ist ein Weg, diese Tiefen des Unbewussten zu öffnen und sie ans Licht zu bringen. Zuerst müssen wir unser Verwundetsein annehmen und so erkennen, dass es Teil der Verletzung der Menschheit ist. Wir neigen dazu, all die Schwächen, die wir in uns selbst finden, und alle Dinge, die uns verwirren, beiseite zu schieben und abzuschütteln. Aber wir können das nicht tun. Wir müssen akzeptieren, dass wir dies sind und der Gnade erlauben, in Erscheinung zu treten und alles zu heilen. Dies ist das große Geheimnis des Leidens: Es nicht wegzuschieben, sondern die Tiefen des Unbewussten zu öffnen und zu erkennen, dass wir keine isolierten Individuen sind, wenn wir meditieren, sondern dass wir das ganze Erbe der menschlichen Familie antreten."
"The resurrection does not consist merely of the appearances of Jesus to his disciples after his death. Many think that these appearances in Galilee and Jerusalem are the resurrection. But they are simply to confirm the faith of the disciples. The real resurrection is the passing beyond the world altogether. It is Jesus' passage from this world to the Father. It was not an event in space and time, but the passage beyond space and time to the eternal, to reality. Jesus passed into reality. That is our starting point. It is into that world that we are invited to enter by meditation. We do not have to wait for physical death, but we can enter now into that eternal world. We have to go beyond the outer appearances of the senses and beyond the concepts of the mind, and open ourselves to the reality of Christ within, the Christ of the resurrection.".
"Auferstehung beinhaltet nicht nur das Erscheinen Jesu' vor seinen Jüngern nach seinem Tod. Viele glauben, dass dieses Erscheinen in Galiläa und Jerusalem die Auferstehung sei. Aber es dient nur der Glaubensbestätigung der Jünger. Wirkliche Auferstehung heißt, völlig über die Welt hinauszugehen. Es ist Jesu' Reise von dieser Welt zum Vater. Das geschah nicht in Raum und Zeit, sondern war eine Reise über Raum und Zeit hinaus, zum Ewigen, zur Wirklichkeit. Jesus ging in die Wirklichkeit. Damit beginnen wir.
In diese Welt sind wir eingeladen, durch Meditation einzutreten. Wir müssen nicht auf den physischen Tod warten, sondern wir können jetzt in diese ewige Welt eintreten. Wir müssen über die äußeren Erscheinungen der Sinne und über die Begrifflichkeit des Geistes hinausgehen und uns selbst der Wirklichkeit des inneren Christus öffnen, des Christus der Auferstehung."
Bede Griffiths OSB, THE NEW CREATION IN CHRIST: CHRISTIAN MEDITATION AND COMMUNITY (Springfield, IL: Templegate, 1994) p50 / p77
Nichtduale Highlights #5 1.April 2004 - Editor Hans Schulz Diese Ausgabe der Highlights bringt zwei Gedichte von Kabir. Ich habe eine nicht so bekannte amerikanische Vorlage benutzt. Einige weitere deutsche und englische Quellen möchte ich hier noch anfügen:
rûpa rekha jehi hai nahim, adhara dhare nahim deha gagana maNDala ke madhye rahtâ purûSha bideha sâ'im merâ eka tûm aur na dûjâ koi jo sâhab dûjâ kahe dûjâ kulakâ hoi saguna kâ sevâ karom nirguna kâ karûm jnâna nirguna saguna ke pare tahem hamârâ dhyâna
He has no form or dimension, no body or earthliness. In the middle of heaven's mandala He stays, the Incorporeal Person. He is my Lord, the One and One only, without a second. Anyone who says He is more than one is of no good family. (Says Kabir:) I worship God-With-Attributes I have gnosis of God-Without-Attributes But beyond Attributes and Non-Attributes-- there I fix my attention!
*
Die Göttliche Einheit
Er hat weder Form noch Ausdehnung, weder Körper noch irdene Gestalt. Im Zentrum des himmlischen Mandalas steht Er, die Person ohne Körper. Er ist mein Herr, der Eine und Einzige, ohne zweiten. Wer behauptet, Er sei mehr als einer, kommt nicht aus gutem Hause. Sagt Kabir: Ich bete zu dem Gott-mit-Eigenschaften, ich habe Einsicht in den Gott-ohne-Eigenschaften, aber meine Aufmerksamkeit sammle ich jenseits von Eigenschaften und Eigenschaftslosigkeit.
mana tu pâra utâra kahâm jaiho âge panthi pantha na koi kachu mukâm na paiho nâhim tamha nira nâva nâhim khevaTa nâ guna khevanahârâ dharani gagana kachu nâhim nâ kachu bâra na pârâ nahim tana nahim mana nahim apanapo sunna mem sudha na paiho balihâna hoya baiTho ghaTa mem vâhi Thaure hoi ho bârhi bâra bicâri dekha mana anta kahâ mata jaiho kahe kabir saba châRa kalapanâ jyom ke tyom Thaharai ho
Oh Geist! Wo ist das andere Ufer, zu dem du übersetzt? Vor dir ist kein Reisender, kein Pfad; auch kein Halten, keine Ankunft. Es gibt kein Wasser, kein Boot, keinen Bootsmann, keinen Ruderknecht. Es gibt weder Erde noch Himmel; weder dieses Ufer, noch das andere. Kein Körper, kein Geist. Du wirst nichts eigenes finden in dieser Leere. Sei standhaft; bleibe im irdenen Gefäß deines Körpers. Gerade dort ist dein Ort. Jetzt schau nur dies eine Mal in deinen Geist hinein, beobachte und denke nach. Gehe nirgends anders hin.. Kabir sagt: Lass alle Ablenkung los! Verweile ruhig, so wie du bist.
Übst du Japa aus, solltest Du Dich eins mit dem Mantra fühlen. Im Sri Kanthrya Samhita heißt es: "Bleiben das Mantra, seine Gottheit und der das Mantra Wiederholende voneinander getrennt, werden seine Kräfte nie erfahren werden. Der innere Friede wird sich nicht einstellen." Deswegen sage ich jedem von Euch: "Verehre Dein eigenes Selbst. Meditiere über dein eigenes Selbst. Knie nieder vor deinem eigenen Selbst. Übe das Japa des eigenen Selbst. Gott wohnt in Dir als Du."
Das Japa des eienen Selbst üben bedeutet, dass das Mantra, seine Gottheit und der das Mantra wiederholende Mensch in dessen Gemüt als Einheit vibrieren. Nur so werden die Kräfte des Mantras erfahren. Dies ist das Geheimnis des Mantra-Japa.
zitiert nach: Swami Muktananda, Das Mantra So' Ham Japa, Freiburg 1976 S. 18-19
"one must seek the shortest way and the fastest means to get back home - to turn the spark within into a blaze, to be merged in and to identify with that greater fire which ignited the spark"
Man muss den kürzesten Weg und die schnellsten Mittel suchen, um heimzukehren - den inneren Funken in eine Stichflamme verwandeln, darin aufgehen und sich mit dem grösseren Feuer identifizieren, das den Funken zündete.
Nichtduale Highlights # 4 14.2. 2004 Editor Hans Schulz
Wesen des Atman
von Shankara
Nun aber will ich dir das Wesen des Atman enthüllen.
Wenn du es erkennst, dann bist du erlöst von den
Banden der Unwissenheit und erlangst Befreiung.
Es gibt eine aus sich selbst bestehende Wirklichkeit,
die Grundlage unseres Ich-Bewusstseins ist.
Diese Wirklichkeit ist Zuschauer der drei Zustände
unseres Bewusstseins und unterscheidet sich von den fünf körperlichen Hüllen.
Diese Wirklichkeit ist der Wissende in allen Bewusstseinszuständen, dem Zustand des Wachens, Träumens und des traumlosen Schlafes. Sie ist der Gegenwart oder Abwesenheit des Denkorgans sowie seiner Funktionen gewahr.
Sie ist der Atman.
Diese Wirklichkeit erschaut alles in ihrem eigenen Licht.
Sie selbst kann niemand sehen. Sie gibt dem Denkorgan und
dem Verstand Einsicht, aber niemand erleuchtet sie.
Diese Wirklichkeit durchdringt das Weltall, aber nichts durchdringt sie.
Sie allein leuchtet. Das Weltall erstrahlt im Widerschein ihres Lichtes. ...
Dies ist der Atman, das höchste Wesen, der Uralte.
Niemals endet seine Erfahrung unendlicher Freude.
Immer ist er der gleiche. Er ist Bewusstsein selbst.
Unter seinem Befehl arbeiten die Organe und Lebensenergien.
Hier in diesem Körper, im geläuterten Denkorgan, in der geheimen Kammer der Vernunft, im unendlichen Weltall
innerhalb des Herzens, erstrahlt der Atman in seinem bezaubernden Glanz,
wie die Sonne am Mittag. Sein Licht enthüllt das Weltall.
S. 36-37
Shankara, Das Kleinod der Unterscheidung Scherz-Verlag o.J.
Vasishtas Gebet für einen ruhigen Geist
Möge ich meiner Gedanken gewahr sein --- damit sie, wie Worte auf Wasser geschrieben, schwinden, sobald sie geschrieben sind. Wenn ich meinen Geist nicht zur Ruhe bringen kann, lass mich an Unendliches Glück denken, frei von Sorgen, frei von Zweifel. Lass den Schleier, den Geist, sich lüften, damit ich das Wahre Selbst sein kann.
Man muss dem Inneren die entspannte Ruhe zugestehen, auch wenn man überzeugt ist, die Zeit im Nichtstun zu verlieren.
Das einzige, was man in diesem Zustand tun kann, ist dies: Man soll das Innere frei lassen von Wahrnehmungen und Gedanken, Meditationen und Erwägungen und sich ausschließlich hingeben an ein liebevolles und friedvolles Innewerden Gottes.
JOHANNES vom KREUZ, 1542-1591
Wir sind sterblich, wo wir lieblos sind, unsterblich, wo wir lieben.
Nothing sings in our bodies like breath in a flute. It dwells in the drum. I hear it now that slow beat like when a voice said to the dark, let there be light, let there be ocean and blue fish born of nothing and they were there. I turn back to bed. The man there is breathing. I touch him with hands already owned by another world Look, they are desert, they are rust. They have washed the dead. They have washed the just born. They are open. They offer nothing. Take it. Take nothing from me. There is still a little life left inside this body, a little wildness here and mercy and it is the emptiness we love, touch, enter in one another and try to fill.
Nichts
Nichts singt in unseren Körpern, wie der Atem in einer Flöte. Es wohnt in der Trommel. Jetzt hör ich es, den langsamen Schlag, wie eine Stimme, die zum Dunkel sprach, es werde Licht, es werde Meer und blauer Fisch aus nichts geboren sie waren da. Ich drehe mich ins Bett zurück. Der Mann da atmet. Ich berühre ihn mit Händen, die schon einer anderen Welt gehören. Schau, sie sind Wüste, sie sind Rost. Sie haben die Toten gewaschen. Sie haben die Neugeborenen gewaschen. Sie sind offen. Nichts bieten sie an. Nimm es. Nimm nichts von mir. Noch immer ist ein bisschen Leben in diesem Körper, ein bisschen Wildheit hier und Mitgefühl und Leere ist es, die wir lieben, berühren, gegenseitig besuchen und zu füllen versuchen.
... Wir können drei Herzen unterscheiden. Das physische Organ, das Blut pumpt, das Herz-Zentrum des Kundalini-Yoga- eines der wichtigen psychischen Zentren, und es gibt das spirituelle Herz, das jenseits des Sahasrara-Chakras und all der Zentren ist. Es ist das Zentrum jenseits aller Zentren.
In Sanskrit wird das Wort Hridyam benutzt uns das wird übersetzt als Herz. Ich bin kein Sanskrit-Gelehrter, aber Hrid bedeutet Herz oder Zentrum. "Hridyam" bedeutet: "Hier ist das Zentrum". Es ist das gleiche wie Buddha Natur, Ursprüngliche Natur, Selbst, Ursprüngliches Gesicht, Shunya etc.
Wenn die Upanischaden Hridyam oder Hridya Gufa erwähnen (die Höhle des Herzens) oder Ramana Maharshi vom Herzen spricht, reden sie von diesem Zentrum des Seins.... Reinem Sein, Reiner Gegenwärtigkeit ohne Kanten, dem Spirituellen Herzen. Als ich Suzukis Zitat sah, war ich wirklich beeindruckt von der Ähnlichkeit, wie ich das Herz beschreiben würde und der Art, wie Suzuki die buddhistische Perspektive beschrieb. Hier ist das Zitat:
"Allwissenheit macht die Essenz der Buddhaschaft aus. Es bedeutet nicht, dass der Buddha jedes individuelle Ding kennt, sondern dass er das fundamentale Prinzip der Existenz erkannt hat und dass er tief in das Zentrum des eigenen Seins vorgedrungen ist."
Auch das folgende Zitat von Suzuki ist wunderbar in seiner Schönheit und Klarheit: D.T. Suzuki (1870-1966) "Wenn man tief in das Zentrum des eigenen Seins vordringt, findet man eine namenlose Transparenz, einen hellwachen Raum, ausgefüllt mit der ganzen Welt, von den eigenen Gedanken und Gefühlen und dem Körper bis zu den Sternen am Himmel. Diese ruhige raumhafte Nicht-Dinglichkeit ist das Herz des Seins von jedem. Wenn man daher diese Nicht-Dinglichkeit findet, sieht man, dass man ursprünglich vereint ist mit allen Wesen. An der Wurzel gibt es nur einen - den Einen."
Zum Einen zu erwachen ist vor allem eine Angelegenheit wirklichen Sehens und blanker Aufmerksamkeit, mehr als von intellektuellem Verstehen - so wichtig Verstehen auch ist. Wie Suzuki sagte: "Ich sehe. Das ist es." Dieses Sehen ist kein weiterer Zustand des Geistes, der kommt und geht. Es ist erwachter Nicht-Geist, der Grund des Seins, der allen Geisteszuständen zu Grunde liegt und ihre Quelle ist, Samadhi eingeschlossen. Die Inhalte des Geistes kommen und gehen im Nicht-Geist.
Die Zitate Suzukis sind bemerkenswert, da ich in ihnen Resonanz mit der Wahrheit des Seins finde, obwohl ich einen völlig anderen Hintergrund und ein unterschiedliches Training habe, und dem Kundalini-Yoga verbunden bin. ...
Love to all
Harsha
Taufrisch, diese Rose zwischen den Blättern auf deinem vollen Tisch.
Nichtduale Highlights #2 14. January 2004 - Editor Hans Schulz Die zitierten Texte sind alle mit Links zur Quelle versehen. Es lohnt sich, die Seiten zu besuchen.
Fukan Zazen Gi
Grundsätze des Sitzens in Versenkung (Tenpuku Fassung)
Dogen Kigen (1200-1253)
Grundsätzlich gesprochen, ist die Basis des Weges vollkommen allgegenwärtig. Wie könnte er also von Übung und Verwirklichung abhängen? Das Fahrzeug der Alten ist von Natur aus ohne Beschränkung, warum sollten wir also beständig Mühe aufwenden? Mit Sicherheit ist das alles umfassende Wesen weit jenseits jeder Verunreinigung, wer könnte eine Methode für möglich halten, es blank zu polieren? Nie ist es getrennt von diesem Ort hier, was nutzt da eine Pilgerfahrt, es zu praktizieren? Und doch, wenn auch nur eine Haaresbreite Unterscheidung existiert, ist die Kluft wie die zwischen Himmel und Erde. Ist einmal auch nur die geringfügigste Zuneigung oder Abneigung aufgestiegen, ist alles verwirrt und der Geist verirrt. Du solltest wissen, dass das unablässige Wandern durch die Zeitalter durch einen einzigen Augenblick der Reflektion entstand. Sich zu verirren in dieser Welt der Verunreinigung entsteht durch das Versagen, Überlegungen anzuhalten. Wenn du wünschst, zum äussersten Jenseits hinauszuschreiten, tue es einfach direkt.
Hakuin (1685-1768) Bodhidharma
Obwohl du stolz auf dein Verständnis und vollgestopft mit Einsicht bist, mit Weisheit, die mit einem Seitenblick schon Bescheid weiss; obwohl du den Weg erlangt hast und den Geist klärst, den Mut aufsteigen lässt, der den Himmel stürmt - du magst den Eingangsbereich erreicht haben aber immer noch den Pfad zur Befreiung missen. Selbst im Fall jenes Alten Shakyamuni: obwohl er von Geburt an Weisheit besass, bleibt doch sein sechsjähriges aufrechtes Sitzen kennzeichnend. Selbst der Grossmeister Bodhidharma, der das Siegel des Geistes empfing, hinterliess die Spur seiner neun Jahre gegenüber der Wand.. Wenn selbst die alten Weisen so waren, wie könnte heutigen Menschen das Streben erlassen werden? Daher kehrt die intellektuelle Praxis des Untersuchens von Worten, das dem Gerede hinterher jagen, um. Nehmt den Rückwärtsschritt des Umwendens des Lichts und des Zurückleuchtens. Von selbst werden Körper und Geist abfallen und dein ursprüngliches Gesicht wird erscheinen. Wenn du dieses wünschst, arbeite vordringlich am Sitzen in Versenkung.
„Ich liebe dieses Buch. Ich ertappe mich dabei, wie ich wieder und wieder darin rumblättere, wobei jeder Einblick immer wieder aufs Neue befreiend ist. Wie immer schafft es Chuck, tiefgründige Wahrheit mit äußerster Einfachheit auszudrücken. Seine köstliche Leichtigkeit und sein Sinn für Humor sind unendlich wertvoll für jeden, der dazu tendiert, das Leben zu ernst zu nehmen. Seine Art zu schreiben vermittelt stets das Gefühl, daß alles perfekt ist, so wie es ist. Wie immer zeigt er dem Leser, daß es eigentlich nichts zu suchen und nichts zu erreichen gibt. Gleichzeitig liefert er zahlreiche exzellente Hinweise für ein weiseres und erfüllteres Leben, sowie einen klaren Einblick, wie sich Therapie aus non-dualer Sicht darstellen kann. Diese Fähigkeit, sich sowohl auf der relativen, als auch auf der absoluten Ebene frei zu bewegen, erschließt dem Leser eine wahrhaft nützliche, einzigartige und umfassende Perspektive des Seins. Ich kann sowohl dieses, als auch allen anderen erleuchtenden Bücher von Chuck nur jedem ans Herz legen.“ Joan Tollifson Autorin von Bare-Bones Meditation und Awake in the Heartland
Chuck Hillig Samen für die Seele Edition Esoterick, Siegburg 2003 ISBN: 3-936830-10-X 142 Seiten, Paperback - Preis: EUR 14,90
.Stimmen zum Buch: „Dies ist ein Buch, daß ich mit Freuden empfehle. Ich liebe Chucks geradlinigen und humorigen Schreibstil. Am besten gefällt mir die Art, wie Chuck betont, wie wichtig es ist, daß Leben voll auszukosten und zu erfahren, eine Botschaft, die gar nicht oft genug wiederholt werden kann, in einer Zeit in, welcher der advaitische Idealismus oft dazu tendiert, daß Problem des oberflächlichen Lebens zu verschlimmern. Chuck hat so eine schöne und leichte Art, sich auszudrücken. Was ich wahrhaft würdigen möchte, ist die Art wie Chuck das spirituelle Leben in eine angemessene Perspektive zum menschlichen Leben aus praktischer Sicht setzt. Ein Buch, daß wirklich zum Nachdenken anregt und von dem viele Menschen profitieren können.“
Esther Veltheim Autorin von Jenseits von Konzepten-
Zitate aus der Leseprobe:
Wie auch immer du glaubst, daß die Welt ist, ist exakt so, wie die Welt sich dir präsentieren wird. Du lebst dein Leben stets in deinen Glauben darüber hinein, wie das Leben ist. Du siehst etwas in deinem Leben immer dann, wenn du stark genug daran zu glauben beginnst. Es ist nicht anders herum. Tatsächlich erschaffst du dir jeden Tag deine eigene private Hölle durch dein Anhaften an deinem Glauben, das dies... genau hier und genau jetzt... nicht der Himmel ist.
Deine stärksten Glaubenssätze darüber „wie die Dinge sind“ werden genau diejenigen Erfahrungen in dein Leben ziehen, die in der Lage sind, deine stärksten Glaubenssätze darüber zu unterstützen und zu beweisen, „wie die Dinge sind.“ Das Universum liebt dich so vollständig, daß es gezwungen ist, sich dir so zu präsentieren, daß deine stärksten Glaubenssätze bestätigt werden.... unabhängig davon, wie selbstbegrenzend oder abgefahren diese Glaubenssätze sein mögen. Kurz gesagt, das Universum möchte dich ins Recht setzen.
Unsere ursprüngliche Angst ist nicht die Angst, gehaßt zu werden. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Unsere ursprüngliche Angst ist eigentlich, so umfassend geliebt zu werden, daß unsere Erfahrung der Trennung von anderen sich vollständig auflösen wird und wir verschwinden werden. Das Überleben des Egos hängt von der Existenz der „anderen“ ab. Tatsächlich ist es das, was die „anderen“ so bedeutsam macht. Wir wollen einfach nicht alleine sein. Ironischerweise ist unsere äußere Angst, allein zu sein, nur eine externe Erscheinung der inneren Angst, „all-EINS“ zu sein.
Indem du in jedem Moment die Wahrheit darüber verkündest, wer du bist, erschaffst du auch einen sicheren Raum für andere, um dir in jedem Moment ihre Wahrheit darüber zu verkünden, wer sie sind. Aber du mußt den Mut aufbringen, den ersten Schritt zu tun. Wenn du anderen nicht deine Wahrheit verkündest, wirst du damit zurückgelassen, nur noch deine Lüge verkünden zu können. Triff deine Wahl.
Jemand band dein Kamel los
Ich kann nicht stillsitzen, wenn meine Landsleute in Ketten liegen. Ich kann mich nicht stumm stellen, wenn ich die Einsamkeit der Welt nahe dem Herz des Geliebten weinen höre.
Ich liebe Gott so, dass ich mit Ihm heute nacht tanzen könnte ohne dich, aber lieber hätte ich dich dabei.
Hast du deine Karawane verloren?
Es ist so, wenn du nicht länger weinst vor Dankbarkeit oder Glück oder weinst, weil du tief getroffen bist vom Erkennen der eigenartigen Schönheit, die von der einfachsten Tätigkeit und dem gewöhnlichen Gegenstand ausgeht.
Mein Lieber, ist deine Karawane verloren?
Es ist so, wenn du nicht länger nett zu dir selber sein kannst und die nicht mehr lieben kannst, die mit der manchmal schwierigen Aufgabe leben müssen, dich zu lieben.
Erkenne wenigstens, dass jemand dein Kamel letzte Nacht losband, denn ich höre seine sanfte Stimme in der Wüste nach Gott rufen.
Erkenne wenigstens, dass Hafiz immer eine Laterne halten wird, mit blühenden Galaxien darinnen, und dass
ich immer deine Seele leiten werde zur göttlichen Wärme und Heiterkeit des Zeltes unseres Geliebten.
Please excuse my use of English as I do not speak or read German. Everyone has already seen this first issue on the web at http://nonduality.com/hlg1.htm. I am sending it to the list to make it "official." In the future, each issue will be sent to this list upon receipt from Hans. Afterward it will appear on the nonduality.com website.
Welcome to all. Please note that Hans is a moderator with full access to this list. Hans, Astrid and Franz select and translate the material and are fully responsible for the content.
I believe the role of Gloria, Joyce and myself is mainly to assist in whatever way we can, based upon our experience editing and 'growing' the English Highlights, and to help publicize the list.
It looks as though the population of this list will grow slowly. The responsibility is mainly to provide quality material on a regular basis, whether it is daily or every two weeks. As people learn about this community, they will sign up.
I look forward to a long relationship.
Jerry Katz
Nichtdualen Highlights
#1 Mittwoch, 31.12.2003 - Editor Hans Schulz
Hier ist nun die erste Ausgabe der deutschen Nichtdualen Highlights. Dies ist eine auszugsweise Übersetzung von Gloria Lee's NDhighlights #1658. Ich hoffe, mit einigen Mitübersetzern ein größeres Spektrum der Highlights auf Deutsch ins Web stellen zu können.
Den Lesern wünsche ich einen guten Rutsch ins Jahr 2004.
"Der Geist wird nicht wie der Körper gestärkt, , indem man ihm Bewegung gibt,
sondern indem man ihn zum Anhalten, zur Ruhe bringt.
No Ajahn Chah (Heart & Mind #38)
Natürlich gibt es Dutzende Meditationstechniken, aber alles mündet darin - lass' alles sein.
Komm herüber, hier ist kühl und friedvoll. Warum willst du es nicht versuchen?
No Ajahn Chah (Heart & Mind #69)
"Erinnere dich, du meditierst nicht, um etwas zu erreichen, sondern um Dinge "loszuwerden".
Wir meditieren nicht mit Besteben, sondern mit Loslassen. Wenn du etwas "willst", wirst du es nicht finden.
No Ajahn Chah (Heart & Mind #77)
yick keng hang - Dharma-Direct
Praxis der Achtsamkeit
Achtsamkeit zu üben heißt, sich ständig all dessen bewusst zu sein, was wir tun. Wir müssen unseren Geist im gegenwärtigen Moment halten und die Details und Nuancen unserer Tätigkeit beachten. Wenn wir zum Beispiel eine Schale achtsam waschen, bemerken wir die Beschaffenheit der Schale, sind uns bewusst, wie stark wir den Schwamm in die Schale drücken, registrieren die Geschwindigkeit, mit der wir die Tätigkeit durchführen, auch
unsere Empfindungen und unseren Gedankenfluss.
Je mehr sich eine Tätigkeit der Routine nähert, umso wahrscheinlicher werden wir auf "Autopilot" schalten und unseren Geist anderswo lassen. Wir neigen dazu, die Gegenwart nicht vollständig zu würdigen, weil unser Geist ständig durch Zeit und Raum hin und her pendelt. Die Vergangenheit ist Geschichte und die Zukunft ist nur eine Möglichkeit - sie könnte nicht einmal eintreten.
DIE EINZIGE ' WIRKLICHKEIT ' FÜR UNS IST, WAS UNSER GEIST IM
AUGENBLICK WAHRNIMMT!
Wenn du diese Schale mit voller Aufmerksamkeit wäschst, lernst du sehr viel über diese Schale. Wenn du der Achtsamkeit Priorität und Methode gibst, verbringst
du viel mehr Zeit im hier und jetzt.
Daher lernst du viel über dich selbst und deinen Kontakt mit anderen. Dein Benehmen
wird auf natürliche Weise empfindsamer, einfühlsamer und daher wirkungsvoller.
Achtsamkeit fördert die Empfänglichkeit für das, was in dir vorgeht. Daher entwickeln sich Gleichmut und Mitgefühl. Stelle dir vor, du wirst von jemandem
bedient, der ruhevoll und achtsam ist, verglichen mit jemand, der innerlich mit anderen Dingen beschäftigt ist.
ACHTSAMKEIT GIBT UNS DIE QUALITÄTEN VON:
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1) Empfindsamkeit Nichts wird so eingeschätzt, dass es unserer Aufmerksamkeit unwürdig wäre.
So wird alles, was in unserer Wahrnehmung erscheint, gleichermaßen willkommen geheißen.
2) Einssein
Unser Herz, Körper und Geist verbinden sich intensiver miteinander, machen uns für alle Dinge empfänglich, ohne zu urteilen, anstatt emotional zu reagieren.
3) Klarheit Achtsamkeit reflektiert einfach jeden Augenblick gleich einem Spiegel. Sie löst die Gewohnheit des Beurteilens und Reagierens auf, führt zur Klarheit der Wahrnehmung und damit zu größerer Stille.
Wenn der Geist nicht achtsam ist, folgt er seinen gewohnten Verhaltensmustern (Mögen, Ablehnen, Zurückweisen, Verfolgen, Projizieren) für und gegen Dinge.
Klare Aufmerksamkeit ist Bewusstsein, frei vom Vorgang des Reagierens, ohne etwas zum Erleben hinzuzufügen oder davon wegzunehmen. Verwirrung löst sich auf, Klarheit und Gelassenheit treten hervor.
Achtsamkeit fördert keine neuen Theorien oder Glaubenssysteme,
sondern richtet einfach unseren Geist auf die grundlegende
Klarheit und Wirklichkeit unserer eigenen Erfahrungen. Sie macht uns wach und befreit uns vom Spekulieren darüber, was einmal
gewesen sein könnte oder was nun möglich wäre.
Gloria Lee - Dzogchen
"Der Kreuz des Segens: Buddhistische Meditationskunst" Eine Ausstellung tibetischer, nepalesischer, mongolischer, indischer und chinesischer Gemälde, Skulpturen, Textilien und Ritualgegenstände, die die Ideale und Lehren wichtiger buddhistischer Tantras aus der Himalaya-Region übermitteln . Auf der Museumswebsite ist eine große Online-Ausstellung, die viele Bilder in Vollbildschirm-Modus zeigt.http://kaladarshan.arts.ohio-state.edu/exhib/circleofbliss/Entrance.html
Tägliches Dharma
"Ob du gehst oder stehst, sitzt oder liegst,
die ganze Welt ist dein eigenes Selbst.
Du musst herausfinden,
ob die Berge, Flüsse, das Gras und die Wälder
in deinem eigenen Geist existieren oder außerhalb von ihm.
Analysiere die zehntausend Dinge
und wenn du dies an die Grenze des Möglichen treibst,
wirst du zum Grenzenlosen kommen.
Wenn du sie untersuchst,
kommst du zum Ende der Suche,
wo das Denken nicht weiterreicht und Unterscheidungen schwinden.
Wenn du die Festung des Zweifels zerschlägst,
dann ist der Buddha einfach du selbst.
Wenn man die Geschichte der Eroberer und Dynastien in Ruhe liest,
fühlt man nichts Tiefgründiges hinter den Wandlungen und Launen der Vergangenheit;
nur wenn man verschiedene Herausforderungen und Schwierigkeiten im Leben erfährt,
erreicht man ein tiefgreifendes Verständnis der Vergänglichkeit weltlicher Affären.