Anmelden
Neuer Nutzer? Registrieren
IMI-List · Infoverteiler der Informationsstelle Militarisierung e.V. (IMI)
? Bereits Mitglied? Anmelden bei Yahoo!

Tipps für Yahoo! Groups

Gut zu wissen...
Sie können In der Group nach älteren Beiträgen suchen.

Beiträge

  Beiträge Hilfe
Erweitert
[0161]: Broschüre bestellbar: "Deutschland und die Bundeswehr als g   Beitragsliste  
Antworten | Weiterleiten Beitrag #93 von 224 |
-------------------------------------------------------
Online-Zeitschrift "IMI-List"
Nummer 0161 ....... 7. Jahrgang ...... ISSN 1611-2563
Hrsg.: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Red.: IMI / Tobias Pflüger ....... HTML/ASCII-Version
Abo (kostenlos)... IMI-List-subscribe@yahoogroups.com
Archiv: .. http://www.imi-online.de/mailingliste.php3
-------------------------------------------------------

Liebe Leser/in!

Der Count-Down zum Irakkrieg läuft weiter. Wir bieten heute einiges
neues Material an, das bei den Aktivitäten gegen den Irakkrieg verteilt
werden kann.

Die Dokumentation des IMI-Kongresses vom November 2002 ist da! Für 2,50
Euro kann bei IMI die Broschüre "Deutschland und die Bundeswehr als
globaler Akteur" ab sofort bestellt werden. Auf 70 Seiten finden sich
aktuelle Analysen.

Und: es gibt ab sofort auch wieder eine neue "Zeitung gegen den Krieg"!

Als inhaltliche Beiträge finden sich in der heutigen IMI-List 161 anbei
ein Interview, das das Schwäbische Tagblatt mit Tobias Pflüger geführt
hat zur deutschen Rolle im Irakkrieg (Titel: "Rot-grün ermöglicht den
Krieg") und eine IMI-Analyse von Jürgen Wagner: "Die USA-Regierung
arbeitet an einer neuen Welt(öl)ordnung".

Am Ende - wie immer - Links auf viele neue Texte auf der IMI-Homepage.

Die Sonderseite zum Irakkrieg ist neu aufgebaut und nach Themen
sortiert: http://www.imi-online.de/2003.php3?id=369


1. Broschüre "Deutschland und die Bundeswehr als globaler Akteur"
2. Neue "Zeitung gegen den Krieg" (Nr. 13)
3. Interview: Rot-grün ermöglicht den Krieg
4. IMI-Analyse: Die USA-Regierung arbeitet an einer neuen Welt(öl)ordnung
5. Links auf neue Texte auf der IMI-Homepage

http://www.imi-online.de // http://www.imi-online.de

1. Broschüre "Deutschland und die Bundeswehr als globaler Akteur"

Wir freuen uns, dass rechtzeitig zu den großen Antikriegsaktivitäten
(München, Berlin etc.) die Broschüre "Deutschland und die Bundeswehr als
globaler Akteur" fertig geworden ist. Die Broschüre (IMI-Studie 2003/01,
ISSN: 1661-2571) eignet sich gut als Hintergrundmaterial, für Infostände
o.ä.

Wir meinen es ist eine spannende und aktuelle (Redaktionsschluss:
31.01.2003) Zusammenstellung zum Thema geworden.

Der Inhalt:

Seite 2: Tobias Pflüger: Der Blick auf Deutschland oder Eintritt in den
permanenten Kriegszustand. Einsatzorte und Szenarien der Bundeswehr im
"Krieg gegen den Terror"

Seite 15: Arno Neuber: Deutsche Interessen im sogenannten Krieg gegen
den Terror

Seite 21: Lühr Henken: Zur zukünftigen Entwicklung der deutschen
Militärausgaben

Seite 36: Lühr Henken: Zur zukünftigen Entwicklung deutscher
Kriegswaffenexporte

Seite 44: Jürgen Wagner: Irak als Vorspiel

Seite 55: Christoph Marischka: Mediale Wahrheiten

Seite 64: Claudia Haydt: Globalisierung und Krieg

Seite 68: Über die Autor/inn/en / Impressum

Preis: 2,50 pro Exemplar plus einmalig Porto, bei Bestellung ab 10 Stück
pro Exemplar 2,25 Euro plus einmalig Porto. Bitte direkt bei IMI
bestellen: e-mail an imi@... oder Telefon: 07071-49154.


http://www.imi-online.de // http://www.imi-online.de


2. Neue Zeitung gegen den Krieg (Nr. 13)

Die Situation um den Irak spitzt sich täglich weiter zu. Die Gefahr,
dass die US-Regierung dem Militär in den nächsten Wochen den Befehl zum
Angriff erteilt, ist enorm. Gleichzeitig ist aber auch der Widerstand
gegen diesen "angekündigten Krieg" so groß, wie das selten zuvor bereits
im Vorfeld eines Krieges der Fall war.

Wir müssen also alles tun, damit diese Gegenwehr gegen den Krieg sich
noch mehr verbreitert. Dafür ist die Herausgabe und Verbreitung einer
Zeitung wichtig, die auf politisch breiter Grundlage steht, für die
Menschen aus dem gesamten Anti-Kriegs-Spektrum schreiben und deren
Beiträge sachlich, fundiert und überzeugend sind.

Letzteres trifft offensichtlich auf die "Zeitung gegen den Krieg" zu.
Von der letzten Ausgabe (Nr. 12) ist bereits die zweite Auflage vergriffen.

Pünktlich zum 15.2.2003, dem "Global Action Day" gegen den Irak-Krieg,
erscheint nun eine neue Ausgabe der "Zeitung gegen den Krieg  ZgK". Sie
geht in den Vertrieb am 10.2.; ist also überall vor Ort rechtzeitig vor
dem Global Action Day. Bestellungen sollten nach Möglichkeit bis zum
7.2. aufgegeben werden.

Inhalt u.a.:

- Aufmacher: Deutschland und der Irakkrieg und die Situation nach
Vorlage der "Beweise"
- UN-Charta und deutscher Vorsitz im Sicherheitsrat
- Hans-Jochen Vogel (Chemnitz) zur "Logik" der Kriegstreiber
- Heike Hänsel interviewt Konstantin Wecker zu seiner Irak-Reise
- Uwe Hiksch zum transatlantischen Konflikt beim Irak-Krieg
- Beiträge aus der Antikriegsbewegung in Österreich und der Schweiz
- Gewerkschaften und Krieg - Interview
- Jürgen Wagner zum Krisenherd Nordkorea
- Claudia Haydt zum Ausgang der Wahlen in Israel
- Tobias Pflüger zur Situation der Antikriegsbewegung
- Gerold Schmidt (Mexico D.F.) zur Antikriegsarbeit in Mexiko
- Tariq Ali (London) zur Waffenbruderschaft Bush-Blair
- Winfried Wolf zur Geschichte der Antikriegsbewegung und ihren heutigen
Aufgaben
- Ulla Jelpke: Der Krieg und die Kurden
- Wolfgang Pomrehn: Kriegs- und Antikriegsdebatte in Südostasien
- u.a.

Umfang wie immer: üppige 12 Seiten
Abnahmepreis wie üblich: erstaunlich günstig für ein breites Verteilen:
je Ex. 15 Cent; ab 1000 Ex.: 12 Cent. (bis 100 Ex. zzgl. Porto; ab 101
Ex. incl. Portokosten)
Bestellungen an: zeitung-gegen-den-krieg@... oder Fax 03320544685
oder Tel. 030-24009363 (Alexander King).

Solidarisch grüßen: Tobias Pflüger und Winfried Wolf

Bestellzettel:

Name/Adresse:
...........................................................................

...........................................................................

Hiermit bestellen wir von der ZgK Nr. 13

...... Ex


Datum & Unterschrift: ........................................


http://www.imi-online.de // http://www.imi-online.de


3. Interview: Rot-grün ermöglicht den Krieg

in: Schwäbisches Tagblatt 21.01.2003

http://www.imi-online.de/2003.php3?id=407

Rot-grün ermöglicht den Krieg

Der Tübinger Friedens-Aktivist Tobias Pflüger über die Irak-Krise

Tübingen. Heute diskutiert der UN-Sicherheitsrat über den Blix-Bericht.
Fragen an den Tübinger Politikwissenschaftler Tobias Pflüger.

Am Montag übergaben die UN-Waffeninspektoren ihren Zwischenbericht. Wird
es jetzt noch einen Irak-Krieg geben?

Der Krieg steht leider immer noch auf der Agenda der USAA und
Großbritanniens. Diesen beiden Regierungen geht es nicht um die
Kontrolle von Massenvernichtungswaffen, sondern um ihre
Hegemonialinteressen in der Golfregion und ums Erdöl.

Die deutsche Bundesregierung hat sich gegen einen Krieg ausgesprochen.
Was ist davon zu halten?

Leider finden in Deutschland nicht ununterbrochen Wahlen statt. Denn im
Wahlkampf verstärkt vor allem die SPD immer ihre Friedensrhetorik. Dies
hat international durchaus positive Auswirkungen, weil sich dann auch
andere Regierungen darauf beziehen können. Aber in Wirklichkeit
unterstützt die Bundesregierung den geplanten Krieg.

Wie bitte?

Das beginnt damit, dass die Bundesregierung die US-Stützpunkte in
Deutschland sichert. dadurch werden US-Soldaten für andere Aufgaben
frei. Es geht weiter mit den AWACS-Aufklärungsflügen über der Türkei und
mit den deutschen panzern in Kuwait. Außerdem hat die Bundesregierung
erlaubt, dass die USA in großem Umfang Truppen und Kriegsmaterial über
Deutschland transportieren.

Die Regierung begründet dies mit Bündnisverpflichtungen.

Diese Begründung ist nicht zutreffend. Nach dem Zusatzabkommen zum
NATO-Truppenstatut hat die Bundesregierung ganz klar das Recht, solche
Transporte zu unterbinden. Nach Artikel 26. des Grundgesetzes hätte sie
sogar die Pflicht dazu. Denn danach ist auch die Unterstützung eines
Angriffskrieges verboten. Und bei dem geplanten Krieg handelt es sich
ohne Zweifel um einen Angriffskrieg. Die deutsche Regierung ermöglicht
erst, dass er überhaupt durchgeführt werden kann.

Unterwirft sich die Bundesregierung notgedrungen der westlichen
Führungsmacht USA, oder verfolgt sie eigene Interessen in der Golfregion?

Die Bundesregierung hat dort eigene Interessen. Das gilt zum Beispiel
für den Iran., mit dem man intensive Wirtschaftsbeziehungen pflegt.
Andererseits gehört der Iran für die USA zur "Achse des Bösen". Da gibt
es ganz klar eine Interessenkollision. Gleichzeitig kann man bei
Außenminister Fischer heraushören, dass die Bundesregierung eben auch an
der Nachkriegsordnung beteiligt sein will. Deswegen gibt es dieses
Doppelspiel aus Verweigerung und Mitmachen.

Kürzlich demonstrierten Tausende auf dem (Tübinger) Holzmarkt. Während
des Kosovo-Krieges, wo man gegen die eigenen Regierung hätte
protestieren müssen, waren es nur wenige hundert. Demonstrieren deutsche
Friedensfreunde am liebsten gegen die Kriege der Amerikaner?

Vor drei Jahren waren viele durch die Menschenrechtspropaganda von
Fischer und Scharping (die angeblichen KZs im Kosovo) gelähmt. Aber
diesmal ist die Kriegsrhetorik offensichtlich. Unsere Hauptaufgabe in
Deutschland ist es natürlich vor allem der deutschen Regierung auf die
Finger zu gucken. Und die beteiligt sich derzeit aktiv an der
Vorbereitung eines Krieges.

Die Fragen stellte Michael Hahn.

http://www.imi-online.de/2003.php3?id=407

http://www.imi-online.de // http://www.imi-online.de


4. IMI-Analyse: Die USA-Regierung arbeitet an einer neuen Welt(öl)ordnung

http://www.imi-online.de/2003.php3?id=410

http://imi-online.de/download/IMI-Analyse-NDOELPDF.pdf

IMI-Analyse 2003/009, ISSN 1611-213X

"Sehr guter Grund für einen Krieg"

Die USA-Regierung arbeitet an einer neuen Welt(öl)ordnung / OPEC soll
geschwächt werden

gekürzt in: Neues Deutschland, 01.02.03

Von Jürgen Wagner

Öl ist bekanntlich der Treibstoff moderner Ökonomien. Seine Kontrolle
dürfte wegen tief greifender Veränderungen des Weltmarktes noch
wichtiger werden. Bis zum Jahr 2020 wird laut Schätzungen der weltweite
Ölverbrauch um 50Prozent, der der Vereinigten Staaten um 33 Prozent
steigen, während die weltweiten Vorkommen kontinuierlich abnehmen. Die
USA müssten dann gut zwei Drittel ihres Bedarfs über Importe decken -
der "Schutz" ausländischer Ölvorkommen gewinnt also an Bedeutung. Mit
einem Anteil von 78Prozent verfügen die Mitglieder der Organisation
Erdöl exportierender Länder (OPEC) über den Löwenanteil des
verbleibenden Öls. Sie allein werden den steigenden Öldurst stillen
können. "Wie immer man es dreht und wendet:" folgert Die Zeit, "Den
politisch sensiblen Ländern am Persischen Golf wächst automatisch mehr
Marktmacht zu." Washingtons Krieg gegen den Irak zielt primär darauf ab,
diesem Einflussgewinn entgegenzuwirken - die Frage ist weshalb.

USA-Wirtschaftswachstum und billige Ölpreise

In seinem neuesten World Economic Outlook vom September 2002 gibt der
Internationale Währungsfond an, eine langfristige Erhöhung des Ölpreises
um 5 Dollar pro Barrel (159 Liter) senke das USA-Wirtschaftswachstum um
0.4%. Die Analysten von Goldman und Sachs schätzen bei einer permanenten
Preissteigerung von 10 Dollar den Rückgang sogar auf ein Prozent.

Dementsprechend wird von Seiten der USA-Regierung ein billiger Ölpreis
als notwendige Bedingung für eine florierende Wirtschaft betrachtet. In
der von Vizepräsident Dick Cheney verfassten Nationale Energiepolitik
(NEP) heißt es: "Steigende Ölpreise wirken wie eine Steuer durch
ausländische Ölexporteure. Sich ändernde Energiepreise verursachen
ökonomische Kosten [...] Diese Kosten können letztlich das ökonomische
Wachstum beeinträchtigen." Diesem grundsätzlichen US-Interesse an
billigem Öl steht vor allem eine Institution im Weg: Die OPEC.

Fall und Wiederaufstieg der OPEC

In den 70er Jahren hatten die elf, primär der Golfregion entstammenden
OPEC-Länder versucht, dauerhaft höhere Ölpreise durchzusetzen. Da der
globale Ölmarkt den Gesetzen von Angebot und Nachfrage gehorcht,
versuchte das Kartell seine Gesamtfördermenge zu senken, was zu einer
Verknappung und damit zu einem Preisanstieg führen sollte.

Allerdings musste die Mengenbegrenzung im Jahr 1986 aufgegeben werden.
Der Westen hatte auf den Preisanstieg mit der raschen Entwicklung von
Nicht-OPEC-Quellen (v.a. in der Nordsee) reagiert, die große Mengen Öl
auf den Weltmarkt lieferten und somit die Marktanteile der OPEC
übernahmen. Der Ölpreis blieb in der Folge mit durchschnittlich 17
US-Dollar pro Barrel extrem niedrig.

Da viele Nicht-OPEC Quellen allmählich versiegen und sie bereits heute
am Limit produzieren, scheint sich nun aber das Blatt zu wenden. Heute
verfügen einzig die OPEC-Länder über zusätzliche Förderkapazitäten.
Friedemann Müller von der SPD-nahen Stiftung Wissenschaft und Politik
weist auf die Folgen für den Ölpreis hin: "Im März 1999 wurde sich die
OPEC bewusst, dass die Nicht-OPEC-Produzenten über keine
Produktionsreserven verfügten, eine Mengenbegrenzung der OPEC daher
nicht durch die Übernahme von Marktanteilen durch andere aufgefangen
würde. Das Instrument der Mengenbegrenzung griff wieder. Der Preis stieg
im Jahr 2000 auf über 30 $. [...] Die in den 80er und 90er Jahren
verlorene Herrschaft über die Ölpreissteuerung hat die OPEC 1999 im
Prinzip zurückgewonnen."

Das Kartell will künftig mit Hilfe der Mengenbegrenzung den Ölpreis
zwischen 22 und 28 Dollar pro Barrel halten (bei einer deutlichen
Tendenz zum oberen Wert). Ginge es nur nach dem Gesetz von Angebot und
Nachfrage, würde sich laut David Kohl, Europa-Volkswirt der Bank Julius
Bär, der Ölpreis zwischen 15 und 16 Dollar bewegen. Der ehemalige
saudische Ölminister, Ahmed al-Yamani, schätzt für das Jahr 2004, dass
der Ölpreis ohne Eingriffe der OPEC auf 10 Dollar fallen könnte. Bei
einem US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukt von ca. 10,5 Billionen
Dollar beläuft sich demzufolge die von den OPEC-Ländern erhobene
"Steuer" auf einen jährlichen Betrag im dreistelligen Milliardenbereich.
Demgegenüber erscheinen die einmalig zu entrichtenden Kosten für einen
Krieg gegen Irak - von der USA-Regierung auf 100 bis 200 Milliarden
Dollar geschätzt - vergleichsweise gering. Zumal dieses Geld direkt den
engen Freunden der Bush-Administration in der Öl- und Rüstungslobby zu
Gute kommt.

Der Irakkrieg als Torpedo gegen die OPEC

In diesem Kontext besitzt das irakische Öl (sicher 12Prozent der
Weltvorkommen, vermutlich sogar deutlich mehr) seine eigentliche
Bedeutung. Aufgrund des UNO-Embargos liefert Bagdad derzeit nur geringe
Mengen auf den Weltmarkt. Deshalb kommt eine Studie des Center for
Strategic and International Studies zu dem Schluss, dass ein kurzer,
erfolgreicher Krieg gegen den Irak - wovon die USA-Regierung ausgeht -
kaum negative Auswirkungen auf Ölpreis und USA-Konjunktur haben würde.

Das Ziel der Bush-Administration ist es, nach der Einsetzung eines
Marionettenregimes die riesigen irakischen Vorkommen so schnell wie
möglich dem Markt zuzuführen und so das Land zu einem der wichtigsten
Weltölversorger aufsteigen zu lassen. Entscheidend ist, dass Washington
die künftige irakische Regierung dazu drängen wird, sich nicht an die
Mengenbegrenzung zu halten und aus der OPEC auszutreten - Iraks
Exilopposition signalisierte hierfür bereits ihre Zustimmung. Lawrence
Lindsey, bis vor kurzem engster ökonomischer Berater Bushs, gibt an:
"Wenn es einen Regimewechsel im Irak gibt, könnte man der Weltversorgung
3 bis 5 Millionen Barrel hinzufügen. Ein erfolgreich durchgeführter
Krieg wäre gut für die Wirtschaft." Der ehemalige irakische Ölfunktionär
Fadhil Chalabi schätzt, dass der Irak in zehn Jahren bis zu 12 Millionen
Barrel pro Tag (mb/d) liefern könnte. Dies hätte dramatische
Auswirkungen für den Ölpreis. Der wichtigste Öllieferant der Welt,
Saudi-Arabien, vermag derzeit mit einer Förderung von 8 mb/d und mit
einer Reservekapazität von 3 bis 5 mb/d den Ölpreis entscheidend zu
diktieren.

Die zu erwartende irakische Ölschwemme würde somit den Ölpreises
erheblich senken und zusätzlich, so die Kalkulation der USA-Regierung,
einen Dominoeffekt auslösen. Da Saudi Arabien auf hohe Einnahmen aus dem
Ölverkauf angewiesen ist, um seinen Haushalt einigermaßen ausgeglichen
zu gestalten, müsste es sich, wie es die NEP fordert, USA-Investoren
öffnen, um seine riesigen, unerschlossenen Vorräte dem Weltmarkt ebenso
zuzuführen, wie seine Reservekapazität. Nur so könnte das Land die
Verluste aus dem gesunkenen Ölpreis kompensieren, womit es aber die
Kontrolle über die Preisgestaltung verlieren würde.

Dies ist für die USA umso bedeutender, da sich die Spannungen mit dem
wichtigsten OPEC-Land, Saudi-Arabien, verschärfen. Allein der Abzug von
ca. 250 der 850 Milliarden Dollar saudischer Direktinvestitionen aus den
USA war für Washington ein schwerer Schlag, der Vorbote noch
gravierenderer Maßnahmen gewesen sein könnte.

Ende des Petrodollar Imperialismus?

Die internationale Dollarhegemonie basiert zu einem wesentlichen Teil
auf dem sogenannten Petrodollar Imperialismus. Henry Liu schreibt hierzu
in der Asia Times: "Jeder akzeptiert Dollars, weil man mit ihnen Öl
kaufen kann. Das Recycling von Petrodollars ist der Preis, den die USA
den ölproduzierenden Ländern für die Toleranz der OPEC abverlangt hat."

Bislang wurde das in Dollar abgerechnete Öl entweder durch die
OPEC-Länder direkt (Waffenlieferungen) oder indirekt (über den Dollar)
in den USA reinvestiert. Für die USA kommen demzufolge Überlegungen
Saudi Arabiens, sein Öl künftig generell in Euro abzurechnen einer
Kriegserklärung gleich, denn sicher würden die anderen OPEC-Länder Riads
Beispiel folgen. Dies hätte katastrophale Folgen für die Rolle des
Dollar als Weltleitwährung und damit das gesamte wirtschaftliche
(Verschuldungs)Konzept der USA.

Deshalb verwundert es nicht, dass jüngst ein Briefing von Laurent
Murawiec vor dem das Pentagon beratenden Defense Policy Board, mit der
Besetzung der Ölfelder des Landes drohte, falls die saudische Regierung
nicht auf einen USA-freundlichen Kurs zurückkehrt. Um diese Drohung
tatsächlich umsetzen zu können, benötigt man aber das irakische Öl. Denn
"dieses Öl würde die US-amerikanische Abhängigkeit von saudischen
Energieexporten verringern und es somit erlauben, dass saudische
Königshaus für ihre Unterstützung des Terrorismus zu konfrontieren,"
beschreibt die International Herald Tribune, die Strategie der
USA-Regierung. Ansonsten würde der auf diese Konfrontation erfolgende
Ausfall saudischer Lieferungen den Ölpreis in ungeahnte Höhen schnellen
lassen. Murawiec räumt offen ein, worum es wirklich geht: "Man wirft
Amerika vor, wegen Öl Krieg zu führen. Das ist sogar ein sehr guter Grund."

Kein Wunder dass Riad angedroht hat, die amerikanischen Militärbasen im
Land zu schließen. Als Alternative hierzu soll die geplante
Stationierung von 75000-100.000 US-Truppen im Irak den notwendigen Druck
erzeugen, dass die Länder der Region auch weiterhin den Ölfluss hoch
halten und das Öl in Dollars abrechnen. Für den Fall, dass dem nicht
nachgekommen werden sollte, spricht Regierungsberater Richard Perle
bereits von einem "umgekehrten Dominoeffekt", der nach dem Irak noch
weitere missliebige Regime umstürzen soll.

Die New Republic fasste die Strategie der die US-Politik dominierenden
Hardliner treffend zusammen: "Die irakischen Ölvorkommen sollen für eine
Neugestaltung des Mittleren Ostens nach unseren
demokratisch-kapitalistischen Vorstellungen genutzt werden, indem die
erhöhte irakische Ölproduktion als Hebel zur Untergrabung der saudischen
Dominanz in der Region und vielleicht sogar der Zerstörung der OPEC
selbst dienen soll." Die "demokratisch-kapitalistischen Vorstellungen"
der Vereinigten Staaten dulden eben weder Kartelle, noch Maßnahmen die
sich gegen die Dollarhegemonie und somit die eigenen Interessen richten.


Jürgen Wagner ist im Vorstand der IMI und Autor von Das ewige Imperium 
Die US-Außenpolitik als Krisenfaktor, VSA-Verlag Hamburg, 2002.

http://www.imi-online.de/2003.php3?id=410

http://imi-online.de/download/IMI-Analyse-NDOELPDF.pdf

http://www.imi-online.de // http://www.imi-online.de

5. Links auf neue Texte auf der IMI-Homepage


Rot-grün ermöglicht den Krieg
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=407
Der Tübinger Friedens-Aktivist Tobias Pflüger über die Irak-Krise
in: Schwäbisches Tagblatt 21.01.2003
5.2.2003, Michael Hahn / Schwäbisches Tagblatt / Dokumentation / Tobias
Pflüger


"Sehr guter Grund für einen Krieg"
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=410
Die USA-Regierung arbeitet an einer neuen Welt(öl)ordnung
gekürzt in: Neues Deutschland, 01.02.03
5.2.2003, Jürgen Wagner


Neue Zeitung gegen den Krieg (Nr. 13)
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=413
Jetzt bestellen!
5.2.2003, Tobias Pflüger / Winfried Wolf


"Keine Berechtigung, präventive Angriffshandlungen über das Territorium
der Bundesrepublik Deutschland zu führen"
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=408
Ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags
in: Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags, Dezember 2002
4.2.2003, Wissenschaftliche Dienste des Bundestages / Dokumentation


Kein Mandat zum Krieg
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=409
Reichweite der Resolutionen 678 (1990), 687 (1991) und 1441 (2002) des
Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. Gutachten der
Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages
in: Wissenschaftliche Dienste des Bundestages, 02.01.2003 / Quelle:
Junge Welt, 04.02.2003
4.2.2003, Wissenschaftliche Dienste des Bundestages / Dokumentation


Jürgen Wagner: Das ewige Imperium
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=411
Bücherkiste
in: Sozialistische Hefte, Nr. 3
3.2.2003, Dirk Eckert


Europa der Verteidigung
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=412
Will "Chirac den Frieden und bereitet Frankreich auf Krieg vor"?
in: Volksstimme, Nr. 5/2003
3.2.2003, Dirk Eckert


Stand: 01.02.2003
(Sortierte) IMI-Sonderseite zum Krieg gegen den Irak
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=369
1.2.2003, IMI


Nein zum Krieg! Widerstand ist nötig!
Die Personalräte der Universitätskliniken Tübingen, Heidelberg und
Freiburg haben eine Resolution zum Irak Krieg verabschiedet.
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=397
1.2.2003, Personalräte der Universitätskliniken Tübingen, Heidelberg und
Freiburg / Dokumentation


"Der Gegner ist die Bundesregierung"
Beim Antikriegskongress in München vom 10. bis 12. Januar trafen sich
KriegsgegnerInnen und GlobalisierungskritikerInnen aus Deutschland und
der Schweiz, um die Proteste gegen das World Economic Forum in Davos,
das am 23. Januar beginnt, und gegen die Anfang Februar stattfindende
Münchener Nato-Sicherheitskonferenz vorzubereiten.
in: Jungle World 5 - 22. Januar 2003
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=398
30.1.2003, Thies Marsen / Jungle World / Interview / Tobias Pflüger


Die versprochene Hilfe kam nie an
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=396
Vor 30 Jahren schlossen Nord-Vietnam und USA ein
Waffenstillstandsabkommen, wofür Kissinger den Friedensnobelpreis erhielt
in: Telepolis 27.01.2003
29.1.2003, Dirk Eckert


LIKELY HUMANITARIAN SCENARIOS
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=399
STRICTLY CONFIDENTIAL
29.1.2003, UN / Dokumentation


Dokumentation einer deutschen Justizposse
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=401
Die Justizposse ging gegen einen, der sichtlich sarkastisch gegen einen
menschenverachtenenden Militaristen geschrieben hat.
29.1.2003, Dokumentation


PR aus dem Pentagon
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=402
Vor dem Waffengang gegen den Irak überarbeitet das US-Militär seine
Pressepolitik: Weg vom Pool auserwählter Reporter, hin zur
journalistischen Dienstleistung - in eigener Sache, versteht sich
in: taz - die tageszeitung, 27.01.2003
29.1.2003, Dirk Eckert


Busse von Tübingen nach München zur Demonstration am 08.02.2003
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=400
28.1.2003, Christoph Marischka


english
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=406
Some english IMI-texts, more will come soon
28.1.2003, IMI


Spenden an IMI / Zur finanziellen Situation von IMI
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=405
26.1.2003, IMI


IMI (finanziell) gefährdet
http://www.imi-online.de/2003.php3?id=404
25.1.2003, IMI


Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Hechingerstraße 203
72072 Tübingen
Tel: 07071/49154
Fax: 07071/49159
Email: imi@...
http://www.imi-online.de




Die 4. Feb 2003 15:36

imilist
Offline Offline
Mail senden Mail senden

Weiterleiten Beitrag #93 von 224 |
Beiträge erweitern Verfasser Nach Datum sortieren

... Online-Zeitschrift "IMI-List" Nummer 0161 ....... 7. Jahrgang ...... ISSN 1611-2563 Hrsg.: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. Red.: IMI / Tobias...
Informationsstelle Mi...
imilist
Offline Mail senden
4. Feb 2003
15:36
Erweitert

Copyright © 2009 Yahoo! Deutschland GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Datenschutz - Allgemeine Geschäftsbedingungen - Richtlinien - Hilfe