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[0286] IMI-Kongress 8/9 November / AG Neue Kriege / DU Munition   Beitragsliste  
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Online-Zeitschrift "IMI-List"
Nummer 0286 .......... 12. Jahrgang ........ ISSN 1611-2563
Hrsg.:...... Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Red.: IMI / Christoph Marischka / Jürgen Wagner
Abo (kostenlos)........ IMI-List-subscribe@yahoogroups.com
Archiv: ....... http://www.imi-online.de/mailingliste.php3
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Liebe Freundinnen und Freunde,

in dieser IMI-List findet sich

1) die Ankündigung des Termins für den nächsten IMI-Kongress am 8./9.
November zum Thema NATO;

2) die Vorstellung der Kritischen Online AG Neue Kriege

3) eine Text über Uranmunition.



1) IMI-Kongress 8./9. November 2008 zum Thema NATO

Nun stehen Thema und Termin des nächsten IMI-Kongresses fest. Der
Kongress findet dieses Jahr am 8./9. November statt und wird sich
intensiv mit dem Thema NATO beschäftigen.

Auf dem letzten NATO-Gipfel in Bukarest Anfang April hat die NATO eine
Reihe weit reichender Entscheidungen getroffen. So soll u.a. ein
eigenes Raketenabwehrsystem aufgebaut und der Kriegseinsätze in
Afghanistan weiter forciert werden. Nicht zuletzt wurde dort die
Erarbeitung eines Neuen Strategiedokuments beschlossen, das auf dem
nächsten Gipfeltreffen pünktlich zum 60jährigen Jubiläum der NATO im
Frühjahr 2009 verabschiedet werden soll.

Da dieser Gipfel in Kehl und Straßburg stattfinden soll, wird der
Kongress nicht nur die Kriegspolitik der NATO in ihren verschiedensten
Dimensionen ausführlich beleuchten, sondern er soll damit gleichzeitig
auch der Mobilisierung für die Proteste gegen den NATO-Gipfel 2009 dienen.


2) Kritische Online AG Neue Kriege

Im Rahmen eines Workshops auf dem diesjährigen Kongress der
Bundeskoordination Internationalismus (Buko), den die
Informationsstelle Militarisierung zusammen mit Ismail Küpeli
veranstaltete, wurde vorgeschlagen, eine bundesweite Vernetzung
voranzutreiben, die sich kritisch mit den herrschenden Konzepten
"Scheiternder Staatlichkeit", "Neuer Kriege" und "Humanitärer
Interventionen" auseinandersetzt. Ziel ist es, diesen Konzepten neue
Begrifflichkeiten entgegenzusetzen, welche die wahren Ursachen
heutiger Konflikte benennen und sich somit nicht für imperiale
Ambitionen instrumentalisieren lassen.

Denn eine solche Kritik wird zwar von vielen geteilt, ist aber in der
Öffentlichkeit und im wissenschaftlichen Diskurs kaum wahrnehmbar und
auch nicht präzise formuliert. Mittlerweile wurde eine „Kritische
Online-AG 'Neue Kriege'" ins Leben gerufen, um dies zu ändern.
Zunächst soll dies „durch eine umfassenden Kritik am Konzept der
scheiternden Staatlichkeit, dem dahinter stehenden Verständnis von
Staatlichkeit und dem daraus resultierenden Interventionismus"
geschehen. „Außerdem sollte diese Kritik durch eine genauere Analyse
der Konflikte in verschiedenen Regionen empirisch fundiert werden",
heißt es in einem ersten Anschreiben der Initiatoren. Die
Informationsstelle Militarisierung unterstützt diese Bemühungen.
Möglichkeiten, sich an der Online-AG zu beteiligen, werden hier genannt:

http://www.jpberlin.de/online-ag/?page_id=14



3) Kurzartikel zu Uranmunition

IMI-Standpunkt 2008/034
DU-Munition verbieten!
http://www.imi-online.de/2008.php3?id=1767
22.5.2008, Tobias Pflüger


Depleted Uranium oder abgereichertes Uran wird von vielen und vor
allem westlichen Staaten als Munition in ihren Kriegen benutzt, weil
DU eine starke Durchschlagskraft vor allem gegen Panzer hat. Doch
DU-Munition ist sowohl chemisch hochgiftig – also toxisch – als auch
radioaktiv. DU-Munition ist auch ein Abfallprodukt der Atomindustrie,
das bei der Anreicherung von Uran oder bei der Atomwaffenproduktion
anfällt. Auch darin, in der Nutzung von Atomenergie, liegt das Problem.

DU-Munition hat Langzeitwirkung. DU wird bei hohen Temperaturen beim
Auftreffen auf ein festes Ziel freigesetzt und verbrennt zu DU-Oxyd,
und es entsteht feiner alpha-radioaktiver toxischer Staub, der leicht
inhaliert und durch Wind und Wasser verbreitet werden kann. Dieser
Staub ist aus der Umwelt schwer zu beseitigen und setzt sich bei
Einatmung in den Lungen fest. Es gibt das Golfkrieg-Syndrom, das
Balkan-Syndrom, und es ist immer wieder das gleiche Phänomen
festzustellen, dass Soldaten offensichtlich Krebs bekommen, zum
Beispiel Lungenkrebs. Es gibt auch eine Zunahme derartiger
Krebsphänomene bei der Bevölkerung in den Gebieten, wo diese Waffen
eingesetzt wurden.

Interessant ist, dass DU-Munition als solche eine sehr geringe
militärische Effektivität hat, aber sehr viele nicht kalkulierbare
Risiken aufweist. Die NATO hat im Angriffskrieg gegen Jugoslawien
DU-Munition eingesetzt. Im Irak hat die US-Armee DU-Munition
eingesetzt – insgesamt 300 Tonnen. Es gibt eine erhöhte Anzahl
missgebildeter Kinder, insbesondere in Bagdad. Die Regierung von
Afghanistan hat jetzt eine Untersuchung über den Einsatz von
DU-Munition in Afghanistan gefordert, und sie sagt, dass das
US-Militär sie nicht darüber informiert habe, dass DU-Munition vor
allem im Osten Afghanistans eingesetzt wurde. Im Libanon-Krieg wurde
DU-Munition insbesondere von Israel eingesetzt, und im ersten
Golf-Krieg wurde DU-Munition auch sehr umfangreich eingesetzt. Es ist
die Rede von 66.000 kontaminierten Soldaten.

Das Problem ist offensichtlich. Inzwischen bekommen die ersten
Veteranen Kriegsrenten als Folge dieser DU-Munition, zum Beispiel
Kenny Duncan aus Großbritannien. Wenn DU-Munition Kosmetik wäre oder
etwa ein Stoff in Verbindung mit Nahrungsmitteln, so wäre sie schon
längst verboten. Soldaten werden angewiesen, Schutzanzüge anzuziehen,
wenn sie mit DU-Munition zu tun haben. Die Soldatenvereinigung EUROMIL
fordert ein Verbot dieser Waffen. Belgien hat DU-Munition verboten.
Gratulation hierzu! Bei der Abstimmung im Abrüstungsausschuss der
Vereinten Nationen waren 122 Länder dafür, 35 Länder enthielten sich,
6 waren dagegen, darunter Frankreich, Großbritannien, die Niederlande
und Tschechien. Was wir brauchen, ist ein Verbot des Einsatzes, der
Lagerung und der Produktion von DU-Munition.





Fr 23. Mai 2008 10:46

imilist
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23. Mai 2008
10:48
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