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Online-Zeitschrift "IMI-List"
Nummer 0203 .......... 9(!). Jahrgang ........ ISSN 1611-2563
Hrsg.:...... Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Red.: IMI / Claudia Haydt / Tobias Pflüger / Jürgen Wagner
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Liebe/r Leser/in!
Zwei wichtige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Die so genannte
Sicherheitskonferenz am 11. und 12. Februar in München und das Treffen von
US-Präsident George W. Bush und Bundeskanzler Gerhard Schröder am 23.02. in
Mainz.
Wir als Informationsstelle Militarisierung rufen Sie und Euch dazu auf, sich an
den Aktivitäten und Protesten zu beteiligen.
Der Veranstalter der so genannten "Sicherheitskonferenz" in München, Horst
Teltschik versucht, seine Konferenz neuerdings als "Friedenskonferenz" zu
verkleiden, z.B. durch die Überreichung einer Friedensplakette an
UN-Generalsekretär Kofi Annan. Doch es treffen sich in München nach wie vor vor
allem Militärs und Rüstungsvertreter. Donald Rumsfeld hat bisher zumindest
abgesagt, u.a. wegen einer Strafanzeige gegen ihn (Link dazu unten).
Beide Treffen sind im Blickfeld der Medien und es wird auch darauf ankommen, wie
viele wir als Friedens- und Antikriegsbewegung auf die Beine bekommen, die ihren
Protest und Widerstand gegen globale Kriegspolitik deutlich machen in München
und Mainz. Bitte kommt alle!
Anbei haben wir Ihnen und Euch Informationen zu beiden Terminen
zusammengestellt.
Beste Grüße Tobias Pflüger
P.S.: Eine nette Episode am Rande: Die Münchner Polizei rief jetzt kurz vor der
Münchner Sicherheitskonferenz bei mir an. Der zuständige Polizist lud mich sehr
freundlich zu einer Vernehmung ein und entschuldigte sich de facto für die
"versehentliche Festnahme" im Jahr 2004. Ich kündigte ihm an, dass ich natürlich
bei einer Anzeigenerstattung bleiben werde. Außerdem meine Frage: Wo ist die
Entschuldigung bei den über 200 anderen Festgenommenen von 2004, das sind ja
dann wohl auch alles versehentliche Festnahmen gewesen, oder?
1. "Sicherheitskonferenz" München
2. Treffen Bush / Schröder in Mainz
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1. "Sicherheitskonferenz" München
Die Münchner Sicherheitskonferenz - eine hochkarätige Kriegs-Tagung
von Claus Schreer, Bündnis München gegen Krieg
Die sogenannte Sicherheitskonferenz in München ist neben den offiziellen
NATO-Ratstagungen die weltweit größte und hochkarätigste Militärtagung. Sie ist
ein "Treffen von Spitzenmilitärs aus aller Welt", wie Horst Teltschik, der
Veranstalter der Konferenz, selbst betont.
Seit 2002, als es erstmals zu Massenprotesten der Antikriegsbewegung gegen diese
Militärtagung kam, versucht Teltschik immer wieder, sich gegen den Vorwurf zu
rechtfertigen, die Konferenz diene der Vorbereitung und Propagierung von
weltweiten Kriegseinsätzen der NATO-Staaten. Auf der offiziellen Homepage
behauptet er: Die Konferenz befasse sich "ausschließlich mit der Frage, wie
Konflikte friedlich gelöst werden können". Die Tagung sei eine "internationale
Friedenskonferenz". Für Februar 2005 hat Teltschik jetzt das Logo der
Sicherheitskonferenz durch den Untertitel "Frieden durch Dialog" ergänzt
(www.securityconference.de). Den Charakter der Konferenz beschreibt er so: "Was
das Weltwirtschaftsforum in Davos für die Spitzenvertreter der internationalen
Wirtschaft ist, ist die Sicherheitskonferenz in München für die Repräsentanten
der strategischen Gemeinschaft". Im Gegensatz zu Davos, sagt er, seien in
München jedoch "die politischen Akteure und Entscheider anwesend." Was er nicht
sagt ist: Weder beim "World Economic Forum" im Schweizer Winterkurort Davos noch
in München geht es um die Bekämpfung des Hungers und der Armut auf der Welt,
weder um eine gerechte Weltwirtschaftsordnung noch um Frieden und Sicherheit auf
dem Globus.
In Davos treffen sich die "Opinion Leaders" aus Wirtschaft und Politik,
Vertreter von Industrie und Bankkonzernen und der Medien. Sie debattieren über
Strategien der globalen Durchsetzung des freien Marktes und der Ausplünderung
des Planeten durch die Multis. Die Münchner Sicherheitskonferenz ist das
militärisch-strategische Äquivalent zum Weltwirtschaftsforum in Davos: Ein
"Dialog" unter Kriegsstrategen. Im Nobel-Hotel "Bayerischer Hof" versammelt sich
die militärpolitische Elite der NATO-Staaten, Außen- und Kriegsminister, sog.
Sicherheitsexperten, führende NATO-Generäle und Vertreter der
Rüstungswirtschaft.
Ohne Protokoll und Beschlussfassungszwang werden Militärstrategien koordiniert,
Pläne für gemeinsame Kriegseinsätze abgesprochen und Kriegskoalitionen
geschmiedet. 1999 war es der NATO-Angriff auf Jugoslawien, 2002 der sogenannte
"Anti-Terror-Krieg" und 2003 der Krieg gegen den Irak. Regelmäßiges
Schwerpunktthema ist seit Jahren die Rolle der NATO, die sog. "Transatlantische
Zusammenarbeit" und die militärische Aufgabenteilung zwischen den USA und den
EU-Staaten. Regelmäßig eingeladen werden seit einigen Jahren auch
Regierungsvertreter aus den Staaten Mittel- und Osteuropas, aus Russland und dem
Nahen Osten. Das macht die Münchner Militärtagung aber noch nicht zu einer
"Friedenskonferenz", denn die "Gäste" sollen nach Möglichkeit in die imperiale
NATO-Strategie eingebunden werden - in die "Koalition der Willigen" für die
zukünftigen Weltordnungskriege.
Die sogenannten Sicherheitskonferenzen in München sind nichts anderes als
hochkarätige Kriegskonferenzen und medienwirksame
Kriegspropagandaveranstaltungen - finanziert von der Bundesregierung. Ginge es
nach dem Grundgesetz, dürften diese Tagungen gar nicht stattfinden.
Die NATO-Militärtagung in München verdient eine Antwort - nicht nur von lokalen
Gruppen und Organisationen. Sie ist ein Fall für die bundesweite Friedens- und
Antikriegsbewegung, eine Herausforderung zum gemeinsamen Protest und zu
Widerstand.
Gemeinsamer Aufruf
http://www.muenchner-friedensbuendnis.de/archiv/Siko/Siko05.pdf
Neue Aktionszeitung gegen die so genannte "Sicherheitskonferenz" in München:
http://www.muenchner-friedensbuendnis.de/archiv/Siko/zeitung_aktionsbuendnis.pdf
Aufruf des Stadtplenums München
http://tinyurl.com/7y8ne
Zeitung resista
http://no-nato.de/cms/pdf/resista.pdf
Aufruf von verdi München
http://www.m-sf.de/dokumente/2005-02-12-aufruf-verdi-muenchen.pdf
Alle Termine:
http://www.muenchen-gegen-krieg.de/alle-termine.htm
Zwei Artikel über eine Pressekonferenz mit Claus Schreer, Tobias Pflüger,
Konstantin Wecker, Muyiwa Fadahunsi und Ernst Antoni im Vorfeld der
"Sicherheitskonferenz":
Kriegskonferenz in Friedenswatte gepackt
Kritiker fordern UN-Generalsekretär auf, nicht an Münchner NATO-Tagung
teilzunehmen
Pressebericht - in: Junge Welt, 25.01.05
http://www.imi-online.de/2005.php3?id=1102
Rumsfeld spielt den Beleidigten
Hier wie da: Vorbereitungen auf die Münchner Sicherheitskonferenz
Pressebericht - in: Neues Deutschland, 25.01.05
http://www.imi-online.de/2005.php3?id=1101
Texte und Hintergründe zur Anzeige gegen Donald Rumsfeld auf der Seite des
Republikanischen Anwaltsvereins:
http://www.rav.de/europa.htm
Die neuesten Informationen zur Anzeige und den Erpressungen von Rumsfeld und
Co.:
http://www.rav.de/news//fullnews.php?id=104
Weitere Informationen zu Protesten und Hintergründen gegen die so genannte
Sicherheitskonferenz am 11./12.02. in München finden sich auf folgenden
Internetseiten: Einfach durchklicken, es finden sich so manche
Hintergrundmaterialien.
http://www.no-nato.de
http://www.muenchen-gegen-krieg.de
http://www.muenchner-friedensbuendnis.de
http://www.attac-muenchen.org
http://de.indymedia.org/siko/
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Sicherheitskonferenz/Welcome.html
http://www.imi-online.de
2. Treffen Bush / Schröder in Mainz
Nun zum Treffen von US-Präsident George W. Bush und Bundeskanzler Gerhard
Schröder am 23.02. in Mainz. Wichtig dabei ist, und das wird in dem Aufruf
deutlich, dass nicht nur gegen den US-Präsidenten und seine Kriegspolitik
protestiert wird, ebenso Zielscheibe des Protestes ist der deutsche
Bundeskanzler.
So heißt es - richtig - im Aufruf: "Wir fordern von der Bundesregierung, die
Kriegsgefolgschaft zu verweigern! Die deutsche Bundesregierung leistet
beträchtliche Hilfe für den Kriegskurs der USA:
- durch die Nutzung der hier gelegenen Militärflughäfen, darunter
Rhein/Main-Airbase, Ramstein und Spangdahlem;
- durch die Bewachung der US-Militäreinrichtungen;
- durch den Bundeswehreinsatz in Afghanistan und am Horn von Afrika; sowie
- durch die Ausbildungs- und Materialhilfe für irakische Truppen.
Die Bundesregierung hat bereits 1999 im Krieg gegen Jugoslawien das
grundgesetzlich verbriefte Verbot des Angriffskrieges gebrochen. Sie betreibt
planmäßig und in großem Umfang den Umbau der Bundeswehr zu einer weltweit
einsetzbaren Interventionstruppe und gehört in der EU zu den treibenden Kräften
der europäischen Militarisierung."
Der Aufruf:
http://www.bushinmainz.de/images/downloads/aufruf.pdf
Am 22.02. wird es bundesweit dezentrale Aktionen geben. Eine Übersicht findet
sich beim Netzwerk Friedenskooperative Bonn:
http://www.friedenskooperative.de/bush2005.htm
Weitere Informationen zu Protesten und Hintergründen Treffen von US-Präsident
George W. Bush und Bundeskanzler Gerhard Schröder am 23.02. in Mainz finden sich
auf folgenden Internetseiten: Einfach durchklicken, es finden sich so manche
Hintergrundmaterialien.
http://www.notwelcomebush.de
http://www.bushinmainz.de
http://www.dfg-vk-mainz.de
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/bewegung/Bush-Besuch/Welcome.html
http://www.imi-online.de
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