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Newsletter Wegweiser Bürgergesellschaft (22) 2009   Beitragsliste  
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Newsletter Nr. 22/2009 (06.11.2009) von wegweiser-buergergesellschaft.de
strichellinie

Inhalt
    Meldungen aus der BürgergesellschaftIm Fokus: VerbraucherbeteiligungPublikationen und Veranstaltungen


    Meldungen aus der Bürgergesellschaft

    Zwanzig Jahre UN-Kinderrechtskonvention

    Nach der seit zwanzig Jahren bestehenden UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder einen Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung, auf Förderung und Schutz, eine gewaltfreie und sie schützende Erziehung, auf Bildung und Ausbildung, eine Erziehung zu demokratischen Einwohnerinnen und Einwohnern sowie auf ihre angemessene Beteiligung am politischen und gesellschaftlichen Leben. Zwischen der Zielsetzung der Konvention und ihrer Verwirklichung in Deutschland klafft jedoch eine große Lücke. Nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerks müssen deshalb Bund, Länder und Kommunen mehr als bisher Kinder in den Mittelpunkt ihrer Politik stellen. Vor diesem Hintergrund hat das DKHW 20 Forderungen zu Kinderrechten formuliert, die online unterstützt werden können. Im Zentrum stehen die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz und ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Überwindung der Kinderarmut in Deutschland. Weitere Forderungen betreffen z.B. die Kinderrechte auf Beteiligung und Partizipation.

    Zur Kampagnenwebsite Rechte für Kinder


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    Silver Surfer gegen Nazis

    Die Amadeu Antonio Stiftung hat im Oktober das Projekt »Generation 50plus aktiv im Netz gegen Nazis« gestartet. Ziel ist es, durch Workshops älteren Menschen das Internet näherzubringen, sie über die aktuellen Formen des Rechtsextremismus aufzuklären und zum Engagement gegen Neonazis im Internet zu motivieren. Das Projekt möchte das Potential der sog. »Silver Surfer« nutzen, um generationenübergreifend Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus im Netz zurückzudrängen. Das Projekt wird von zahlreichen namhaften Organisationen unterstützt. 

    Zum Projekt Silver Surfer


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    Digitale Integration von Menschen mit Behinderung

    Brücke oder Graben: Welchen Einfluss hat die moderne Telekommunikation auf die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderung? So lautet die aktuelle Frage auf einer vom Netzwerk UPJ getragenen Online-Dialog-Plattform, auf der Bürgerinnen und Bürger, interessierte Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und Verwaltungen aktuelle und relevante Themen rund um die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen zur Diskussion stellen können. Die Themen und Fragestellungen werden jeweils mehrere Wochen lang online diskutiert. Die aktuelle Diskussion läuft noch bis Ende des Jahres.

    Zur Online-Diskussion


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    Europäisches Wissenschaftsparlament

    Das Europäische Wissenschaftsparlament (EWP) ist ein fortlaufendes, internetgestütztes und partizipativ angelegtes Diskussionsforum für aktuelle gesellschaftspolitische Themen aus Wissenschaft und Forschung. Das EWP fördert den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und entwickelt neue Formen der Partizipation, die für alle zugänglich und verwendbar sind, unabhängig von Alter, Herkunft oder Beruf. Das EWP wurde von der Stadt Aachen und der RWTH Aachen ins Leben gerufen. Das aktuelle Thema des EWP lautet »Wasser«. Die englischsprachige Diskussion dazu läuft noch bis Ende des Jahres 2009.

    Zur Website Europäisches Wissensparlament


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    Fortbildungen Ehrenamt und Freiwilligenkoordination

    Professionelles Management von Ehrenamtlichen« heißt das neue, bundesweit einmalige und gemeinsame berufsbegleitende Weiterbildungsangebot der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, der Evangelischen Fachhochschule Nürnberg sowie der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, das im April 2010 startet. Das Angebot richtet sich an Mitarbeiter/innen und Entscheidungsträger/innen in sozialen Einrichtungen, die die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen professionell gestalten wollen sowie an Menschen, die in anderen Bereichen die Gestaltung und Begleitung bürgerschaftlichen Engagements auf eine professionelle Basis stellen wollen. Inhalte der Weiterbildung sind u. a. rechtliche und ökonomische Grundlagen, Ehrenamt und Organisationsentwicklung, Personalentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit sowie Qualitätssicherung und Evaluation. Bewerbungen sind ab sofort möglich.

    Zum Fortbildungsangebot

    Den Fokus Natur- und Umweltschutz hat ein trägerübergreifendes Qualifizierungsprojekt für Freiwilligenkoordination im Blick. Auch der Natur- und Umweltschutz in Deutschland lebt vom Engagement vieler Freiwilliger in den Initiativen, Kampagnen und Gremien. Um dieses Engagement zu halten und weitere Freiwillige zu gewinnen, müssen sich die Gruppen und Verbände für neue Formen des freiwilligen Engagements öffnen. Hilfreich ist eine gezielte und geplante Koordination zur Gewinnung und Begleitung von Freiwilligen.
    In diesem Fortbildungsprojekt von NABU, BUND, VCD und Stiftung MITARBEIT, das Ende November 2009 beginnt, sind noch Plätze frei.

    Zum Fortbildungsangebot


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    Im Fokus: Verbraucherbeteiligung

    Konsumkultur in Wirtschaft und Gesellschaft

    Ob Globalisierung, Umweltschutz oder Gesundheitsrisiken: bei vielen politischen Problemen sind die Bürger/innen heute in ihrer Rolle als Verbraucher/innen betroffen. Auch bei den klassischen Streitthemen der Ökologiebewegung, Gentechnik und Atomkraft, wird inzwischen auf die Wahlfreiheit der Verbraucher/innen gesetzt. Diese sollen selbst entscheiden dürfen, ob sie Atomstrom oder Ökostrom, Genprodukte oder Biolebensmittel bevorzugen. Auf diese Weise soll die Verbraucheröffentlichkeit die Wirtschaft gleichsam von unten steuern, indem sie die kollektiven Vorstellungen des »guten« Konsums definiert. Die qualitative Unterscheidung zwischen gutem und schlechtem Konsum liegt jedoch quer zu der rein quantitativen Frage, ob man möglichst viel konsumieren oder dies gerade vermeiden sollte. Dr. Michael Beetz, Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, analysiert in seinem Gastbeitrag vor diesem Hintergrund die Rolle der Konsumkultur in Wirtschaft und Gesellschaft. Obgleich zahlreiche Produkte untrennbar mit dem Image eines moralisch »guten« Konsums verbunden sind, gibt es keine universelle Konsumethik mit absolut gültigen Normen. Trotzdem lassen sich die Aspekte Distinktion, Weltläufigkeit, Innovation und technische Kontrolle in gewisser Weise als Syndrom der Konsumgesellschaft schlechthin begreifen, wohingegen die Kriterien Solidarität, Regionalität, Tradition und Natürlichkeit mit einer konsumkritischen Gegenbewegung identifiziert werden können.  

    Zum Gastbeitrag Basisökonomie? Über die Rolle der Konsumkultur in Wirtschaft und Gesellschaft (PDF)


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    Nachhaltigkeit und Konsum: Die FairTrade-Bewegung

    Der Wunsch vieler Verbraucher/innen nach einem nachhaltigen und ethisch-motivierten Konsum ist in den letzten Jahren nicht nur zu einer festen Größe im verbraucherpolitischen Diskurs avanciert, sondern äußert sich auch konkret im alltäglichen Konsumverhalten, beispielsweise durch den Kauf fair gehandelter Produkte. Mit dem Ziel, Verbraucherinnen und Verbraucher über die Zusammenhänge des Welthandels aufzuklären und die Möglichkeit alternativer Handelsstrukturen aufzuzeigen, entstand vor rund 60 Jahren die Fair-Handels-Bewegung und bringt seither Produzent/innen, Konsument/innen, Unternehmen, Handel und Nichtregierungsorganisationen zusammen. Trotz eines kontinuierlichen Wachstums hat der Faire Handel allerdings immer noch einen geringen Marktanteil von nur rund einem Prozent. Bettina von Reden, Mitarbeiterin der Siegel-Initiative TransFair, zeichnet in ihrem Gastbeitrag die Entstehung, die Standards und die Ziele der FairTrade-Bewegung nach. Der Faire Handel ist ihrer Ansicht nach zwar kein Allheilmittel, aber gleichwohl ein marktpolitisches Instrument, das in Ergänzung der »klassischen« Entwicklungshilfe jeder und jedem privat und als Entscheider/in in Unternehmen, Institutionen und Politik ermöglicht, Armut in Entwicklungsländern zu reduzieren und einen respektvollen Umgang mit Menschen und Ressourcen weltweit zu pflegen.

    Zum Gastbeitrag Nachhaltigkeit und Konsum: die FairTrade-Bewegung (PDF)


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    Anti-Corporate Campaigns im Netz: Empowerment von Konsumenten-Bürger/innen?

    Unternehmenskritische Protestkampagnen haben sich als eigenständiges Kommunikationsformat auch hierzulande etabliert. Protestkampagnen, welche auf die Erzeugung politischer Öffentlichkeit zielen, können dazu beitragen, den diskursiven und damit öffentlichen Charakter politischen Verbraucherhandelns herzustellen bzw. zu unterstreichen. Zahlreiche Protestkampagnen adressieren sich zunehmend an (zu mobilisierende) politische Konsumenten-Bürger/innen, um (Gegen-)Öffentlichkeit für ihre Anliegen herzustellen. Welche Rolle spielt nun das Internet in solchen unternehmenskritischen Kampagnen? Wie nutzen die jeweiligen zivilgesellschaftlichen Akteure die veränderten medialen Gelegenheitsstrukturen, um Konsumenten-Bürger/innen einzubinden und zu unterstützen? Johanna Niesyto, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt »Protest- und Medienkulturen im Wandel« an der Universität Siegen, stellt in ihrem Gastbeitrag unterschiedliche Typen von Anti-Corporate Campaigns vor. Fakt ist: Das Netz bietet Kampagnen eine Möglichkeit, massenmediales Gatekeeping in einem ersten Schritt zu umgehen und eigene Kampagnenöffentlichkeiten aufzubauen. Durch die Nutzung des WorldWideWeb gewinnen Anti-Corporate Campaigns Machtpotenziale aus den Möglichkeiten, über das Internet ihr Drohpotenzial zeitlich konstant aufrecht zu erhalten und ihre Kernbotschaften in die Massenmedien zu tragen.

    Zum Gastbeitrag Anti-Corporate Campaigns im Netz - Empowerment von Konsumenten-Bürger/innen (PDF)


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    Energie vor Ort: Das Beispiel Honigsee

    Bei der Auseinandersetzung um eine nachhaltige Energieversorgung richtet sich der Blick häufig auf Fragen der Technik oder der Ressourcen. Um neue energiewirtschaftliche Konzepte dauerhaft zu verwirklichen, sind jedoch auch soziale Aspekte wie Eigentums-, Entscheidungs- und Verantwortungsstrukturen wichtig. Im Rahmen der Diskussionen über die zukünftige Ausgestaltung der Energiewirtschaft kommen deshalb mitgliederorientierten bzw. nutzerorientierten Lösungen für eine umweltverantwortliche Energiewirtschaft gestiegene Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund gilt das schleswig-holsteinische Bioenergiedorf Honigsee, eine ehrenamtlich geleitete Gemeinde in der Nähe von Kiel, wegen seinem mit hohem bürgerschaftlichen Engagement verwirklichten EnergieKonzept als Modellprojekt. Dr. Frank Heblich, Vorstandsvorsitzender der Energiegenossenschaft Honigsee, schildert in seinem Gastbeitrag praxisnah die Schwierigkeiten und Perspektiven beim Aufbau einer bürgernahen und gemeinwohlorientierten Energieversorgung und benennt die Schlüsselfaktoren für den Erfolg in seiner Gemeinde.

    Zum Gastbeitrag Bio-Wärme vor Ort - Das Beispiel der Gemeinde Honigsee (PDF)


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    Publikationen und Veranstaltungen

    Publikation: Rechte und Risiken im Ehrenamt

    Über 23 Millionen Menschen sind ehrenamtlich tätig – in Vereinen, bei der Feuerwehr oder bei der Nachbarschaftshilfe. Der vorliegende Ratgeber beantwortet alle wichtigen Fragen zu den Rechten und Pflichten im Ehrenamt. Steuerrechtliche Absetzbarkeit, Haftungs- und Versicherungsfragen und die Schnittstellen zwischen Ehrenamt und Sozialleistungen stehen im Mittelpunkt der Publikation der Verbraucherzentrale NRW. 

    ARD-Ratgeber Recht, Verbraucherzentrale NRW (Hg.): Ehrenamtliche Tätigkeit – Meine Rechte und Risiken. 2008, 160 S., 9,90 Euro

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    Publikation: Das Kieztheater

    Mit dem vorliegenden Buch machen die Autor/innen und Herausgeber deutlich, wie Methoden des Theaters der Unterdrückten und des Improvisationstheaters gemeinsam genutzt werden können, um eine emanzipatorische stadtteilbezogene Theaterarbeit zu entwickeln. Mit dem Projekt Kieztheater aus Berlin ist ihnen dies bereits gelungen: Die Vorstellung dieses Projektes mit seinen Entwicklungsschritten, Ausdifferenzierungen und Besonderheiten steht im Zentrum dieses Buches. Herzstück des Kieztheaters ist das Forumtheater. Die Herausgeber schildern vor allem Praxiserfahrungen und zeigen auf, wie Kieztheater für die Stadtteilarbeit produktiv nutzbar gemacht werden kann. Die Beiträge einiger Gastautor/innen beleuchten theoretische Hintergründe aus Theaterpädagogik und Gemeinwesenarbeit. Darüber hinaus werden Einblicke in das Legislative Theater Berlin gegeben.

    Clausen, Jens / Hahn, Harald / Runge, Markus (Hrsg.): Das Kieztheater: Forum und Kommunikation für den Stadtteil. 2009, 168 S., 19,90 Euro, ISBN 978-3-89821-985-3

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    Veranstaltungshinweise

    Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.

    Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

    19.– 21. November 2009 in Potsdam: WeltWeitWissen – Bildung für unsere Zukunft
    Eine Tagung von VENROB, Verband Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e.V.

    27.– 29. November 2009 in Kassel: Europa endlich in guter Verfassung? – Der Vertrag von Lissabon unter der Lupe
    Ein Seminar vom Verein zur Förderung politischen Handelns e.V. / Politisches Bildungswerk JumP


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    Redaktion: Eva-Maria Antz, Ulrich Rüttgers
    Wegweiser Bürgergesellschaft
    Stiftung MITARBEIT
    Bornheimer Str. 37
    D-53111 Bonn
    Telefon: (0228) 6 04 24-0
    Telefax: (0228) 6 04 24-22
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    Fr 6. Nov 2009 15:10

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    6. Nov 2009
    15:13
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