Der Moderator wird sich in den nächsten
Wochen zum einen mit dem letzten Kaiser
von China als einfacher Bürger befassen
und zum anderen mit den neuesten Erkennt-
nissen der Forschung auf dem Gebiet der
marxistisch-leninistischen Klassiker. So
haben sich hier vielfach neue Einsichten
ergeben. Dies entspricht auch den neueren
Entwicklungen in China, die den Wunsch
nach mehr Objektivität in der Debatte
berücksichtigen.
Die Absicht des Moderators war bisher,
bestimmte Themen auch ideologiefrei zu
behandeln und nur diese im Spiegel der
Zeit zu kommentieren. Diese Methode ist
auch weiterhin seine Richtschnur. Doch
muss gerade die Entwicklung in China
aus der Sicht kultureller Eigenheiten
betrachtet werden, so dass es hier den
Sozialismus chinesicher Prägung gibt,
wie es einmal Deng Xiaoping formulierte.
So wird das tägliche Handeln nicht nur
vom kommunistischen Ideal bestimmt.
So bleiben Dinge, die für Chinesen durch-
aus einsichtig sind, den Europäern viel-
fach fremd. Man darf aber nicht übersehen,
dass das alte Europa für Chinesen nicht
selten etwas Vorbildhaftes hat. Dinge des
alltäglichen Lebens werden nach außen den
europäischen Gegebenheiten angepasst, z. B.
symbolische Hochzeiten in Paris. Aber im
Innern bleibt man dem Band der chinesischen
Tradition verbunden. Somit scheint das alte
Europa in China eine Comeback zu erleben.
Josef Theobald