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Der Ursprung der Losung "Vertrauen auf die eigene Kraft"

Vielen Lesern chinesischer Zeitschriften seit der Zeit des ersten
Erscheinens der Beijing Rundschau und anderer Publikationen in
Deutsch ist die politische Losung "Vertrauen auf die eigene
Kraft" ein Begriff geworden. Dieser wurde häufig in offiziellen
Dokumenten, die hier und an in der Renmin Ribao oder etwa in der
Hongqi veröffentlicht wurden, verwendet.

Ursprünglich kommt diese Losung aber aus Nordkorea und
ist nach dem Bruch mit Moskau von dort importiert worden.
Im Jahre 1964 erschien in Beijing in Deutsch im Verlag für
fremdsprachige Literatur eine Broschüre mit dem Titel "Un-
abhängiger, nationaler Wirtschaftsaufbau aus eigener Kraft",
die eine Übernahme eines Artikels aus der Zeitung "Rodong
Sinmun", dem Zentralorgan der Partei der Arbeit Koreas,
war. Dieser gibt den Standpunkt von Kim Il Sung wieder,
der im 3. Band seiner Ausgewählten Werke abgedruckt
ist. Unter der Überschrift "Über die nächsten Aufgaben
der Regierung der KDVR" (Ansprache auf der 1. Tagung
der Obersten Volksversammlung der III. Legislaturperiode
- 23. 10. 1962) werden hier die gleichen politischen Parolen,
wie in der genannten Broschüre, vertreten.

Auf der Seite 459 stellt Kim Il Sung fest: "Wir müssen unter
allen Umständen den revolutionären Geist – Aus eigener Kraft
schaffen – besitzen, denn wir sind Kommunisten, die für die
Revolution kämpfen. Wer diesen Geist nicht besitzt, verliert
den Glauben an die eigenen Kräfte, strengt sich nicht genügend
an, um die inneren Reserven seines Landes zu mobilisieren, und
kann folglich die große Sache der Revolution nicht vollenden:"
(Seite 459)

Nach dem Bruch mit der Moskauer Parteiführung hatte sich
die KP Chinas auf diese neue Linie konzentriert und plötzlich
jedes Ausländische einer kritischen Sicht unterworfen. Man
wollte zwar alles ausländische Know How nutzen, aber eine
rein schematische Übernahme vermeiden.

Offenbar suchte man nach dem Scheitern des "Großen Sprung
nach vorn" nach einem Ausweg und fand in dem nordkoreanischen
Weg eine Möglichkeit, doch noch sein Land zu entwickeln. Denn
hier galt die Devise: "Unter dem Banner – Aus eigener Kraft
schaffen – werden wir auch künftig unsere Kräfte und die
eigenen Ressourcen maximal mobilisieren und, gestützt
auf die Prinzipien des proletarischen Internationalismus,
die Zusammenarbeit mit den Bruderländern unermüdlich
entwickeln, auf diese Weise den sozialistischen Aufbau
in unserem Land noch mehr beschleunigen und unseren
Beitrag zur Stärkung der Macht des sozialistischen Welt-
systems leisten." (Seite 461) Trotz des Bruches gab es
die militärische Zusammenarbeit mit Rumänien, die aber
nicht nur militärische Belange einschloss. So konnte man
die Wege im Rahmen des RGW umgehen und doch eine wirtschaft-
liche Kooperation mit Ländern des Sowjetblocks gewährleisten.
Dies ergibt sich aus den einschlägigen Publikationen, wie dem
Südosteuropa-Handbuch (II): Rumänien aus dem Jahre 1977.

Josef Theobald








Sam 7. Mrz 2009 10:08

weisheitsborn
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Der Ursprung der Losung "Vertrauen auf die eigene Kraft" Vielen Lesern chinesischer Zeitschriften seit der Zeit des ersten Erscheinens der Beijing Rundschau...
Josef Theobald
weisheitsborn
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7. Mrz 2009
10:20
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