In seinem letzten Beitrag hat der Moderator kurz
auf die Propaganda hingewiesen, dem sich damals
die frühere Sowjetunion und die Volksrepublik
China gegeneinander aussetzten.
In einer Broschüre mit dem Titel "LENIN" aus dem
APN-Verlag in Moskau (1972) wurde der "Maoismus"
in die Nähe des "Trotzkismus" gebracht. Außerdem
bilde er ein elektisches System von Anschauungen,
das neben Elementen des Konfuzianismus, des Anarchismus
und des kleinbürgerlichen Chauvinismus auch den schon
genannten trotzkistischen Ideen Platz biete. Mit den
Trotzkisten würde die Maoisten vieles einen:
- antileninistische Ansichten über den revolutionären
Weltprozeß,
- die Orientierung auf den "Export der Revolution",
- die Verherrlichung des Krieges als einziges Mittel
zum Vorantreiben der Weltrevolution,
- Kapitulantentum in der Einschätzung der Perspektiven
des Aufbaus des Sozialismus,
- die Konfrontierung verschiedener revolutionärer Kräfte,
- Antisowjetismus,
- verleumderische Anwürfe gegen viele kommunistische
Parteien, die der "Entartung" beschuldigt würden
usw. usf. (Seiten 178/79)
Aus der Volksrepublik China waren dagegen Vorwürfe wie
"Sozialimperialisten" und "sowjetische Renegatenclique"
vielfach zu hören und zu lesen.
Erst unter Gorbatschow gab es wieder eine Annäherung
zwischen beiden Ländern. Die Sowjetunion und China
akzeptierten die jeweiligen Eigenheiten der beiden
kommunistischen Parteien. Die eingehende Erforschung
der sowjetischen Wirtschaft trat in den Vordergrund.
Dies ging einher mit der Öffnungspolitik Chinas in
Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung. Dies wird
eines der nächsten Themen sein.
Josef Theobald