Anmelden
Neuer Nutzer? Registrieren
Geschichte-China · Geschichte-China *SINOLOGIE*
? Bereits Mitglied? Anmelden bei Yahoo!

Tipps für Yahoo! Groups

Gut zu wissen...
Sie können die Anordnung Ihrer Beiträge einstellen. Klicken Sie einfach auf Datum über der Spalte. Die Einstellungen werden gespeichert, sodass Sie nicht immer dasselbe anklicken müssen.

Beiträge

  Beiträge Hilfe
Erweitert
Geschichte101   Beitragsliste  
Antworten | Weiterleiten Beitrag #381 von 415 |

Die Annäherung Albaniens an China seit 1961

 

Besonders während der Bukarester Beratung der kommunistischen und

Arbeiterparteien im Juni 1960 kam es zu harten Auseinandersetzungen

zwischen Chruschtschow und der chinesischen Delegation. Denn man

wollte zu diesem Zeitpunkt der KP Chinas den Willen der KPdSU auf-

zwingen und das bisherige Prinzip der Konsultationen zwischen den

Bruderparteien untergraben. Im November verteilt die KPdSU einen

attackierenden Brief auf der Moskauer Beratung. Dieser läutet den

endgültigen Bruch zwischen beiden Parteien ein. Im Oktober 1961

nimmt die Partei der Arbeit Albaniens die KP Chinas auf dem XXII.

Parteitag der KPdSU in Schutz und eine Phase der Annäherung

beider Parteien beginnt.

 

Die Gründe für den Bruch mit Moskau liegen in der Innen- und

Außenpolitik Chinas. In das Zielfeuer der Kritik geriet vor allem

der „Große Sprung nach vorn“ und auch das Festhalten an der

stalinschen Außenpolitik. Während der Hundert-Blumen-Periode

liebäugelte man zunächst noch mit Jugoslawien. Doch nach dem

Ungarnaufstand ging man in China dazu über, den Fraktionismus

und den Subjektivismus einer Handvoll bürgerlicher und rechter

Elemente zu bekämpfen, so dass man sich wieder vom Titoismus

distanzierte. Zwar erkannte man die historische Rolle der KPdSU

an. Man konnte aber die Außenpolitik Chruschtschows nicht mit

der seines Vorgängers in Einklang bringen. Denn man glaubte,

dass das Anwachsen der Gegensätze innerhalb des Weltsystems

finanzieller Unterdrückung und die Unvermeidlichkeit kriegerischer

Zusammenstösse dazu führe, dass die Weltfront des Imperialismus

durch die Revolution leicht verwundbar und die Durchbrechung dieser

Front seitens einzelner Länder wahrscheinlicher sein würde (J. Stalin

– Fragen des Leninismus, Berlin-Ost 1951, Seite 110).

 

In der Vergangenheit schwankte das kleine Albanien ständig im

Bündnis mit dem Nachbarn Jugoslawien und dem großen Bruder

UdSSR. Mit Jugoslawien gab es erhebliche Probleme. So fühlte

man sich von den Titoisten politisch unterwandert. Diese radikale

Abkehr von Jugoslawien brachte schließlich Albanien und China

zusammen. Die Annäherung beider Länder während der Ära Hua

Guofengs trennte sie wieder. Der Mao-Nachfolger wollte eine Ver-

wirklichung der fälligen Modernisierungen aus eigener Kraft in die

Tat umsetzen. So suchte er in Jugoslawien Anregungen, um das

Vorhaben anzugehen.

 

Die ersten Kontakte Chinas zu Albanien gab es 1954, als China

erstmals dem kleinen Land einen Kredit gewährte. Diese hatten

sich nach dem Ungarnaufstand verstärkt. China unterhielt noch

bis 1963 funktionierende Kontakte auf Parteiebene zur KPdSU.

Doch wurden diese beendet, als Chruschtschows Außenpolitik

sich immer mehr dem Westen zuwandte. Die UdSSR war zur

Atommacht geworden und hatte daher ein großes Interesse

an entsprechenden Kontrollmechanismen durch Verträge mit

westlichen Ländern. Dagegen war Albanien bis 1968 formal

noch Mitglied des Wahrschauer Vertrages.

 

In China gab es ein gewaltiges Interesse an Albanien. Man

stellte 6000 Berater ab, doppelt so viel, wie sie damals aus

der Sowjetunion kamen. 1964 wurden 63 % des albanischen

Außenhandels mit China abgewickelt. Auch 1972 waren es

noch 50,6 %, 1976 dagegen nur 32,3 %. Über den Gesamt-

wert der Hilfe wurde gestritten. Sie soll nach chinesischen

Quellen 5 Milliarden US-Dollar betragen haben. Sicher ist

aber, dass ohne chinesische Hilfe die albanische Wirtschaft

zusammengebrochen wäre. Andererseits machte man sich

mit der Zeit durch Kredite abhängig. Auch nach dem Bruch

mit Beijing gab es noch vor der Öffentlichkeit lange Jahre

verborgene staatliche Beziehungen zwischen den beiden

Ländern.

 

Die politischen Beziehungen waren allerdings wechselhaft.

Als die KP Chinas ständig versuchte, ihre Beziehungen zur

KPdSU zu verbessern, erntete man in Albanien nur Kritik.

Besonders kritisch wurde die Annäherung Chinas an die

USA gesehen. Als die chinesische Außenpolitik sich an

den Vorgaben der Drei-Welten-Theorie zu orientieren

begann, wurden die Spannungen zwischen beiden

Parteien größer. Die Chinesen hatten sich seit dem

Vietnamkrieg stärker mit den Vorgängen in der Welt

befasst. Die zunächst kritische Sicht ist dem Drang

nach einem Ausgleich zwischen früheren Gegnern

gewichen. So ist auch die Öffnung in Richtung USA

und Japan zu verstehen. Zu westlichen europäischen

Ländern gab es zuvor schon langjährige wirtschaftliche

Beziehungen. 

  

Josef Theobald

 

       

  



Fr 26. Sep 2008 17:43

weisheitsborn
Offline Offline
Mail senden Mail senden

Weiterleiten Beitrag #381 von 415 |
Beiträge erweitern Verfasser Nach Datum sortieren

Die Annäherung Albaniens an China seit 1961   Besonders während der Bukarester Beratung der kommunistischen und Arbeiterparteien im Juni 1960 kam es zu...
Josef Theobald
weisheitsborn
Offline Mail senden
26. Sep 2008
17:46
Erweitert

Copyright © 2009 Yahoo! Deutschland GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Datenschutz - Allgemeine Geschäftsbedingungen - Richtlinien - Hilfe