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Rückblicke und Ausblicke
Im China Handbook der Kriegsjahre ist bei der Aufführung
der Zahlungen an die Republik China von "Loan" die Rede,
was nach amerikanischer Lesart "verleihen, vor allem von
Geld" bedeutet und auch in der korrekten Übersetzung mit
den Begriffen "Darlehen oder Anleihe" wiedergegeben wird
(Rudolf Meldau - Sinnverwandte Wörter der englischen Sprache,
Heidelberg 1981, Seite 289). Auch taucht in dem Werk das Wort
"Bond" auf, was längerlaufende Anleihen oder Schuldverschrei-
bungen meint. Es muss also gesagt werden, dass die Hilfen der
USA zur Stabilisierung oder Stützung der nationalen Währung
Chinas (kurz: NC$) nicht umsonst waren.
Aus den Ausgewählten Schriften von Zhou Enlai (Band I) ist
zu entnehmen, dass während der Zeit der Koalitionsregierung
zum größten Teil die Guomindang allein die getroffenen Ent-
scheidungen beeinflusste. Während des Wiederaufflammen des
Bürgerkrieges in China hatten die Kommunisten dagegen pro-
testiert, dass US-amerikanische Truppen aktiv an Kampf-
handlungen gegen die roten Gebiete teilnähmen. Auch würden
die USA den Truppen General Tschiang Kai-scheks Rüstungs-
material leihen, Überschussmaterial zur Verfügung stellen
und neben anderen Hilfen auch der Guomindang-Regierung An-
leihen gewähren. Im Gegenzug hätte die Guomindang die Souveränität
an die USA verkauft. Als Beispiel gab er den "Chinesisch-Amerika-
nischen Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag" vom
4. November 1946 an, der auch vereinfacht "Chinesisch-Amerika-
nischer Handelsvertrag" genannt wurde. Des weitern wird das
"Abkommen über den Lufttransport" vom 20. Dezember 1946
angeführt (Seiten 176 und 194).
Dies alles muss man berücksichtigen, wenn man später vom
Sieg der Kommunisten hört. In Asien spielt der Umstand des
"Gesicht Wahrens" eine große Rolle. Dies haben US-amerika-
nische Regierungen zu spät begriffen. Erst unter Richard Nixon
hat sich ein Wandel vollzogen. So war dieser auch dann stets
als Gast willkommen gewesen, als nach der Watergate-Affäre
er sein Präsidentenamt aufgeben musste.
Josef Theobald
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