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Die gezahlten Liquiditätshilfen der alliierten Mächte für das im Krieg
stehende China und die daraus resultierenden Folgen
Nach mir vorliegenden Angaben erhielt die Republik China zwischen
1938 und 1942 von den USA Liquiditätshilfen in Höhe von 730 Mio.
US-Dollar. Aus Großbritannien lief China in diesem Zeitraum ein Be-
trag in Höhe von 68,5 Mio. Pfund Sterling zu. Israel Epstein, der sich
im Jahre 1943 in Chongqing als akkreditierter Korrespondent der Allied
Labor News aufhielt, geht in seinem Buch "Vom Opiumkrieg bis zur Be-
freiung" von einer Gesamtsumme in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar
aus, die wegen des überproportionalen Bedarfs an Liquiditiätshilfen
in den Folgejahren als realistisch anzusehen ist.
Doch hatte dies seinen Preis. Zwar verzichteten im Verlaufe des
Krieges die einstigen Kolonialmächte wie Großbritannien auf ihre
exterritorialen Rechte in China nach dem Kriege, verfolgten aber
in der Regel wirtschaftliche Interessen. Da die von den Alliierten
gewährten Hilfen nicht selten auf der Basis von Krediten gewährt
wurden, musste sich die Republik China nach der Beendigung des
Krieges im Pazifik überlegen, wie sie die Rückzahlung der Kredite
innerhalb von zehn Jahren bewerkstelligte, die ab 1945 einsetzen
sollte (als Beispiel: Regulation Governing The 31st Allied Victory
Bonds, Article IV). Mit Hilfe des abgeschlossenen Chinesisch-
Amerikanischen Handelsabkommens von 1946 sollte der erste
Schritt dazu getan werden. Da nunmehr die Waren aus den USA
zollfrei eingeführt werden konnten, überfluteten billige ame-
rikanische Waren jeder nur erdenklichen Art die chinesischen
Städte und erschwerten damit das Wiederaufleben einer einhei-
mischen Produktion. Auch hielten amerikanische Armeemaschinen
im Dienste US-amerikanischer Gesellschaften danach Ausschau,
wo und wie Bodenschätze und andere Ressourcen in China
unter ihrer Regie ausgebeutet werden könnten.
Josef Theobald
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