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Die Geschichte deutschsprachiger Medien in der Volksrepublik China

Die deutsche Sprache hatte in China in der Vergangenheit nicht den
Stellenwert wie die englische, französische und japanische Sprache.
Dies ergibt sich aus der jüngsten Geschichte. Nach dem Versailler
Vertrag musste Deutschland nämlich angesichts des verlorenen I.
Weltkrieges alle seine Kolonien aufgeben. Das Kaiserreich Japan
trat in China zunächst die Nachfolge an.

Nicht allzu lange nach der Gründung der Volksrepublik China schloss
die sowjetische Regierung unter Führung Stalins mit der Volksrepublik
China den Freundschafts-, Bündnis- und Beistandsvertrag und versprach
China Unterstützung und Hilfe beim Aufbau seines Landes. Bei diesem
Aufbau waren auch die Länder beteiligt, die im II. Weltkrieg von der
Roten Armee befreit wurden. So hat sich auch die DDR nach eigenen
und chinesischen Quellen am Aufbau des Landes rege beteiligt. Nach
1953 sollten innerhalb des 1. Fünfjahrplanes (1953-1957) 10000 chine-
sische Studenten und Studentinnen in diesen Ländern auch ausgebildet
werden. So sind die ersten ernst zunehmenden Experten im Bereich der
Germanistik diesem Umfeld zuzuordnen. So stand 1960 die Deutsche
Redaktion von Radio Peking unter der Leitung eines Mannes, der in
Leipzig studierte, nachdem ab August alle in China tätigen Experten
aus der Sowjetunion und anderen Ländern, einschließlich der DDR,
abgezogen wurden. Nunmehr musste man sich auf die eigene Kraft
stützen.

Der von mir auf dem Flohmarkt erstandene Bildband "Neues China"
scheint ein Erstlingswerk aus der Kooperation mit der DDR in den
Anfangsjahren zu sein. Erst 1959 erschien in Beijing ein Lehrbuch
für ausländische Studenten an chinesischen Universitäten auch in
deutscher Sprache. Erst ab etwa 1964 erschienen deutschsprachige
Titel mit eindeutig chinesischer Prägung. Die ersten Übersetzungen
der Werke Mao Zedongs sind etwa ab 1965 nachweisbar. Während
der Periode des "Großen Sprungs nach vorn" (1958-1965) wurden
große Anstrengungen unternommen, auch die Sprache von Karl
Marx und Friedrich Engels angemessen zu bedienen. Dies war
der eigentliche Hintergrund für die Aufnahme deutschsprachiger
Publikationen. Die damalige politische Großwetterlage machte
diesen Schritt bei den wachsenden politischen Spannungen
zwischen der Sowjetunion und der Volksrepublik China mehr
als notwendig, um in der kommunistischen Welt eindeutig zu
signalisieren, man vertrete alleine den richtigen oder wahren
Marxismus-Leninismus. Die Sowjetunion sei in der Zwischen-
zeit dem Revisionismus verfallen.

ANMERKUNG

Die erste Ausgabe der Beijing Rundschau in deutscher
Sprache erschien im Jahre 1964 Dies ergibt sich daraus,
dass mir vorliegende Ausgaben des Jahres 1973 im X.
Jahrgang herausgegeben wurden.

Josef Theobald




Mo 23. Aug 2004 15:46

weisheitsborn
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JosefTheobald
weisheitsborn
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23. Aug 2004
16:28
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