Liebe Bierfreundin,
lieber Bierfreund,
ich versuche, den Begriff "sensationell"
nicht exzessiv zu verwenden, aber bei dem, was die Schlossbrauerei Unterbaar anlässlich
ihres 400-jährigen Bestehens macht, ist er wohl angebracht: Die kleine
bayerische Brauerei hat sich entschlossen, ihr Vertrauen in die Zukunft des
eigenen Unternehmens dadurch zu dokumentieren, dass sie ein Bockbier braut, das
noch in 100 Jahren (bei der 500 Jahr Feier) zu verkosten sein soll.
Einen solchen Anlauf, ein
über 100 Jahre reifendes Bier zu brauen, hat noch keine Brauerei unternommen.
Auch ich selber habe erst einmal das Vergnügen gehabt, ein Bier zu kosten, das 100
Jahre alt war - ein paar Flaschen eines King`s Ale, das 1902 anlässlich eines
Besuchs des englischen Königs Edward VII. in der mittelenglischen Biermetropole
Burton gebraut wurde, wurden den Juroren der Brewing Industry International
Awards im Jahr 2002 kredenzt. Wenn es in Unterbaar richtig läuft, wird das im
Jahr 2108 in größerem Umfang möglich sein. Gerade das Faktum, dass kaum einer
der heutigen Zeitzeugen in 100 Jahren dabei sein wird können, wenn das Bier
bestimmungsgemäß getrunken wird, macht das Experiment spannend - immerhin wird
es einigen vergönnt sein, im Laufe der nächsten Jahre mit zu verfolgen, wie das
Jubiläumsbier reift.
Näheres wird man
wahrscheinlich demnächst auf der Website http://www.unterbaarer.de/jubilaeumsaktion.htm
finden können.
Ich jedenfalls habe das
Vergnügen, am Donnerstag in Unterbaar dabei zu sein.
Darüber werde ich leider eine
interessante Fernsehsendung versäumen, die am Donnerstagabend in ORF gesendet
wird. In der Sendung EURco geht es diesmal um das Bier bei der
Europameisterschaft - ich selber habe zu erklären versucht, dass es eben einen
Unterschied macht, ob ein Fußballfan einfach ein schnelles Bier trinken will
(dafür ist Carlsberg durchaus geeignet) oder ob ein Genießer ein interessantes
Bier kosten will. Näheres unter:
Herzliches Prost
Conrad Seidl
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