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... und alles, was hier lebt   Beitragsliste  
Antworten Beitrag #9 von 14 |
Seid gegrüßt, ihr, die ihr hier lest oder schreibt, und alles, was hier dafür lebt!

Das erscheint wie ein angemessene Begrüßung nach dem, was gestern hier eingestellt worden ist und nach einer Nacht darüber schlafen.
Denn: "alles, was hier lebt" ist zwar noch kein richtiger Name, aber es wird das zumindestens mit benannt, was sonst auch vorher schon immer mit dabei und anwesend war, bloß nie gesehen oder eben benannt.

Der logische Schlusssatz wäre dann dementsprechend:

Der Friede sei mit euch, die ihr hier lest oder schreibt, und alles, was hier dafür lebt.

Eigentlich bin ich an den Computer gegangen, um einen Beitrag zum Thema "Personenkult" zu schreiben, aber den stelle ich jetzt mal hinten an, weil sich noch was dazwischen geschoben hat, als ich in den Blog von Jelle van der Meulen gegangen bin um da nchzufragen, welche Einstellungsmöglichkeiten es gibt, wenn ich einen Blog einrichte, damit das Kommentarfeld geöffnet wird wie bei ihm statt so, wie bei Sebastian Gronbach. Ich bin noch nicht soweit, selbst einen Blog einzurichten, aber ich gehe um mit der Frage, ob das vielleicht mehr Sinn machen würde, als hier in dieser Group lauter Selbstgespräche zu führen - wenngleich schon erstaunlich ist, was sich da wie und wohin bewegt in den letzte Tagen, einfach dadurch, dass ich diese Seite aufgemacht und dafür zu schreiben begonnen habe.

Wundervoll, wie so eine kleine Sache wie die Größe eines Kommentarfeldes den Anlass liefert für eine Vernetzung, welche sonst so nicht gleich stattgefunden hätte.

Also: Das schreibt Jelle van der Meulen in seinem Beitrag vom 25.2.09 über eine Kultur des Herzens. http://jellevandermeulen.blogspot.com/

"Eine Kultur des Herzens wird nicht gegründet. Sie ist im Entstehen – sie ist immer im Entstehen, und nur so lange sie im Entstehen ist, kann sie eine Kultur des Herzens genannt werden. Eine Kultur des Herzens kommt ohne Konzepte & Fahrpläne & Landkarten aus, ohne schlaue Systeme & Schemen, ohne Parolen & Satzungen, ohne festgelegte Grenzen. ..."

Unter "Gemeinschaftbildung via Internet" hatte ich hier gestern unter anderem geschrieben
"Ganz klar scheint, dass Gemeinschaftsbildung via Internet nicht der
Wille des ICH ist. Da ist ganz klar, dass Gemeinschaftsbildung, wie
sie hier in den Beiträgen anfänglich dargestellt worden ist, ein
tiefes Sehnen im Menschen oder im ICH eine Richtung ist, wohin es für
den MENSCHEN gehen soll. Und was gebraucht wird, sind reale
Menschenbegegnungsgruppen, nicht das sich Austobenlassen dieses
tiefsten Sehnens hier im Nicht-Raum und der Nicht-Zeit des Internets.
Natürlich: alles was da ist, dient uns und unseren tiefsten Absichten
und Interessen.
Und so kann ruhig auch stattfinden, dass sich hier im Internet
auszutoben oder jedenfalls zu formulieren und zu manifestieren und
auszuweiten versucht dieses tiefe Sehnen nach solcher neuen echten
MENSCHENgemeinschaft. Ein Geschaffenes kann das werden. Wenn wir uns
dieser Tatsche bewußt werden und die angemessenen Schlussfolgerungen
daraus ziehen und auch in die Tat umzusetzen in der Lage sind "

Und jetzt lest mal Worte von Jelle van der Meulen aus seinem Herzens-Kultur-Beitrag:

"Stiften heißt: sich auf das unsichtbare Gefüge von menschlichen Beziehungen & Orten einzulassen. Ja, Orten... Ein Ort kann mehr sein als eine Projektionsfläche meiner Wünsche, meiner Vorhaben, meiner Vorsätze. In einer Kultur des Herzens sind Orte richtige Partner, die genau wie ich – der „Inhaber" oder „Mieter" - etwas wollen. Sie fangen an zu sprechen, wenn ich anfange auf sie zu hören. "

Schön, oder?
Und weiter schreibt er dann:

"In einer Kultur des Herzens ist es erlaubt mit diesem und jenem einfach anzufangen, ohne sich um die Frage zu kümmern, wie es am Ende aussehen soll. Nicht rationale Vermessenheit steuert die Prozesse in einer Kultur des Herzens, als ob man überhaupt wissen könnte, was morgen & nächstes Jahr ansteht, sondern die intelligente Fähigkeit sich überraschen zu lassen. In einer Kultur des Herzens wird man gerne unvorbereitet erwischt.
Weil es ja um Ereignisse geht ...
In einer Kultur des Herzens gehört alles zum Leben: das Einkaufen einer Flasche Wein, das Öffnen der Flasche, das Ausschänken, das Trinken des Weins, das Reinigen der Gläser nachher, das Entsorgen der Flasche...
Eine Kultur des Herzens wird also nicht gegründet. ... Wenn es um gründende Tätigkeiten des Lebens geht, findet in einer Kultur des Herzens eine Verschiebung der Perspektive statt. Raum & Zeit werden aus ihrem statischen Rahmen gehoben und als semantische Einheiten verstanden, als Partner also, die eine Geschichte zu erzählen haben."


(Zu dem Begriff "semantisch" schaue ich bei Wikipedia nach:
"Zentral in der Semantik ist der Unterschied und die Unterscheidung zwischen dem Signatum oder Signifikat, dem Bezeichneten, und dem Signans oder Signifikant, das etwas bezeichnet. Ersteres nennt man den Begriff, die Bedeutung oder den Sinn eines Ausdrucks, das zweite das Zeichen.")
Das Wort verwirrt mich, die beiden Teilsätze aber, die dem bei Jelle van der Meulen folgen, mit dennen kann ich was anfangen.

Das ist genau, was ich bei mir erlebe, seit ich mich am 25.02.2009 bei Sebastians Seite wegen dem zu Wort gemeldet habe, was war wie eine Antwort auf die vielen klagenden oder bedauernden Stimmen bei der Nachricht der Schließung von AnthroNRW.

Diesen Raum hier eingerichtet zu haben und dafür Beiträge zu leisten, das ist tatsächlich zuerst mal bei diesem entstandenen "Raum" gelandet und dem, was darin als Partner bereits da ist und mit großer Leichtigkeit beginnt von sich zu erzählen.

Ungefähr so wie im Lied: "Ende" von "Schiller":

WENN WORTE ÜBERFLÜSSIG WERDEN

WEIL DER AUGENBLICK BIS AN DEN RAND

MIT SINN GEFÜLLT IST

BEGINNT DAS LEBEN UNWIDERSTEHLICH VON SICH ZU ERZÄHLEN

UND FÜHRT UNS MITTEN HINEIN

IN FASZINIERENDE GESCHICHTEN -

WENN WIR NUR LAUSCHEN


Und als Abschluss hier noch das Ende von Jelles Beitrag (Ich erlaube mir von jetzt an solche Namen beim ersten Nennen auszuschreiben und dann im Weiteren nur den Vornamen zu benutzen. Wen das stört, der möge sich bitte melden.) als meinen Dank an ihn, und um meiner Freude darüber Ausdruck zu verleihen, wie mir solches Zusammenklingen wie dieses hier von dem Geschehen auf Sebastians Seite, auf der von Jelle und dem hier auf der Gruppen-Seite ist wie ein herrliches Konzert von Himmelmusik, die ganz im Mit-ein-ander-Menschlichem  - vorerst im Internet - nun auch real- irdisch ertönt.

"Wenn die Vergangenheit sich in die Gegenwart verwandelt, kommt die Zukunft auf uns zu. Mit Zukunft ist hier aber nicht gemeint, was wir meinen oder hoffen oder wünschen, dass sein wird. Die Zukunft wird nie sein, so wie die Vergangenheit ist, weil die Zukunft nur dann Zukunft ist, wenn sie in der Gegenwart im Kommen ist. Der Zeitbegriff in einer Kultur des Herzens kriegt eine neue Bedeutung: sie läuft nicht linear von A über B nach C, sondern entzündet sich in B und springt launisch von A nach C, oder gerade umgekehrt: von C nach A."

Der Friede sei mit euch, die ihr hier lest oder schreibt, und alles, was hier dafür lebt.




Son 1. Mrz 2009 13:52

simone_heubach
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Beitrag #9 von 14 |
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Seid gegrüßt, ihr, die ihr hier lest oder schreibt, und alles, was hier dafür lebt! Das erscheint wie ein angemessene Begrüßung nach dem, was gestern hier...
Simone
simone_heubach Offline Mail senden
1. Mrz 2009
13:52
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